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Mitten in Moskau: Schüsse auf FSB-Zentrale: Die Chronik eines Angriffs, der viele Fragen aufwirft

Mitten in Moskau feuert ein Angreifer auf die Zentrale des russischen Inlandsgeheimdiensts. Oder waren es drei Täter? Der FSB widerruft eigene Angaben. Das Staatsfernsehen übt sich im Ignorieren. Ein Abend voller Widersprüche. Eine Chronik.

Einsatzkräfte in der Nähe der FSB-zentrale in Moskau nach dem Angriff am Donnerstagabend

Einsatzkräfte in der Nähe der FSB-zentrale in Moskau nach dem Angriff am Donnerstagabend

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Was genau bei dem Anschlag auf die Zentrale des russischen Inlandgeheimdienstes FSB in Moskau am Donnerstagabend geschehen ist, bleibt unklar. Die offizielle Version des Kreml geht von einem Einzeltäter aus, der einen Menschen tötete und mehrere verletzte. Allerdings gibt es zahlreiche Hinweise von Zeugen und aus den sozialen Medien, dass das Attentat anders ablief - ein Protokoll:

Es ist kurz nach 18 Uhr, als am Lubjanka-Platz in Moskau am Donnerstagabend Schüsse fallen. Etwa 900 Meter vom Roten Platz und dem Kreml entfernt liegt hier die FSB-Zentrale. Als erstes berichtet die unabhängige Zeitung "Nowaja Gazeta" über den Vorfall. Augenzeugen nehmen in einer benachbarten Straße einen Schusswechsel auf Video auf. 

In den sozialen Netzwerken Twitter und Telegram mehren sich schnell Augenzeugenberichte: "Es sind Schüsse und Schreie zu hören, Menschen werden von der Straße in Gebäude getrieben", zitiert etwa der Telegram-Kanal "Podjem" einen Zeugen. Aufnahmen zeigen, wie bewaffnete Männer in Richtung des FSB-Gebäudes laufen. Im Hintergrund sind Sirenen zu hören. Polizisten treiben die Menschen in die nächstgelegene Station der Moskauer Metro. Um 18.44 Uhr melden die Verkehrsbehörden der Stadt, dass der Verkehr im Raum des Lubjanka-Platzes gesperrt ist. "Nehmen Sie einen Umweg", heißt es in einer Twitter-Botschaft.

Unterdessen tauchen in den Online-Ausgaben verschiedener Zeitungen und in den sozialen Netzwerken berichte über Tote und Verletzte auf. Die Zahlen variieren aber. Der Telegram-Kanal "112" meldet, dass drei Mitarbeiter des FSO getötet worden seien, eines Schutzdienstes, dessen Hauptaufgabe die Sicherheit des russischen Präsidenten und der russischen Regierung ist. Der Dienst berichtet, dass der Angriff an der FSB-Rezeption begonnen habe, die für jeden frei zugänglich ist. Zwei der Angreifer seien noch an Ort und Stelle getötet worden, dem dritten sei die Flucht nach draußen gelungen. Andere Medien berichten von einem Toten, einem Verkehrspolizisten, der gegenüber dem FSB-Gebäude Dienst hatte und von einem einzelnen Schützen erschossen wurde.

Die Moskauer Zeitung "Moskowskij Komsomolez" meldet gleichzeitig, dass sich ein Angreifer in einem nah gelegenen Gebäude verschanzt habe. Videoaufnahmen zeigen, wie ein Mann sich hinter den Kolonnen eines Nachbarhauses versteckt und von dort aus das FSB-Gebäude beschießt. 

Wie die Zeitung "RBK" aus FSB-Kreisen erfährt, wird zu dieser Zeit beim Inlandsgeheimdienst und im Innenministerium Personal zusammengezogen. Vor Ort werden spezielle technische Maßnahmen zur Abwehr von terroristischen Akten ergriffen, unter anderem die Störung der Mobilkommunikation. Zeugen bestätigen, dass es in der Umgebung kein Netz mehr gibt. 

FSB meldet sich nach einer Stunde zu Wort

Um 19.08 Uhr meldet sich endlich der FSB zu Wort. "Ein Unbekannter hat in der Bolshaja Lubjanka-Straße in der Nähe des Hauses Nr.12 Feuer eröffnet. Es gibt Verletzte. Der Angreifer wurde neutralisiert, seine Identität wird festgestellt", heißt es in einer Mitteilung.

Kurz drauf kommen am Lubjanka-Platz Speznas-Einheiten an, Spezialkräfte des russischen militärischen Nachrichtendienstes GRU. Ein Korrespondent der "Nowaja Gazeta", der vor Ort ist, berichtet, dass daraufhin mindestens drei Schüsse fallen. Zeugen bestätigen diesen Bericht. Auch die Unabhängige Zeitung "Meduza" berichtet dasselbe. Die letzten Schüsse seien um 19.15 Uhr gefallen. Nach dem Erscheinen der Spezialeinheiten auf der Bildfläche sei nichts mehr zu hören gewesen, das Gebiet werde aber noch weiträumiger abgesperrt. 

Schüsse nach offiziellen "Ausschaltung" des Angreifers

Zu diesem Zeitpunkt sitzt Wladimir Putin im Kreml bei einer Veranstaltung zur Feier des Tages der staatlichen Sicherheitsorgane, also auch des FSB. Fast zeitgleich gratuliert er den Sicherheitsbehörden zu ihrer hervorragenden Arbeit. Er wird über den Vorfall informiert, die Veranstaltung wird jedoch fortgesetzt.

Unterdessen berichten der Sender RT und die Nachrichtenagentur "Moskwa", dass es insgesamt drei Angreifer gegeben habe. Sie hätten um 18.10 Uhr im FSB-Empfangsraum das Feuer eröffnet, zwei von ihnen seien von den Wachen erschossen worden. Der dritte Angreifer sei auf die Straße gelaufen, wo er weiter geschossen und den Verkehrspolizisten getötet habe. Dem Unbekannten sei es gelungen, sich im Haus Nr. 2 in der Bolshaja Lubkanka Straße zu verbarrikadieren, von wo er die ankommenden Einheiten beschossen habe. Er sei um 19.15 Uhr erschossen worden. Die Quelle der beiden Medien ist der FSB selbst. 

Doch kurze Zeit später widerruft der Geheimdienst diese Darstellung. Es gebe nur einen Schützen, der ausgeschaltet worden sei. Außerdem seien fünf FSB-Mitarbeiter verletzt und ein Polizist getötet worden. Die ursprüngliche Meldung der Nachrichtenagentur "Moskwa" wird gelöscht. Der Nationale Wach- und Sicherheitsdienst, der das FSB-Gebäude bewacht, teilt zudem mit, dass niemand in die Geheimdienstzentrale eingedrungen sei.

Die Polizei soll jedoch noch Stunden nach den Schüssen nach weiteren Verdächtigen gesucht haben, berichtete die Zeitung "RBK". Die Sicherheitskräfte hätten alle Hinterhöfe und nahe gelegene Gebäude und verdächtige Passanten durchsucht. Die Gegend rund um die FSB-Zentrale ist tatsächlich noch Stunden lang gesperrt. Erst am Freitagmorgen wird die Lubjanka wieder für den Verkehr frei gegeben, teilt die städtische Transportbehörde am Freitag auf Twitter mit. 

Staatsfernsehen berichtet Stunden später 

Während mitten in Moskau der Großeinsatz läuft, schweigen die großen staatlichen Fernsehsender dazu. Auf dem wichtigsten und größten Sender, Perwyj Kanal, wurden stattdessen die neuen russischen "Super-Waffen" vorgeführt. Erst um 21.50 Uhr lief in der Nachrichtensendung "Wremja" ein erster Beitrag zu dem Vorfall, nachdem fast eine Stunde lang über Putins morgendliche Pressekonferenz berichtet worden war. Der Beitrag dauerte eine Minute. Auf dem zweiten großen Staatssender Rossija 1 wurde den Angriff um 20.30 Uhr vermeldet, eine halbe Stunde nach dem Start der entsprechenden Nachrichtensendung. Der Bericht dauerte nicht einmal eine Minute. 

Am Freitagvormittag verbreiten sich in Russland Spekulationen um die Hintergründe des Angriffs. Es werde überprüft, ob der Täter Verbindungen zu Terroristen und Extremisten aus dem Nordkaukasus oder Syrien hatte. Das schreibt die russische Tageszeitung "Wedomosti" in der Nacht zum Freitag unter Berufung auf Sicherheitskreise. Boulevardmedien verbreiten unterdessen Fotos und Einzelheiten aus dem Leben des getöteten Angreifers. Doch der FSB selbst schweigt - sowohl zu dem Täter als auch zu seinen möglichen Motiven.

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18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus