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Versuchter Amoklauf bei Bonn: 17-Jährige kommt in geschlossene Psychiatrie

Knapp ein Jahr nach dem vereitelten Amoklauf an einem Gymnasium in St. Augustin ist die 17-jährige Täterin aus der Justizvollzugsanstalt Köln in eine geschlossene psychiatrische Klinik verlegt worden. Das Oberlandesgericht Köln begründete seine Entscheidung am Mittwoch mit einer neuen Stellungnahme des jugendpsychiatrischen Gutachters.

Eine 17-jährige Schülerin, die im Mai vergangenen Jahres einen Amoklauf an einem Gymnasium in Sankt Augustin bei Bonn geplant hatte, kommt in eine psychiatrische Klinik. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln ordnete in einem am Mittwoch veröffentlichtem Beschluss ihre einstweilige Unterbringung in einer Klinik an. Das Landgericht Bonn hatte die Jugendliche im November unter anderem wegen versuchten Mordes zu einer Jugendstrafe von fünf Jahren verurteilt, aber die Unterbringung in der Psychiatrie abgelehnt. Das OLG hob nun im Rahmen des Revisionsverfahrens den Haftbefehl gegen die Schülerin auf.

Die heute 17-Jährige war am 11. Mai 2009 mit selbstgebastelten Brandsätzen, einem Schwert und einer Schreckschusspistole in die Schule in Sankt Augustin gekommen. Nach Überzeugung des Gerichts plante sie, einen Lehrer mit dem Schwert niederzustechen und ihm die Schlüssel für die Klassenräume abzunehmen. Anschließend wollte sie demnach die Klassenzimmer mit Molotowcocktails in Brand setzen und die Türen von außen verschließen.

Auf der Schultoilette wurde sie von einer Mitschülerin überrascht, als sie sich maskieren wollte. Die Angeklagte griff diese mit dem Schwert an und fügte ihr schwere Verletzungen an Armen und Händen zu. Nachdem ein Lehrer hinzugekommen war, konnte die Mitschülerin fliehen. Der Lehrer wiederum sorgte für eine Warndurchsage per Lautsprecher an die Schüler. Daraufhin gab die Schülerin ihren Tatplan auf und flüchtete nach einem misslungenen Selbstmordversuch vom Schulgelände. Am späten Abend des Tattages stellte sie sich jedoch der Bundespolizei im Kölner Hauptbahnhof.

Gegen das Urteil des Landgerichts Bonn legten sowohl die angeklagte Schülerin als auch die verletzte Mitschülerin als Nebenklägerin Revision ein. Das OLG Köln erkannte laut seinem nun erlassenen Beschluss eine "gewisse Erfolgsaussicht der Revisionen". Nach einer ergänzenden Stellungnahme eines psychiatrischen Sachverständigen könne angenommen werden, dass ihre Schuldfähigkeit bei der Tat erheblich vermindert gewesen sei, erklärte das Gericht. Es bestehe zudem die Gefahr weiterer erheblicher Straftaten, wenn die Persönlichkeitsstörung der 17-Jährigen unbehandelt bleibe.

AFP/APN
Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
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