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Video Weil kämpft um dritte Amtszeit in Niedersachsen

STORY: Seit 2013 steht Stephan Weil an der Spitze der Landesregierung in Niedersachsen. Zur Wahl am 9. Oktober tritt der SPD-Spitzenkandidat für eine dritte Amtszeit an. Bis vor wenigen Monaten konnte der 63-Jährige mit einer fast sicheren Wiederwahl rechnen. In Umfragen führten seine Sozialdemokraten deutlich vor CDU und Grünen. Dazu kamen gute persönliche Umfragewerte. Doch die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine haben auch in Niedersachsen Spuren hinterlassen. Der Bundestrend sah die Kanzler-Partei SPD zuletzt teilweise bei unter 20 Prozent. Bei einem Termin Mitte September sprach Weil von einem ganz besonderen Wahlkampf. "Ich habe noch nie so viele Fragezeichen in den Gesichtern von Wählerinnen und Wählern gesehen. Und vor allen Dingen alles das, was rings um die Energiepreise passiert, das macht schon sehr, sehr vielen Sorgen. Und insofern geht es tatsächlich in diesem Wahlkampf gar nicht mal so in erster Linie um Landesthemen. Ich glaube, da sind die allermeisten Menschen - mit Abstrichen natürlich, was die eine oder andere Frage angeht - alles in allem zufrieden. Sondern es geht darum, wie kommen wir eigentlich durch die nächste schwere Zeit und wem kann man vertrauen? Das ist sozusagen jetzt eine Vertrauensabstimmung. Und, ja, wir wissen noch nicht, wie das ausgeht, denn so eine Wahl hatten wir noch nicht." Das Thema steigende Preise bekommt Weil an diesem Tag auch bei seiner Stippvisite im NaDu-Kinderhaus in Hannover-Sahlkamp aufs Brot geschmiert. So berichtet ihm ein Mädchen von den Belastungen für die eigene Familie, wenn für das gleiche Geld wesentlich weniger im Einkaufswagen liegt als früher. Weil, der früher Oberbürgermeister von Hannover war, spricht von einem "Stadtteil mit vielen sozialen Problemen", in dem Armut leider kein Fremdwort sei. "Da geht es nämlich wirklich darum, kann man das Essen bezahlen. Darum ist es auch wirklich notwendig, dass wir zum Beispiel bei vielen Sozialleistungen nachsteuern und dafür sorgen, dass die Regelsätze auch wirklich ausreichen, um ein einigermaßen anständiges Leben zu führen." Als letzte Landtagswahl in diesem Jahr gilt die Abstimmung in Niedersachsen als besonders wichtiger Indikator für die gesamte Bundesrepublik. Trotz aller Unwägbarkeiten können sich die Sozialdemokraten laut Umfragen aber Hoffnungen machen, erneut stärkste Kraft zu werden.
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Der SPD-Ministerpräsident spricht von einer Vertrauensabstimmung bei der Landtagswahl am Sonntag und sagt: "Ich habe noch nie so viele Fragezeichen in den Gesichtern von Wählerinnen und Wählern gesehen."

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