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Missbrauch in der Kirche : Papst gesteht: Priester haben Nonnen in "sexueller Sklaverei" gehalten

Erstmals hat Papst Franziskus massiven sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe eingeräumt. In manchen Fällen seien die Frauen in "sexueller Sklaverei" gehalten worden. Einige Glaubensgemeinschaften mussten sogar aufgelöst werden. 

Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Nonnen in der katholischen Kirche eingeräumt

Papst Franziskus hat sexuellen Missbrauch von Nonnen in der katholischen Kirche eingeräumt

DPA

Papst Franziskus hat erstmals sexuellen Missbrauch von Nonnen durch Priester und Bischöfe eingeräumt. "Ich weiß, dass Priester und auch Bischöfe das getan haben. Und ich glaube, es wird immer noch getan", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Dienstag auf eine entsprechende Frage an Bord eines Flugzeuges auf dem Rückflug aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erst vergangene Woche hatte ein hochrangiger Vertreter des Vatikan sein Amt niedergelegt, weil er eine deutsche Nonne massiv bedrängt haben soll. Es betreffe einige Kulturen oder religiöse Gemeinschaften mehr als andere. "Es ist keine Sache, die alle machen", so Papst Franziskus.

Missbrauch von Nonnen könne zwar "überall" geschehen, sagte er. Derartige Fälle seien aber besonders häufig in "einigen neuen Kongregationen und in einigen Regionen". Die Kirchenspitze arbeite bereits "lange" an dem Thema. Einige Kleriker seien "suspendiert" und "weggeschickt" worden. Er fügte hinzu: "Muss man mehr (gegen das Problem) machen? Ja. Wollen wir mehr machen? Ja." Namen oder einzelne Länder nannte der Papst nicht.     

"Sexuelle und ökonomische Verderbnis"

Zudem seien einige besonders betroffene Frauenkongregationen aufgelöst worden, sagte Franziskus weiter. Er sprach dabei einen Fall einer Gemeinschaft aus der Vergangenheit an, bei dem Frauen "wie Sklaven" behandelt worden seien. Es sei bis zur "sexuellen Sklaverei" durch Kleriker und den Gründer der Gemeinschaft gegangen, so Franziskus. Der damalige Papst Benedikt, der bis 2013 Pontifex war, habe diese Gemeinschaft nach starken Widerständen sofort nach seinem Amtsantritt im Jahr 2005 aufgelöst. Franziskus bezog sich mit dieser Äußerung nach Angaben seines Sprechers auf die französische Kongregation der Kontemplativen Schwestern vom heiligen Johannes.    

Das Kirchenoberhaupt erwähnte noch eine weitere Kongregation, die sich der "sexuellen und ökonomischen Verderbnis" schuldig gemacht habe. Auch zu dieser habe Benedikt XVI. Untersuchungen eingeleitet. "Er war ein starker Mann. Er war konsequent", sagte Franziskus. Die Kirche dürfe derartige Fälle nicht abstreiten, betonte der Pontifex.

Die Misshandlung von Frauen sei aber auch ein generelles Problem. "Die Frau ist zweiter Klasse", sagte Franziskus. "Es ist ein kulturelles Problem. (...) Es gibt Länder, wo die Misshandlung von Frauen bis zum Frauenmord geht."

Vorwürfe von Nonnen häufen sich 

Zuletzt hatten sich Vorwürfe von Klosterschwestern gegen hohe kirchliche Würdenträger weltweit gehäuft. Der österreichische Pater Hermann Geissler hatte am Dienstag vergangener Woche beim Präfekten der Kongregation für die Glaubenslehre der Kirche seinen Rücktritt eingereicht, weil er die deutsche Nonne Doris Wagner im Beichtstuhl massiv bedrängt haben soll. Geissler war einer von drei Büroleitern der Glaubenskongregation.    

Die Philosophin und Theologin Wagner hatte im Vatikan Vorwürfe wegen Übergriffen und Missbrauch während ihrer acht Jahre als Nonne vorgebracht. Die heute 34-Jährige war nach eigenen Angaben im Jahr 2008 von einem Priester vergewaltigt worden und hatte dies ihrem Gemeindevorsteher in Rom gemeldet. In der Folge habe sie ein Geistlicher bedrängt, der auf seinen Wunsch hin ihr Beichtvater geworden sei. Bei diesem handelte es sich offenbar um Geissler. Er habe gesagt, "dass er mich liebt und dass er wisse, dass ich ihn liebe, und dass es andere Wege gebe, auch wenn wir nicht heiraten dürften".    

Wagner warf dem Priester überdies vor, einmal versucht zu haben, sie in die Arme zu nehmen und zu küssen. Geissler weist die Vorwürfe zurück. Er war nach einem Disziplinarverfahren im Jahr 2014 lediglich verwarnt worden.    

Ordensschwestern beklagen eine "Kultur des Schweigens" 

Die katholische Kirche wird seit Jahren von Missbrauchsaffären erschüttert und stürzte dadurch in eine tiefe Krise. Bislang waren vor allem Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche bekannt geworden. Ende Februar kommen im Vatikan die Vorsitzenden der weltweiten Bischofskonferenzen zusammen, um über den "Schutz von Minderjährigen" zu beraten.

Das Treffen beschäftigt sich allerdings nicht mit dem Missbrauch von Frauen in der Kirche. Erst vor kurzem kritisierte das Frauenmagazin der Vatikan-Zeitung "L'Osservatore Romano", dass die Kirche dieses Problem immer noch ignoriere. Missbrauch hänge generell viel mit der Struktur der Kirche zusammen, in der die Geistlichen die Macht auf sich vereinten.  

Auch die Internationale Vereinigung von Generaloberinnen, die weltweit 500.000 Ordensschwestern vertritt, beklagte unlängst eine "Kultur des Schweigens". Sie ermutigte Frauen in religiösen Gemeinschaften, jeden Fall von Missbrauch zu melden.

ivi / DPA / AFP
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.