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Studentin täuscht Familie und Freunde: Auf Facebook im Asien-Urlaub

Der Schein trügt – vor allem im Internet. Die Holländerin Zilla van den Born wollte mit einem Uni-Projekt genau das deutlich machen und täuschte Freunden und Familie auf Facebook einen Urlaub vor.

Von Stephanie Beisch

Ob mit einem Mönch im Tempel oder beim Schnorcheln im Meer: Die Holländerin Zilla van de Born hat ihren Asienurlaub erfunden

Ob mit einem Mönch im Tempel oder beim Schnorcheln im Meer: Die Holländerin Zilla van de Born hat ihren Asienurlaub erfunden

Ob Bilder von exotischem Essen oder Videos vom Schnorcheln: Die Facebook-Seite der Holländerin Zilla van den Born ist voll mit Botschaften aus ihrem Asien-Urlaub. Über soziale Netzwerke und über Skype hält sie Familie und Freunde auf dem Laufenden, meldet sich von der anderen Seite der Welt. Zumindest dachten das die Daheimgebliebenen. Denn in Wirklichkeit saß die 25-Jährige weder zusammen mit einem Mönch im buddhistischen Tempel, noch war sie im türkisblauen Meer schnorcheln. Sie saß daheim, in ihrer Wohnung in Amsterdam.

Verzerrt und manipuliert

Für ein Uni-Projekt wollte die Studentin beweisen, dass Facebook-Nachrichten oder Tweets keinen Rückschluss auf die Wirklichkeit erlauben, dass die virtuelle Welt mehr einer fiktiven gleicht als einer realen. "Ich wollte zeigen, dass wir die Informationen, die wir in sozialen Netzwerken teilen, permanent filtern und manipulieren. So entsteht online eine ideale Welt, mit der die Realität nicht mithalten kann. Es ist leicht, die Realität zu verzerren", so Zilla in der holländischen Sendung RTL Late Night. "Wir alle wissen, dass Models und Stars auf Fotos retuschiert werden. Aber wir übersehen oft auch, dass wir fast täglich die Realität unseres eigenen Lebens manipulieren."

Wie leicht es ist, online zu manipulieren und damit sogar Personen im engsten Umfeld zu täuschen, hat sie in ihrem fünfwöchigen Projekt selbst bewiesen. Aus ihrer Wohnung heraus, die sie, da ihr Freund eingeweiht war, in den 42 Tagen so gut wie nicht verlassen musste, hat sie täglich Bilder und Nachrichten aus ihrem Fake-Urlaub gepostet.

Ein Schnorcheltrip auf Photoshop

Sie photoshopte sich in tropisch anmutende Fotos, an traumhafte Strände, in Tuk-Tuks und fakte sogar einen Schnorcheltrip. Damit auch bei Skype-Gesprächen nicht aufflog, dass sie sich eigentlich in Holland befand, hat sie ihre Wohnung immer wieder neu dekoriert und mit Solariumgängen für die nötige Urlaubsbräune gesorgt. Um die Geschichte nicht zu gefährden, hat sie sich immer erst in der Nacht gemeldet, damit die nicht vorhandene Zeitverschiebung nicht auffällt.

Einzig bei der Post hat Zilla geschlampt. Postkarten und kleine Souvenirs aus dem Asia-Shop um die Ecke, schickte sie aus Holland ab. "Sie haben nicht einmal bemerkt, dass der Poststempel aus Holland war. Die Illusion war einfach perfekt", sagte die Holländerin dem Online-Portal odditycentral.com.

Nach Ende der fünf Wochen hat Zilla ihre Familie und Freunde über den Fake-Urlaub aufgeklärt und dabei ihre Reaktionen gefilmt. Diese reichten von entglittene Gesichtszügen über eine wütend schimpfende Oma bis hin zu lachendem Zuspruch.

Themen in diesem Artikel
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