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Fritz von Weizsäcker Messerangriff in Berliner Klinik: Mann ersticht Sohn des früheren Bundespräsidenten von Weizsäcker



Nach dem tödlichen Angriff auf den Arzt Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, ermittelt die Polizei zu den Hintergründen. Ein Tatverdächtiger war nach der Tat am Dienstagabend in der Schlosspark- Klinik in Berlin-Charlottenburg noch vor Ort festgenommen worden. Er sollte laut Polizei in der Nacht verhört werden. Die Polizei rechnet im Lauf des Tages mit neuen Erkenntnissen. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Der 59-jährige von Weizsäcker war am Dienstagabend erstochen worden. Der Chefarzt hielt gerade einen medizinischen Vortrag in der Klinik, als kurz vor 19 Uhr ein Mann aus dem Zuschauerraum auf ihn losging, wie eine Polizeisprecherin sagte. Von Weizsäcker starb noch vor Ort. Zu den Hintergründen der Tat, möglichen Motiven des Täters und seiner Nationalität machte die Polizei zunächst keine Angaben. Die Polizei ermittelt laut der Sprecherin in alle Richtungen. Beamte sollen demnach auch die Familie Weizsäckers dazu befragen, ob es eine Bedrohungslage gegeben haben könnte. Ein weiterer Mann aus dem Zuschauerraum soll am Dienstagabend beim Dazwischengehen schwer verletzt worden sein. Es soll sich um einen Polizisten gehandelt haben, der privat bei dem Vortrag war. Mehrere von den etwa 20 Leuten im Publikum halfen laut Polizei, den Täter festzuhalten. Von Weizsäcker hatte eine lange Karriere als Mediziner hinter sich. Nach Stationen in Freiburg, Boston und Zürich war er seit 2005 Chefarzt der Abteilung Innere Medizin I an der Schlosspark-Klinik.
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Ein Mann ersticht am Dienstagabend bei einem Vortrag in einer Berliner Klinik den Arzt Fritz von Weizsäcker. Noch in der Nacht sollte der Verdächtige verhört werden. Am Mittwoch will die Polizei neue Details bekanntgeben.

Ein unauffälliges Plakat lockt zum Fachvortrag in der Schlosspark-Klinik. Um "Fettleber - (K)ein Grund zur Sorge?" soll es gehen. Gut ein Dutzend Menschen finden an diesem kalten, nassen Novembertag zu dem Krankenhaus am Rande des Schlossgartens in Berlin-Charlottenburg. Beim "Forum 11/2019" im Tagungsraum Haus H der Abteilung für Psychiatrie spricht Dozent Fritz von Weizsäcker. Der Sohn des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ist Chefarzt an der Schlosspark-Klinik. Es geht um sein Fachgebiet, "die Fettleber, eine weitgehend unbekannte, aber zunehmende Volkskrankheit". 

Nach ersten Ermittlungen der Polizei löst sich während des Vortrags plötzlich ein Mann aus der Reihe der Zuhörer. Der bewaffnete Unbekannte stürmt auf den Dozenten zu. Ein Polizist, der zufällig unter den Zuschauern sitzt, versucht noch, den Mann aufzuhalten. Der Beamte in seiner Freizeit wird dabei selbst schwer verletzt. Er wird später in ein anderes Krankenhaus gebracht.

Um 18.59 Uhr geht bei Feuerwehr und Polizei ein Notruf ein,  Rettungssanitäter und ein Notarzt eilen zu Hilfe. Sie können dem schwer verletzten Spitzenmediziner nicht mehr helfen. Ein Wiederbelebungsversuch bleibt erfolglos. Der 59 Jahre alte Fritz von Weizsäcker ist tot. 

Fritz von Weizsäcker
Fritz von Weizsäcker (2.v.l) neben seiner Schwester Beatrice (l.), seiner Muter Marianne (2.v.r.), und dem damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck (r.) beim Staatsakt für den gestorbenen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker in Berlin
© Maurizio Gambarini

Berlin: Angreifer von Zuhörern überwältigt

Mehrere Zuhörer aus dem Saal können den Angreifer überwältigen. So kann er kurz darauf der Polizei übergeben werden. Über den Angreifer wird zunächst nichts bekannt, auch Hinweise auf ein Motiv oder die Staatsangehörigkeit fehlen zu diesem Zeitpunkt. Die Polizei rechnet im Lauf des Mittwochs mit neuen Erkenntnissen, wie eine Sprecherin sagte. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Ermittlungen der Polizei laufen. Dabei soll auch die Familie von Weizsäckers befragt werden, ob es möglicherweise Hinweise auf eine Bedrohung des Internisten gab. Zudem sollte umgehend der Tatverdächtige verhört werden. 

Gerichtsmediziner, Kriminaltechniker und Ermittler sichern noch in der Nacht am Tatort mögliche Spuren. Teile der privaten Klinik werden dafür abgesperrt. Vor dem modernen Gebäude der Klinik stehen überall blau-weiße Wagen von Polizei und Ermittlern. Die Klinikleitung will sich zunächst nicht äußern.

Vater Richard von Weizsäcker zehn Jahre Bundespräsident

Das Opfer, der 1960 in Essen geborene Mediziner Fritz von Weizsäcker, stammte aus einer sehr bekannten Familie. Sein Vater Richard von Weizsäcker (1920-2015) war von 1984 bis 1994 Bundespräsident, zuvor 1981 bis 1984 für die CDU Regierender Bürgermeister von Berlin (West). Seine Mutter ist die frühere deutsche First Lady Marianne von Weizsäcker (87). 

Seine Eltern hatten 1953 geheiratet. Richard von Weizsäcker arbeitete damals als Jurist bei Mannesmann. Bis 1962 wohnte die Familie in Essen und Düsseldorf, zog dann nach Ingelheim und 1967 nach Bonn. Fritz von Weizsäcker war das jüngste der vier Kinder. Sein Bruder Andreas starb 2008, es leben noch die Schwester Beatrice (61) und der älteste Robert Klaus (64).

Einer seiner Cousins ist der Umweltwissenschaftler und frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Ulrich von Weizsäcker (80).

fin DPA

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