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Die Morgenlage Internationale Kritik an Festnahme Nawalnys – USA fordern "sofortige und bedingungslose Freilassung"

Sehen Sie im Video: Kreml-Kritiker Nawalny wird kurz nach Landung in Moskau festgenommen.




Der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist kurz nach seiner Landung in Moskau am Flughafen festgenommen worden. Gleich bei der Passkontrolle am Flughafen Scheremetjewo wurde der 44-Jährige von Polizisten abgeführt. Nawalny war am Sonntagnachmittag vom Berliner Flughafen BER mit der russischen Fluggesellschaft Pobeda gestartet, um in sein Heimatland zurückzukehren. Die russische Gefängnisaufsicht teilte mit, dass Nawalny bis zu einer Gerichtsanhörung im Verlauf des Januars in Gewahrsam bleiben müsse. Das Flugzeug mit Nawalny an Bord war kurz vor der Landung umgeleitet worden. Ursprünglich sollte die Maschine auf einem anderen Flughafen südwestlich von Moskau landen, wo sich zahlreiche Anhänger versammelt hatten, um ihn zu begrüßen. Dort kam es zu etlichen Festnahmen durch Sicherheitskräfte. Im Flugzeug hatte sich Nawalny noch optimistisch gezeigt. "Das ist der schönste Moment seit fünf Monaten", sagte er vor zahlreichen Journalisten, die ihn auf dem Flug begleiteten. "Ich fühle mich großartig. Endlich kehre ich nach Hause zurück." Er rechne nicht mit einer Verhaftung, er sei unschuldig. Der 44-Jährige war seit August in Deutschland, wo er sich von einer in Russland erlittenen Vergiftung erholte. Nawalny ist einer der führenden Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Russische Behörden hatten bereits im Vorfeld eine Verhaftung Nawalnys mit der Begründung auf anhängige Strafverfahren gegen ihn angekündigt. Nawalny drohen dreieinhalb Jahre Haft. Der Fall Nawalny hatte zu diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und Russland geführt. Die Bundesregierung und andere westliche Staaten sprechen von einem Mordversuch, bei dem Nawalny mit dem Nerven-Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden sei. Die Regierung in Moskau weist jede Verwicklung in den Vorfall zurück.
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7141 Corona-Neuinfektionen und 214 neue Tote gemeldet +++ Schnee und Glätte führen zu Unfällen im Süden Deutschlands +++ Regierungskrise in Italien: Premier Conte spricht in der Abgeordnetenkammer – mit Vertrauensabstimmung +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

vom Flugzeug direkt ins Gefängnis: Das Vorgehen russischer Sicherheitskräfte gegen den Kremlkritiker Alexej Nawalny hat international heftige Kritik hervorgerufen. Russland verbat sich dagegen jede Einmischung der Staatengemeinschaft in den Fall.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Festnahme von Nawalny stößt auf internationale Kritik

Nach der Festnahme des nach Moskau zurückgekehrten Kremlgegners Alexej Nawalny wächst der Druck auf Russland. Politiker der EU, USA und Deutschlands forderten die russischen Behörden zur sofortigen Freilassung Nawalnys auf. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) bezeichnete die Festnahme als "rechtswidrig".  "Die Vereinigten Staaten verurteilen aufs Schärfste die Entscheidung Russlands, Alexej Nawalny zu inhaftieren", teilte US-Außenminister Mike Pompeo mit. Er forderte Nawalnys "sofortige und bedingungslose Freilassung". Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International stufte den prominenten Gegner von Präsident Wladimir Putin als einen politischen Gefangenen Russlands ein. Nawalny war am Abend direkt nach seiner Landung in Moskau festgenommen worden. Der russische Strafvollzug begründete das mit Verstößen gegen Bewährungsauflagen in einem früheren Strafverfahren.

7141 Corona-Neuinfektionen und 214 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 7141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 214 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Morgen bei 134,4. "Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren", schrieb das RKI in seinem Lagebericht. In Bayern tritt indes die FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel in Kraft.

Schnee und Glatteis führen zu Unfällen im Süden Deutschlands

Neuschnee, rutschige Fahrbahnen und umgestürzte Bäume haben vor allem im Süden Deutschlands am Sonntag und in der Nacht zu Montag zu mehreren Unfällen geführt. Auch wenn die Polizei insgesamt von einer deutlich ruhigeren Verkehrslage im Vergleich zu den Vortagen sprach, gab es dennoch Verletzte und mindestens einen Toten. Ein Autofahrer starb in Baden-Württemberg, nachdem er mit seinem Wagen über einen Schneehügel geschanzt war.

Reality-Darsteller Frank Fussbroich fliegt aus "Dschungelshow"

Schon nach drei Tagen "Dschungelshow" sind die Chancen auf den Sieg für Reality-Darsteller Frank Fussbroich verpufft. Die RTL-Zuschauer gaben ihm in einer Livesendung die wenigsten Stimmen. Reality-TV-Kandidat Mike Heiter und Model Zoe Saip dagegen werden in einigen Tagen ins Halbfinale einziehen. "Is' nicht schlimm", sagte Fussbroich nach der Verkündung.

FC Bayern ist "Herbstmeister"

Der FC Bayern München hat sich durch einen 2:1-Sieg gegen den SC Freiburg die Hinrundenmeisterschaft in der Fußball-Bundesliga gesichert. Das zweite Sonntagsspiel gewann Eintracht Frankfurt mit 3:1 gegen den FC Schalke 04.

Das wird heute wichtig:

Regierungskrise in Italien: Premier Conte spricht in der Abgeordnetenkammer – mit Vertrauensabstimmung

Die Abgeordnetenkammer ist die größere von zwei Parlamentskammern. Conte könnte hier trotz aller Unsicherheiten eine Mehrheit erreichen. Morgen soll der Senat sich mit dem Thema befassen. Dort ist Conte Position schwächer. Contes Regierung war am 13. Januar geplatzt, weil die Partei Italia Viva ihre Beteiligung zurückzog.

Vermittlung im Erdgas-Konflikt: Außenminister Heiko Maas reist in die Türkei

Bei dem Kurzbesuch geht es um den Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer. Die beiden Länder wollen am 25. Januar ihre Gespräche über eine Lösung wiederaufnehmen. Deutschland versucht seit Monaten, zwischen beiden Ländern zu vermitteln. In Ankara wird Maas sich mit Außenminister Mevlüt Çavusoglu treffen.

Digitale Berliner Fashion Week startet

Die Modewoche findet diesmal im Internet statt – so werden etwa die Schauen wegen der Pandemie online gezeigt. Der große Laufsteg wird abends von dem Designer Tom Van Der Borght eröffnet.

Chinas Statistikamt gibt Wirtschaftswachstum für 2020 bekannt

Seit China das Coronavirus weitgehend unter Kontrolle hat, erholt sich die zweitgrößte Volkswirtschaft wieder. Trotz des Einbruchs zum Jahresbeginn rechnen Experten mit knapp zwei Prozent Wachstum im ausgelaufenen Jahr.

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Ihre stern-Redaktion

wue DPA AFP

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