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Notlandung Sturzflug in die Tiefe


Schock für die Passagiere eines Qantas-Fluges: Nach einem lauten Knall sank ihre Boeing 747 um 4000 Meter in die Tiefe. Den Piloten gelang eine Notlandung in Manila. Dort zeigte sich das ganze Ausmaß des Knalls: Im Rumpf war ein großes Loch, aus dem sogar Koffer herausgefallen waren.

346 Passagiere und 19 Crew-Mitglieder eines Qantas-Flugs nach Melbourne haben eine ungewöhnliche Fahrt hinter sich: Ihre Boeing 747 sank innerhalb weniger Sekunden von knapp 12.000 Metern auf rund 8000 Meter ab, nachdem Passagieren zufolge ein lauter Knall ein Loch in der Größe eines Kleintransporters in den Rumpf gerissen hatte.

"Es war eine erstaunliche Erfahrung, aber keine gute", sagte ein Fluggast nach der sicheren Notlandung auf dem Flughafen der philippinischen Hauptstadt Manila. "Ich muss dem Piloten für die sichere Landung ein Kompliment aussprechen." Auch ein Schafzüchter aus Tasmanien nahm den Zwischenfall eher gelassen. "Das war keine große Sache."

Die Boeing 747 war auf dem Weg von Hongkong nach Melbourne in Australien gewesen. Nach der Notlandung konnten alle 350 Passagiere und die 19-köpfige Crew den Jumbojet unverletzt verlassen.

Die Australierin June Kane aus Melbourne sagte, sie habe einen lauten Knall von der Unterseite des Flugzeuges gehört, dann seien Bruchstücke durch die Kabine geflogen. "An der Seite des Flugzeuges direkt vor dem Flügel ist ein klaffendes Loch im Rumpf", sagte Kane dem australischen Sender ABC. "Das Loch ist etwa zwei mal vier Meter groß. Und an den Rändern hängen Gepäckstücke. Wahrscheinlich sind auch einige Koffer verloren gegangen."

Leute blieben ruhig

Auch eine weitere Passagierin berichtete im australischen Rundfunk, sie habe einen lauten Knall gehört. Die Maschine sei abgesackt, und die Sauerstoffmasken seien aus der Halterung gefallen. "Es war furchtbar, aber ich muss sagen, die Leute sind sehr ruhig geblieben."

Ein Flughafensprecher sagte, es sei ein Loch mit einem Durchmesser von 2,5 bis 3 Metern entstanden, das derzeit von Experten untersucht werde. Im Anschluss an die Explosion habe der Boden der Maschine nachgegeben, und ein Teil des darunter gelagerten Frachtguts sei zu sehen gewesen. Auch ein Teil der Decke sei eingestürzt.

Druckprobleme nach dem Start

Vielen Passagieren sei schwindelig geworden, mehrere hätten sich übergeben, berichtete der Flughafenterminalmanager in Manila. Ärzte waren am Flughafen, um die Insassen zu untersuchen. Sie sollten anschließend in ein Hotel gebracht werden und auf den Weiterflug warten.

Die Fluggesellschaft bestätigte den Zwischenfall. Über die Hintergründe machte sie zunächst keine Angaben. Die Maschine werde noch untersucht. Instrumente im Cockpit hatten dem Piloten kurz nach dem Start in Hongkong Druckprobleme signalisiert. Er ordnete sofort die Vorbereitung einer Notlandung an.

DPA/Reuters/AP AP DPA Reuters

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