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Vermisstes Rebecca aus Berlin: Die wichtigsten Aussagen des Chefermittlers bei "Aktenzeichen XY" – Polizei durchkämmt Waldstück

Die Mordkommission hat Angaben zu zentralen Erkenntnissen und offenen Fragen im Vermisstenfall Rebecca Reusch gemacht. Zahlreiche Hinweise sind seitdem bei den Beamten eingegangen. Zuletzt durchsuchte die Polizei ein Waldstück in Bandenburg. Der Stand der Ermittlungen im Überblick. 

Links ist das Gesicht eines schönen, jungen Mädchens mit hochgesteckten Haaren, rechts eine zusammengelegte Fleecedecke

Aktualisierung vom 7. März, 15.40 Uhr:

Auf der Suche nach der seit knapp drei Wochen vermissten Schülerin Rebecca aus Berlin durchsucht die Polizei ein Areal in Brandenburg.

Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um ein Gebiet in der Nähe der Kleinstadt Storkow im Südosten Berlins – mehrere Medien berichten übereinstimmend von einem Waldstück. Es seien Beamte der Mordkommission, eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei, vier Diensthunde und ein Hubschrauber im Einsatz, nachdem ein Hinweis auf das Gelände eingegangen sei. Storkow liegt in der Nähe der Autobahn 12.

Suche nach Rebecca

Eine Hundertschaft der Berliner Polizei ist nach Brandenburg ausgerückt, um bei Storkow (Oder-Spree) ein Waldstück nach der vermissten Rebecca Reusch abzusuchen

DPA

Auf ihr wurde das Auto des tatverdächtigen Schwagers der Vermissten kurz nach dem Verschwinden Rebeccas am Montag, den 18. Februar, und einen Tag darauf von einer Verkehrsüberwachungsanlage erfasst.


Rebecca Reusch wird seit dem 18. Februar vermisst. Die Polizei sucht seitdem intensiv nach der 15-Jährigen oder ihrer Leiche - die Ermittler gehen mittlerweile von einem Tötungsdelikt aus. Nach der Veröffentlichung neuer Informationen und Fotos zu dem Fall erhoffen sich die Ermittler entscheidende Indizien und Anhaltspunkte. Am Mittwochabend haben die Ermittler in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" zudem um weitere Hinweise gebeten. Mit Erfolg: Seit dem Aufruf seien rund 150 neue Hinweise - zu den bereits 394 vorhandenen - bei den Beamten eingegangen, so ein Sprecher der Polizei Berlin zum stern. Die Mordkommission prüfe jeden einzelnen, man könne zu diesem Zeitpunkt aber "noch nicht konkret" werden. 

Der Stand der Ermittlungen zum Fall Rebecca Reusch

Michael Hoffmann, Leiter der 3. Mordkommission beim Landeskriminalamt Berlin, hatte den Fall bei "Aktenzeichen XY" geschildert. Dabei ging es besonders um zwei Autofahrten des verdächtigen Schwagers von Rebecca, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt. Die Familie der Vermissten beteuert seine Unschuld

Die wichtigsten Ergebnisse und offenen Fragen der Mordkommission im Überblick:

  • Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. "Wir gehen inzwischen fest davon aus, dass es sich um einen Tötungsdelikt handelt.", so Hoffmann.
  • Der 27-jährige Schwager ist dringend tatverdächtig. "Der Tatverdacht gegen den 27-jährigen Schwager hat sich insofern erhärtet, dass ein Haftbefehl wegen dringenden Tatverdachts erwirkt werden konnte (...) Der Schwager sitzt nun in Untersuchungshaft, schweigt aber zur Sache."
  • Rebecca hat das Haus ihres Schwagers wohl nie verlassen. "Wenn wir die allgemeinen Ermittlungen übereinanderlegen, hierbei auch das Telefonverhalten von Rebecca beachten und die Auswertungen der Routerdaten aus dem Haus des Schwagers, kommen wir zu dem Schluss, dass Rebecca das Haus nicht verlassen haben dürfte. Wenn wir dies voraussetzen, war der Schwager mit ihr allein zur fraglichen Tatzeit in diesem Haus."
  • Der Schwager hat widersprüchliche Angaben gemacht. "Außerdem konnten wir feststellen, dass es zwei seltsame und klärungsbedürftige Fahrten mit dem Auto des Schwagers gab. Und zwar geht es um eine Fahrt unmittelbar direkt nach dem Verschwinden von Rebecca und eine weitere Fahrt am folgenden Tag. Zu beiden Fahrten kann er keine Angaben machen. Die Fahrten passen überhaupt nicht zu der Version, die er erzählt hat." Auf Nachfrage sagt Hoffmann, die Ermittler hätten widersprüchliche Angaben des Schwagers feststellen können.

Die offenen Fragen der Mordkommission:

  • Was steckt hinter zwei Fahrten mit dem Auto des Schwagers? "Das Auto (unten im Bild, Anm. d. Red.) ist nachweislich am Vormittag des 18. Februar auf der A12 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) gewesen. Kurz vor 11 Uhr, etwa zwei bis drei Stunden nach dem Verschwinden von Rebecca. Außerdem noch in den späten Abendstunden des darauffolgenden Tages, in der Nacht vom 19. zum 20. Februar, wieder auf der selben Autobahn war dieses Fahrzeug unterwegs. Darum unsere Fragen dazu: Wem ist dieses Auto zu diesen Zeiten aufgefallen? Wer kann vielleicht sagen, an welcher Stelle das Auto von der A12 abgefahren ist oder wie es sich dann außerhalb der Autobahn weiterbewegt hat?"
  • Wer kann Hinweise zum Schwager geben? "Wer kann etwas zum Bekanntenkreis des Tatverdächtigen sagen? Wer kennt Ankerpunkte, die Rebeccas Schwager im Gebiet zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) hat? Hat ihn jemand in diesem auffälligen Auto gesehen?"
  • Wo ist die verschwundene Fleecedecke? Die Fleecedecke stamme "aus dem Haushalt des Schwagers und ist mit Rebecca zusammen verschwunden. Wir erhoffen uns jetzt Hinweise von Personen, die möglicherweise diese Decke oder auch die mit Rebecca verschwundenen Gegenstände und Bekleidungsstücke irgendwo haben aufgefunden vielleicht auch im Wald liegen sehen."

Der Suchaufruf der Polizei

Rebeccas Kleidung

Rebeccas Kleidung: rosafarbene Plüschjacke, weißer Kapuzenpullover mit Aufschrift, schwarz-weiße "Vans"-Schuhe, roter Rucksack, blaue Jeans mit zerrissenen Knien, beige-rosafarbene Handtasche

Rebecca ist 15 Jahre alt, könnte aber älter erscheinen. Sie ist 1,70 bis 1,80 Meter groß, schlank und hat dunkelblondes bis braunes, schulterlanges Haar. Bei ihrem Verschwinden war die Schülerin mit einer rosafarbenen Plüschjacke, einem weißen Kapuzenpullover mit der Aufschrift "Rap Monster 94" und "BTS", einer blauen Jeans mit zerrissenen Knien und schwarz-weißen "Vans"-Sportschuhen bekleidet. Sie hatte eine beige-rosafarbene Handtasche und einen roten Rucksack bei sich.

Die Beamten haben unter anderem folgende Fragen:

  • Wer hat Rebecca am Morgen des 18. Februar 2019 im Bereich zwischen Maurerweg und Fritz-Erler-Allee in Berlin gesehen?
  • Wer hat sie nach dem 18. Februar 2019 noch gesehen oder Kontakt zu ihr gehabt?

Hinweise auf den Aufenthaltsort von Rebecca und Angaben zu den Fragen der Ermittler nimmt die Berliner Polizei unter der Telefonnummer (030) 4664911333 oder per E-Mail entgegen.


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fs / Mit Material der DPA