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Rekord-Hurrikan: "Irma" wütet auf Trumps Karibik-Anwesen - und nimmt Kurs auf seine Villa in Florida

Hurrikan "Irma" hat in der Karibik schwerste Zerstörungen angerichtet. Besonders hart traf es die Insel Saint Martin, wo Donald Trump eine Luxusvilla besitzt. Nun zieht der Sturm weiter - und auch ein zweites Anwesen des Präsidenten liegt wohl auf der Route.

Wirbelsturm "Irma" hat auch für Donald Trump persönliche Konsequenzen

Wirbelsturm "Irma" hat auch für Donald Trump persönliche Konsequenzen

Es scheint fast, als wollte "Irma" Donald Trump persönlich für seine ignorante Klimapolitik bestrafen: Der Hurrikan hat bei seinem Zug durch die Karibik auch die Insel Saint Martin heimgesucht, wo der US-Präsident eine luxuriöse Villa besitzt, die er seit Monaten zu verkaufen versucht. Der Sturm richtete auf der Ferieninsel katastrophale Schäden an. "95 Prozent der Insel sind zerstört", schilderte der Präsident des Territorialrats von Saint-Martin, Daniel Gibbs, im Radiosender RCI die Hinterlassenschaft des Hurrikans der höchsten Kategorie fünf. "Es ist eine große Katastrophe."

Wie schwer Trumps Anwesen von dem gewaltigen Sturm getroffen wurde, ist noch unklar. Für zunächst 23,5 Millionen Euro hatte die Holding des Präsidenten das 20.000 Quadratmeter große Anwesen direkt am exklusiven Westküstentrand Plum Bay im Mai zum Kauf angeboten, wie die "Washington Post" berichtet. Im Preis enthalten: ein Haupthaus mit fünf und ein Gartenhaus mit vier Schlafzimmern. Außerdem: beheizbarer Swimmingpool, Jacuzzi, Fitnesscenter, Tennisplatz, Outdoor-Bar und Outdoor-Soundsystem, Billiardtisch, Medienzimmer und eine hochmodere Alarmanlage inklusive Überwachungskameras.

Donald Trump findet keine Käufer für Villa auf Saint Martin

Doch die Offerte war offenbar viel zu teuer. Denn bislang konnte Trump für sein Château des Palmiers, wie die Residenz in dem französischen Überseegebiet sich bescheiden nennt, keinen Interessenten finden. Auch ein Preisnachlass auf gut 14 Millionen Euro lockte keine Käufer nach Saint Martin. Und seit "Irma" letzte Nacht in dem Ferienparadies wütete, könnte selbst diese Summe deutlich zu hoch sein.

Besonders optimistisch, dass der Sturm sein Château verschont hat, kann Trump nicht sein. Auf Saint Martin seien vier Regierungsgebäude zerstört worden, teilte Frankreichs Innenminister Gérard Collomb mit. "Das waren die vier stabilsten Gebäude auf der Insel, das heißt, auch die weniger stabilen Bauwerke sind wahrscheinlich komplett oder teilweise zerstört."

Und "Irma" gibt noch längst keine Ruhe. Der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern bewegt sich weiter in Richtung Nordwesten. Dort liegt der US-Bundesstaat Florida - und damit ein weiteres Anwesen von Donald Trump, sein Privatclub Mar-a-Lago. Im Bezirk Miami-Dade, zu dem auch die Millionenstadt Miami gehört, ordneten die Behörden bereits Zwangsevakuierungen gefährdeter Zonen an. Der Hurrikan könne der schlimmste werden, dem Florida je ausgesetzt gewesen sei, warnte Gouverneur Rick Scott im Sender ABC.

Hinter Hurrikan "Irma" wartet schon "José"

Wetterexperten meinen, es sei noch zu früh, um vorherzusagen, ob "Irma" die Residenz des US-Präsidenten direkt treffen wird. Glaubt man der italienischen Tageszeitung "La Repubblica", sollte Trump am kommenden Wochenende ausnahmsweise lieber aufs Golfspielen in Florida verzichten: "Es gibt eine Nachricht für Trump, die ihn vom Ozean kommend erreicht. Sie heißt 'Irma'", schreibt das Blatt. "Sie reist mit Winden von bis zu 300 Stundenkilometern und verspricht, nur zwei Wochen nach den Zerstörungen durch Harvey in Texas, eine noch größere Katastrophe im zerbrechlichen Florida anzurichten. Sie sagt dem Präsidenten, dass die Erde, die Atmosphäre, die Ozeane zornig auf ihn sind."

Aber selbst wenn "Irmas" Wut schon abgeflaut sein sollte, wenn sie Florida erreicht, ist die Gefahr nicht vorbei. Hinter ihr zieht bereits Hurrikan "José" herauf. Der ist dem Namen nach Mexikaner - und hätte noch ganz andere Gründe, verdammt zornig auf Donald Trump zu sein.

Flugzeug fliegt mitten durch den Hurrikan "Irma"
mit DPA/AFP