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Die Morgenlage Vor Bund-Länder-Gipfel: Wissenschaftliche Berater plädieren für härteren Lockdown

Sehen Sie im Video: Maskenpflicht und Ausgangssperre - Welche Corona-Regeln kommen?




Berlin 18.01.2021: Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen und der Virusmutationen kommen schon am Dienstag Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs zu neuen Beratungen zusammen. Dabei könnte der bereits bestehende Lockdown verlängert und noch mal verschärft werden. Im Gespräch sind unter anderem eine nächtliche Ausgangssperren und eine FFP2-Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften. Laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier gehören aber auch eine Homeoffice-Pflicht und deutlichere Kontaktbeschränkungen zu den Möglichkeiten. Vorbild könnte Bayern sein: Im Freistaat müssen die Menschen seit den Morgenstunden im Nahverkehr und in Geschäften sogenannte FFP2-Schutzmasken tragen. Auch eine nächtliche Ausgangssperre gilt in Bayern bereits.
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FBI: Kapitol-Stürmerin wollte Pelosi-Laptop an Russland verkaufen +++ Studie: Menschen fast vollständig für Erderwärmung verantwortlich +++ Bund und Länder beraten erneut über weitere Corona-Beschränkungen +++ Die Nachrichtenlage am Montagmorgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

wieder fast 1000 Corona-Tote meldet das Robert-Koch-Institut an diesem Dienstagmorgen. Insgesamt 989 Menschen sind laut der Behörde binnen 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das zeigt: Auch wenn die Zahl der Neuinfektionen mit 11.369 um knapp 1500 niedriger liegt als vor einer Woche, kann von einer Entspannung nicht die Rede sein. Und so wird auch dieser Tag – wieder einmal – voraussichtlich ganz im Zeichen der Coronakrise stehen. Bund und Länder kommen zum nächsten Gipfel zusammen und wollen über die weiteren Maßnahmen bereiten.

Die Schlagzeilen zum Start in den Tag:

Wissenschaftliche Berater plädieren offenbar für härteren Lockdown

Vor dem Corona-Gipfel am Abend haben wissenschaftliche Berater von Bund und Ländern laut Berichten für härtere Lockdown-Maßnahmen plädiert. Die Expertenrunde, die die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie berät, habe davor gewarnt, den derzeit leicht positiven Trend bei den Neuinfektionen zu überschätzen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland unter Berufung auf Teilnehmerkreise nach einer Videoschalte am Abend. Die Wissenschaftler warnten demnach eindrücklich vor der drohenden Gefahr durch die Mutation des Coronavirus. Diese lasse sich nur durch eine weitere Reduzierung der Kontakte und eine Einschränkung der Mobilität eindämmen. Als einer der wesentlichen Schritte sei die Ausweitung des Homeoffice genannt worden.

Trump verfügt Ende von Einreisestopp aus Europa

Der scheidende US-Präsident Donald Trump hat ein Ende des Einreisestopps für Ausländer aus weiten Teilen Europas in die USA angeordnet. Die Reisebeschränkung werde zum 26. Januar aufgehoben, teilte Trump am Abend mit. Von diesem Datum an ist bei allen internationalen Flügen in die USA vor der Abreise der Nachweis eines negativen Coronatests vorgeschrieben. Der künftige US-Präsident Joe Biden kündigte dagegen an, die Corona-Einreisesperren für Europäer entgegen der Anordnung von Trump nicht aufheben zu wollen.

Merz ruft CDU-Delegierte zur Wahl von Laschet auf

Der bei der Wahl zum CDU-Vorsitz unterlegene Friedrich Merz hat die Delegierten des Online-Parteitags und die CDU-Mitglieder zur Unterstützung des neuen Parteichefs Armin Laschet aufgerufen. "Ich bitte alle Delegierten, an der schriftlichen Schlussabstimmung teilzunehmen und unseren neuen Vorsitzenden Armin Laschet mit einem starken Votum auszustatten. Und dann gehen wir gemeinsam an die Arbeit", heißt es in einer der Nachrichtenagentur DPA in Berlin vorliegenden Mail von Merz an die CDU-Mitglieder. 

Studie: Menschen fast vollständig für Erderwärmung verantwortlich     

Fast die gesamte Erderwärmung seit Beginn des Industriezeitalters geht laut einer Studie auf das Konto des Menschen. Vergleichende Berechnungen hätten ergeben, dass der Ausstoß von Treibhausgasen infolge menschlichen Handelns die Temperaturen seit Mitte des 19. Jahrhunderts um 0,9 bis 1,3 Grad Celsius ansteigen ließ, schrieb ein internationales Forscherteam in einem in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change" veröffentlichten Artikel. Dies entspricht etwa der gesamten gemessenen Erderwärmung.

US-Regierung will erste Sanktionen wegen Nord Stream 2 verhängen

Die US-Regierung will erstmals Sanktionen wegen der deutsch-russischen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 verhängen. Die Strafmaßnahmen sollten an diesem Dienstag verkündet werden und das am Bau der Pipeline beteiligte russische Verlegeschiff "Fortuna" betreffen, sagte eine Sprecherin der Bundeswirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur DPA. Darüber habe die US-Botschaft in Berlin die Bundesregierung informiert. "Wir nehmen das mit Bedauern zur Kenntnis." Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.

FBI: Kapitol-Stürmerin wollte Pelosi-Laptop an Russland verkaufen

Nach der Erstürmung des US-Kapitols soll eine junge Teilnehmerin den Laptop der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, erfolglos dem russischen Geheimdienst angeboten haben. Das geht aus einer Strafanzeige der Bundespolizei FBI von Sonntagabend hervor. Darin beantragt die Behörde die Festnahme der 22-Jährigen wegen "gewaltsamen Eindringens und ordnungswidrigen Verhaltens" im Kapitol. Die Beschuldigte stammt nach FBI-Angaben aus Pennsylvania. Ihr Aufenthaltsort sei derzeit unbekannt. Mehrere Bilder vom 6. Januar würden die Frau in der Nähe von Pelosis Büro zeigen.

Das wird heute wichtig:

Bund und Länder beraten erneut über weitere Corona-Beschränkungen

Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder beraten ab 14 Uhr erneut über das weitere Vorgehen in der Coronakrise. Wie vor der Schaltkonferenz deutlich wurde, dürfte der vorerst bis Ende Januar vorgesehene Lockdown mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen voraussichtlich bis in den Februar hinein verlängert werden.

Anhörungen von Bidens Kandidaten für wichtige Ministerposten im Senat

Mehrere Kandidaten des künftigen US-Präsidenten Joe Biden für wichtige Posten in seinem Kabinett werden in Ausschüssen des US-Senats angehört. Die Anhörungen für die designierte Finanzministerin Janet Yellen und den designierten Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas sind um 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) geplant. Am Abend (20 Uhr MEZ) wird Bidens Kandidat für das Amt des Außenministers, Antony Blinken, im Auswärtigen Ausschuss der Parlamentskammer erwartet, um 21 Uhr MEZ der designierte Verteidigungsminister Lloyd Austin im zuständigen Ausschuss.

Anwälte fordern für Meghans Klage gegen Zeitung Schnellverfahren 

Im Rechtsstreit mit dem Verlag der britischen Zeitung "Mail on Sunday", Associated Newspapers, wollen die Anwälte von Herzogin Meghan ein Schnellverfahren erwirken. Bei einer virtuellen Anhörung möchten die Anwälte der Ehefrau von Prinz Harry um 10.30 Uhr vor dem High Court in London darlegen, weshalb ein Schnellverfahren – ein sogenanntes "Summary Judgement" – ihrer Ansicht nach ausreichend ist, um den Fall zu entscheiden.

Mordfall Leonie: Revisionsverfahren gegen Stiefvater beginnt 

Am Landgericht Neubrandenburg beginnt um 10 Uhr der Revisionsprozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Vorpommern. Dabei soll die Motivlage des Stiefvaters genauer überprüft werden. Das hatte der Bundesgerichtshof angeordnet. Der 29-Jährige war wegen Mordes durch Unterlassen, Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung Schutzbefohlener vor einem Jahr zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte Leonie und ihren jüngeren Bruder schwer misshandelt.

BVB und Bayer im Verfolger-Duell

Für Vize-Meister Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen geht es in der Fußball-Bundesliga im direkten Duell um den Anschluss an die Tabellenspitze. Sowohl der Tabellenvierte aus Dortmund als auch der Tabellendritte Leverkusen brauchen in der Partie des 17. Spieltags um 20.30 Uhr im Kampf um die Champions-League-Ränge einen Sieg.

Deutsche Handballer wollen gegen Ungarn WM-Gruppensieg holen

Deutschlands Handballer wollen bei der WM mit einem Erfolg im abschließenden Vorrundenspiel gegen Ungarn den Gruppensieg klarmachen und sich eine gute Ausgangsposition für die Hauptrunde schaffen. Nach dem lockeren 43:14-Auftaktsieg gegen Uruguay und der coronabedingten Absage des Spiels gegen Kap Verde steht die DHB-Auswahl im Duell mit dem EM-Neunten des Vorjahres am um 20.30 Uhr  in Gizeh vor ihrem ersten Härtetest.

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Ihre stern-Redaktion

tis / wue DPA AFP

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