Im Fall des jungen Autofahrers, der in Saarbrücken durch Polizeischüsse ums Leben kam, wird wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung gegen zwei Beamte ermittelt. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach aktuellem Ermittlungsstand sei davon auszugehen, dass die beiden in der Nacht zum Ostersonntag insgesamt acht Schüsse auf den Wagen des 22-Jährigen abgegeben hätten.
„Durch die Schüsse wurden der 22-jährige Fahrer des Renault sowie ein 19-jähriger weiterer Fahrzeuginsasse getroffen“, hieß es. Der Fahrer starb, der Teenager wurde laut den Angaben an der Schulter getroffen und musste operiert werden. Er habe das Krankenhaus wieder verlassen.
Fahrer entzog sich in Saarbrücken Verkehrskontrolle
Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, hatte es zuvor eine Verfolgungsfahrt gegeben, nachdem sich der 22 Jahre alte Fahrer – der nach aktuellen Erkenntnissen keine Fahrerlaubnis besaß – einer Verkehrskontrolle entzogen hatte. Bei einem Wendeversuch des Autos in einer Sackgasse war zudem eine Polizistin verletzt worden. Auch sie musste vorübergehend in ein Krankenhaus.
Der Anwalt der Familie sieht eine Unverhältnismäßigkeit bei der Polizei. „Das ist übermäßig und gesetzeswidrig“, sagte Roman von Alvensleben auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass erst nach Abschluss der Ermittlungen beurteilt werden könne, ob sich ein hinreichender Verdacht einer strafbaren Handlung ergebe, der Grundlage für eine Anklageerhebung sein könne.