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Video Bangladesch nennt Klimaabkommen "Todesurteil für ärmere Länder"

Eine Einigung über die Abschlusserklärung der UN-Klimakonferenz wurde am Samstagabend in Glasgow erreicht. Doch einige Verhandler der insgesamt fast 200 anwesenden Länder verließen die Konferenz enttäuscht und verärgert. "Meiner Meinung nach ist diese Einigung das absolute Versagen", sagte etwa Saleemul Huq, Abgesandter aus Bangladesch. "Das ist ein Todesurteil für die Ärmsten auf diesem Planeten. Die größten Verschmutzer sagen - zur Hölle mit euch, ihr seid uns egal, von uns bekommt ihr keinen Pfennig. Not disappointed, I'm angry, as you can see. Disappointed is too low a word." Die Einrichtung eines speziellen neuen Fonds für Schäden durch den Klimawandel, war im Laufe der Verhandlungen gescheitert. Ein weiterer Auslöser für die Enttäuschung einiger Länder war die Änderung des Wortlauts im Bezug auf den weltweiten Kohleausstieg. Noch kurz vor Ende der Verhandlungen hatten China und Indien darauf gedrängt. "Im Namen der Marshallinseln möchte ich zu Protokoll geben, dass wir zutiefst enttäuscht sind über die Änderung der Formulierung zum Kohleausstieg von "phase out", Ausstieg, zu "phase down", Drosselung. Das Engagement zum Kohleausstieg war ein Lichtblick in diesem Paket, und es schmerzt zutiefst, diesen Lichtblick schwinden zu sehen. Wir akzeptieren diese Veränderung nur, weil es kritische Elemente dieses Pakets gibt, die die Menschen in meinem Land als Rettungsanker für die Zukunft brauchen, thank you." So Tina Stege, Abgesandte der Marshall Islands. Alok Sharma, dem britischen Präsidenten der 26. UN-Klimakonferenz, war die tiefe Erschütterung über die kurzfristige Kehrtwende in dem Abschlusspapier dann auch sichtlich anzumerken. "Bitte erlauben Sie mir, allen Abgesandten zu sagen, dass ich mich für den Ablauf dieses Prozesses aufrichtig entschuldigen möchte. Es tut mir sehr leid, und ich verstehe die tiefe Enttäuschung darüber. Aber ich denke doch, Sie haben gesehen, wie wichtig es ist, dieses Abkommen nicht scheitern zu lassen." Gelobt wurde das Abkommen hingegen von Großbritanniens Premierminister Boris Johnson, der unter anderem die Tatsache betonte, dass das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken, beibehalten wurde. Bundesumweltministerin Svenja Schulze lobte, dass das Abkommen eine engere Überprüfung der Klimaschutzaktionen einzelner Länder vorsieht: "Wir werden aus der Kohle aussteigen, weltweit. Der Weg ist jetzt beschrieben und das ist ein ganz, ganz wichtiges Signal."
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Wegen "unzureichender finanzieller Zusagen" und einer Abschwächung im Wortlaut zum Kohleausstieg, verlassen einige Nationen des globalen Südens die UN-Klimakonferenz enttäuscht und verärgert.

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