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45 Tote bei Flugzeugabsturz in Russland: Tupolew verfehlt die Landebahn

Es herrschte starker Nebel beim Landeanflug auf Petrosawodsk. Das wurde dem Piloten wohl zum Verhängnis. Die Tupolew stürzte ab - auch ein Deutscher ist unter den Opfern.

Nach dem Absturz eines Passagierflugzeuges im Nordwesten Russlands hat sich die Zahl der Toten auf 45 erhöht. In der Nacht erlag ein neunjähriger Junge seinen Verletzungen. Die Chartermaschine vom Typ Tupolew Tu-134 sei rund 400 Kilometer nordöstlich von St. Petersburg nahe der Stadt Petrosawodsk am Boden zerschellt, teilte die russische Zivilschutzbehörde nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Bei ersten Untersuchungen stellten Vertreter der Luftfahrtbehörde fest, dass während der Landung der Maschine die Hochleistungsstrahler, die bei Nebel zusätzlich zur Landebahnbeleuchtung angeschaltet werden müssen, nicht funktioniert hatten. "Warum, das muss die Untersuchungskommission jetzt feststellen", wurde ein Behördensprecher von der Agentur Itar-Tass zitiert.

Maschine stürzte in ein Wohngebiet

Das Flugzeug stürzte bei schlechtem Wetter auf eine Straße bei einem Wohnviertel. "Die Trümmer liegen überall. Wie durch ein Wunder ist in der Nähe der Gebäude niemand verletzt worden", sagte ein Mitglied der Rettungskräfte.

Das Flugzeug mit 43 Passagieren und 9 Besatzungsmitgliedern an Bord war gegen Mitternacht Moskauer Zeit (22 Uhr MESZ) in der Provinz Karelien nahe der finnischen Grenze vom Radar verschwunden. Beim Absturz brach die aus Moskau kommende Maschine etwa zwei Kilometer vom Flughafen entfernt auseinander und fing Feuer. Zahlreiche Löschzüge der Feuerwehr waren im Einsatz.

Ein Deutschrusse unter den Opfern

Unter den Opfern sei mindestens ein Ausländer, hieß es. Er soll aus Schweden stammen. Zudem soll ebenfalls ein Deutschrusse gestorben sein. An Bord der Maschine der russischen Gesellschaft Rusair sollen acht Kinder gewesen sein, von denen mindestens zwei überlebt haben. Die Verletzten wurden in eine Klinik gebracht. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes korrigierte am Dienstag frühere Angaben des Ministeriums, wonach kein Deutscher an Bord der Maschine gewesen sein soll.

Der Tote habe sowohl einen deutschen als auch einen russischen Pass. Die russischen Behörden hätten den Mann zunächst nur als Landsmann gezählt. Details über die Identität des Deutschen waren vorerst unklar.

Flugschreiber gefunden

Mittlerweile sei der Flugschreiber geborgen worden, hieß es. Trotz der ersten Hinweise auf Fehler in der Landebahnbeleuchtung war die genaue Absturzursache noch unklar. "Gegenwärtig ermittelt eine Sonderkommission, aber es ist bekannt, dass im Moment des Absturzes starker Nebel herrschte und jetzt in der Gegend schwerer Regen fällt", sagte Irina Andrijanowa, Sprecherin der Zivilschutzbehörde.

swd/DPA/AFP / DPA