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Oranienburg bei Berlin Bianca S. lag ermordet in Nazi-Bunker – jetzt nahm die Polizei ihren Ex-Freund fest

Bianca S. am Bahnhof von Oranienburg; Bunker aus der NS-Zeit
Bianca S. wurde zuletzt am Bahnhof von Oranienburg gesehen – später wurde ihre Leiche in einem Bunker aus der Nazi-Zeit gefunden
© Polizei Brandenburg, TheJohnny / Wikimedia / CC BY-SA 3.0
Ermittlungserfolg für die Polizei in Brandenburg: Nach der Tötung einer 26-Jährigen aus Oranienburg bei Berlin haben Beamte den Ex-Freund des Opfers festgenommen.

Acht Tage nach dem Fund einer Frauenleiche in einem verlassenen Bunker im brandenburgischen Oranienburg hat die Polizei einen Mann festgenommen. Das teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin auf Anfrage der Nachrichtenagentur DPA mit.

Den Angaben zufolge handelt es sich bei dem Verdächtigen um den 29-jährigen Ex-Partner der getöteten 26-jährigen Bianca S. Er sei der Polizei bereits in einem anderen Fall als Verdächtiger bekannt gewesen, nicht jedoch wegen eines Gewaltdeliktes, berichtete der Rundfunk Berlin-Brandenburg. Das Verfahren gegen ihn sei jedoch eingestellt worden. Opfer und Verdächtiger lebten beide in Oranienburg.

Bianca S. aus Oranienburg verschwand am 15. Juli

Der 29-Jährige soll im Tagesverlauf vor den Haftrichter kommen. Ob und inwiefern er sich bereits zu den Vorwürfen geäußert hat, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit. Ein Geständnis liege jedoch bislang nicht vor. Eine stern-Anfrage zu weiteren Hintergründen von Tat und Festnahme blieb zunächst unbeantwortet.

Bianca S. wurde am 15. Juli zum letzten Mal lebend am Bahnhof in Oranienburg gesehen. Seither fehlte von der Mutter eines fünfjährigen Sohnes jede Spur. Alle Suchmaßnahmen, auch mit Spürhunden, blieben ohne Erfolg. Vier Tage später stießen Besucher einer Bunkeranlage in der Nähe der 45.000-Einwohner-Stadt im Norden von Berlin auf die Leiche von Bianca S. und alarmierten die Polizei, die daraufhin eine Mordkommission einrichtete (der stern berichtete). Das Fahrrad des Opfers fanden Beamte nur 50 bis 100 Meter von der Anlage entfernt.

"Die äußeren Anzeichen weisen stark auf ein Tötungsdelikt hin", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft schon einen Tag nach dem Leichenfund. Die Obduktion bestätigte den Verdacht später. Die 26-Jährige sei eines gewaltsamen Todes gestorben, hieß es danach von den Ermittlungsbehörden. Hinweise auf ein Sexualdelikt haben sich demnach nicht ergeben. Nach bisherigem Ermittlungsstand ist die Frau bereits kurz nach ihrem Verschwinden in der Nähe des oder in dem Bunkers getötet worden.

Bei der Anlage handelt es sich um den "Funkbunker Karo Ass" der Wehrmacht aus den 1940er Jahren. Er befindet sich abgelegen in einem Waldgebiet im Ortsteil Oranienburg-Friedrichsthal.

Wer Beobachtungen gemacht hat, die bei der Aufklärung des Verbrechens hilfreich sein könnten, wird gebeten, sich an die Polizeiinspektion Oberhavel unter der Telefonnummer (03301) 8510 oder an jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

Quellen: Polizei Brandenburg (1), Polizei Brandenburg (2)Rundfunk Berlin-Brandenburg, Nachrichtenagentur DPA

wue

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