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Viele Fragezeichen Mutter tötete wohl fünf ihrer Kinder: Warnzeichen wegen Pandemie nicht erkannt?

Sehen Sie im Video: Mutter soll in Solingen fünf ihrer Kinder getötet haben.


Hier soll sich eine unfassbare Tat ereignet haben. In Solingen wurden am Donnerstag fünf tote Kinder gefunden - das hat die Polizei bestätigt. Unter Verdacht steht die 27-jährige Mutter der Kinder, die sich nach Angaben des Innenministers von Nordrhein-Westfalen im Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen hat. Sie sei dabei schwer verletzt worden. Die Frau habe ein weiteres Kind bei sich gehabt, dem es gut gehen soll. "Die genauen Zusammenhänge, die Hintergründe sind noch unklar, das genau versuchen wir, herauszubekommen. Wir sind hier mit einem Großaufgebot der Kriminalpolizei vor Ort, wir sind in der Wohnung und nehmen diese ganze tragische Sache auf", so Stefan Weiand, Pressesprecher im Polizeipräsidium Wuppertal. Den Anwohnern gab das Verbrechen am Donnerstag Rätsel auf. "Das sind ja insgesamt sechs Kinder. Ich kenne die ganz kleinen, die eins, zwei, drei Jahre alten, die kenne ich kaum. Ich kenne eigentlich nur den, der überlebt hat. Das war jetzt nicht eine auffällige Familie oder so. Also, war eine ganz normale, friedliche Familie, also von außen jetzt betrachtet und damit hat natürlich niemand gerechnet. Ist ja auch nicht so, dass wir irgendwelche Streitereien oder so mitbekommen habe oder dass sie mal laut wurden oder was auch immer." Die toten Kinder seien 8, 6, 3, 2 Jahre und ein Jahr alt gewesen.
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Fünf Kinder sind tot, eines überlebte. Die Tatverdächtige: die 27 Jahre alte Mutter. Das Verbrechen von Solingen schockiert viele Menschen. Wie konnte das passieren, was war das Motiv? Viele Fragen sind noch offen.

Fünf Kinder sind tot, die Mutter steht unter Verdacht: Nach dem Verbrechen von Solingen rückt die Aufklärung in den Mittelpunkt. Am Freitag wollen die Ermittler Nachbarn befragen und bei einer Pressekonferenz über die Hintergründe des Falls informieren. 

Die Leichen der Kinder waren am Donnerstag entdeckt worden. Die 27 Jahre alte Mutter war nach Angaben der Polizei nicht in der Wohnung. Sie habe sich etwa eine Viertelstunde, bevor die toten Kinder entdeckt wurden, am Düsseldorfer Hauptbahnhof vor einen Zug geworfen und werde schwer verletzt im Krankenhaus behandelt. Die Großmutter hatte die Polizei per Notruf nach einem Kontakt zu ihrer Tochter alarmiert. Weitere Informationen gab die Polizei bis zum Morgen nicht bekannt.

Solingen: Polizisten stehen vor einem Wohnhaus
Solingen: Polizisten stehen vor einem Wohnhaus, in dem die 27-jährige Mutter, die ihre fünf Kinder umgebracht haben soll, gelebt hat
© Marcel Kusch / DPA

Kinder waren zwischen einem und acht Jahren alt

Eine Mordkommission ermittelt. Die Todesursache der Kinder werde im Rahmen der Ermittlungen und einer Obduktion geklärt, teilte die Polizei mit. Die getöteten Kinder sind drei Mädchen im Alter von 18 Monaten, zwei und drei Jahren sowie zwei Jungen im Alter von sechs und acht Jahren. Gegen Mitternacht wurden die Leichen der Kinder abtransportiert.

Ein weiteres Kind, ein elf Jahre alter Junge, hatte die Mutter, die Deutsche ist, zunächst zum Hauptbahnhof in Düsseldorf begleitet. Dann fuhr das Kind alleine weiter zu einer Großmutter nach Mönchengladbach. "Er befindet sich im sicheren Familienumfeld", erklärte die Polizei. 

Die Polizei hat inzwischen Kontakt zum Vater. Weitere Angaben machte die Polizei am Donnerstag aber nicht. Die Mutter kann derzeit nicht vernommen werden. 

Politiker zeigen sich bestürzt

Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) war nach einem Besuch am Tatort sichtlich schockiert. "Heute ist ein Tag, an dem wir in Solingen sehr traurig sind, weil eine Tat geschehen ist, die uns tief ins Herz getroffen hat", sagte Kurzbach. Er wolle ein kurzes Gebet sprechen. Am Abend gab es eine Schweigeminute vor dem Haus. 

Auch Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) hatte sich erschüttert gezeigt: "Das Familiendrama von Solingen erfüllt mich mit großer Trauer und im Moment bin ich mit meinen Gedanken und mit meinem Gebet bei fünf kleinen Kindern, die so furchtbar früh aus dem Leben gerissen wurden."

Der Fall deutet nach Ansicht des Kriminalexperten Axel Petermann auf Hilf- und Perspektivlosigkeit der Mutter hin. Mögliche Warnzeichen für die Tat seien zudem womöglich wegen der Coronavirus-Pandemie nicht rechtzeitig erkannt worden, sagte Petermann der Deutschen Presse-Agentur. So sei beispielsweise denkbar, dass durch das Ausfallen von Schulunterricht und Kindergartenbetreuung Mechanismen nicht greifen konnten, die sonst Hilfe oder Unterstützung ermöglicht hätten.

Vor dem Wohnaus hätten in der Nacht zum Freitag Menschen weiter Kerzen vor dem Eingang angezündet, berichtete ein dpa-Reporter. Dazu wurden Blumen und Teddybären als Zeichen der Trauer abgelegt. Am frühen Freitagmorgen waren kaum noch Menschen vor Ort. Die Polizei baute die Absperrungen um das Haus in Solingen-Hasseldelle zurück.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 111

rös DPA

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