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Festnahme auf thailändischer Urlaubsinsel: Zwei Männer gestehen Mord an Touristen

Gut zwei Wochen nach dem brutalen Mord an zwei jungen Briten im Urlaubsparadies Thailand hat die Polizei die Täter gefunden. Sie sollen ihr Opfer zunächst vergewaltigt und beraubt haben.

Nach dem brutalen Mord an zwei jungen Briten im Urlaubsparadies Thailand hat die Polizei nach eigener Darstellung die Täter gefunden. Zwei Männer aus Myanmar würden des Mordes, der Vergewaltigung und des Diebstahls beschuldigt, sagte der Polizeichef der Insel Koh Phangan, Prachum Ruangthong. Die Beschuldigten hätten die Tat gestanden.

Am 15. September waren auf der südlich gelegenen Insel Koh Tao die nackten Leichen einer 23-jährigen Frau und ihres 24-jährigen Lebenspartners gefunden worden. Sie wiesen Kopfverletzungen auf. Etwa 35 Meter weiter entfernt fanden die Ermittler eine blutbefleckte Hacke. Zuletzt hatten Freunde das Paar in einer Bar tanzen sehen. Danach sollen die beiden zusammen gegangen sein, wenige Stunden später waren sie tot.

Die einsetzende Fahndung war insbesondere von britischen Medien scharf kritisiert worden. Die Insel wurde zunächst nicht abgeriegelt. Nur wenige Stunden nach dem Leichenfund stolperten Journalisten über den Tatort, Informationen und Erkenntnisse der Ermittler fanden ungefiltert ihren Weg in die Medien. Die Brutalität des Verbrechens in dem sonst für Urlauber als sicher geltenden Archipel und die vermeintliche Unfähigkeit der Polizei drohten nach den politischen Unruhen der letzten Jahre und dem Militärputsch im Frühjahr weitere Urlauber abzuschrecken.

Den Tätern droht die Todesstrafe.

Die Regierung versicherte auf Nachfrage von Reportern, dass es sich bei den als Tätern präsentierten Ausländern nicht um Sündenböcke handele. "Bitte seien Sie versichert, dass die Polizei bestens gearbeitet hat und es unmöglich ist, dass sie Sündenböcke festgenommen hat", sagte der stellvertretende Regierungschef Prawit Wongsuwon. Die Ermittler hatten in und um Koh Tao hunderte DNA-Proben genommen.

Bei zwei am Donnerstag festgenommenen Männern fand die Polizei dieselbe DNA wie bei der vergewaltigten Frau. Die Männer sollen die Vergewaltigung der Frau und die Ermordung des Paares gestanden haben. Ein dritter Mann aus Myanmar wurde als Belastungszeuge unter Polizeischutz genommen. Am Freitag schauten hunderte Touristen und Anwohner Koh Taos zu, als die Ermittler mit den in Schutzwesten gehüllten Verdächtigen den Tatort beschritten, wie es in Thailand üblich ist. Den beiden Männern droht bei einem Schuldspruch die Todesstrafe.

"Ich denke, dass Vertrauen der Touristen wird wieder zunehmen", sagte Tourismusminister Kobkarn Wattanavarangkul nach Bekanntwerden der Festnahmen. Die Insel Koh Tao mit ihren Traumstränden und ihrem kristallklarem Wasser ist besonders bei Tauchern beliebt.

tib/AFP / AFP