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Türkei: Hoffnung auf weitere Überlebende des Erbebens erloschen

Aus den Trümmern des während eines Erdbebens in der Türkei eingestürzten Schülerwohnheimes werden nur noch Leichen geborgen. Die für den Bau des Gebäudes verantwortliche Unternehmer ist unterdessen untergetaucht.

Zwei Tage nach dem schweren Erdbeben in der Südosttürkei mit mehr als 150 Toten ist die Hoffnung auf weitere Überlebende so gut wie erloschen. Aus den Trümmern eines eingestürzten Schülerwohnheimes nahe der Provinzstadt Bingöl bargen die Rettungsmannschaften am Samstag nur noch Leichen.

Von den rund 200 Schülern, die während des Bebens in der Nacht zum 1. Mai in dem Gebäude geschlafen hatten, wurden am Samstagnachmittag noch 15 unter den Trümmern vermutet. Insgesamt 115 Kinder konnten seit Beginn der Rettungsaktionen lebend gerettet werden, 68 wurden tot geborgen, berichtete der Nachrichtensender NTV aus Bingöl.

Erste Beerdigungen

Unter Wehklagen der Eltern und Angehörigen wurden die ersten Kinder, denen der Einsturz des Schulheimes zum tödlichen Verhängnis geworden war, in ihren Heimatdörfern begraben. "Hätten wir in unserem Dorf eine Schule gehabt, wäre unseren Kindern dieses Unglück nicht passiert", sagte einer der Dorfbewohner, die sich um die frisch aufgeworfenen Gräber versammelt hatten.

Pfusch am Bau

Für den schnellen Zusammensturz des mehrstöckigen Schulgebäudes wird auch Pfusch am Bau verantwortlich gemacht. Die Behörden haben Voruntersuchungen eingeleitet. Der Bauunternehmer, der den Auftrag für das vor knapp vier Jahren fertig gestellte Schulgebäude erhalten hatte, ist nach türkischen Medienberichten untergetaucht.

Wohncontainer sollen aufgestellt werden

Die Nacht zum Samstag im Erdbebengebiet verlief ruhig. In der Stadt Bingöl seien mittlerweile 5500 Zelte eingetroffen, an 7 Stellen werde warmes Essen ausgegeben, berichtete NTV. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu sollen demnächst 200 Wohncontainer aufgestellt werden. Durch das Beben waren mehr als 1000 Häuser beschädigt worden.

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