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"Foreign Accent Syndrome" Australierin spricht nach Mandel-OP plötzlich mit irischem Akzent

Kaum zu glauben: Die 27-jährige Angie Mcyen aus Brisbane singt unter der Dusche plötzlich auf irisch
Kaum zu glauben: Die 27-jährige Angie Mcyen aus Brisbane singt unter der Dusche plötzlich auf irisch
© Tiktok angie.mcyen / Paul Faith / AFP
Eigentlich ein Routineeingriff: Eine Frau lässt sich in Australien die Mandeln entfernen – die OP verläuft problemlos. Doch acht Tage später bemerkt sie etwas Seltsames an sich.

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und sprechen eine andere Sprache. Klingt ein bisschen nach Hollywood – ist aber einer jungen Frau in Australien passiert. Angie Mcyen aus Brisbane hatte sich noch kurz zuvor die Mandeln entfernen lassen. Die Operation verlief ohne Probleme. Als die 27-Jährige jedoch acht Tage später unter der Morgendusche vor sich hin trällerte, bekam sie einen gewaltigen Schreck: Sie hatte plötzlich einen starken irischen Akzent – und das obwohl sie noch nie in Irland gewesen war.

Ihr "How are you?" ("Wie geht es dir?") hörte sich nun nach "Ha-war-ya?" an, "night" ("Nacht") wurde zur "noight" und außerdem verschluckte sie den Buchstaben "G". Nachdem der Akzent nicht von alleine weggehen wollte, teilte Mcyen ihre Geschichte auf Tiktok und fragte ihre Follower:innen um Rat.

Mehr als 100 Fälle des "Foreign Accent Syndrome"

Dort gingen ihre Videos schnell viral. Doch es gab nicht nur positives Feedback: Einige User:innen warfen ihr vor, die Geschichte nur erfunden zu haben und den Akzent zu faken. 

Hilfe kam schließlich in Person des australischen Wissenschaftlers Karl Kruszelnicki, der die Community darüber aufklärte, dass es sich bei Mcyen um das sogenannte "Foreign Accent Syndrome" (Fremdsprachen-Akzent-Syndrom) handele – einer seltenen neurologischen Störung im Gehirn, die durch eine Kopfverletzung, einen Schlaganfall oder nach einer Operation auftreten kann. 

Weltweit gebe es bereits 150 ähnliche Fälle, so Dr Karl. Ein besonders krasses Beispiel ist das von Benjamin McMahon: Als der Australier 2012 nach einem Autounfall in Melbourne aus dem Koma erwachte, sprach er zwar perfekt Mandarin – doch das englische Wort für Butter und auch der Rest seiner Muttersprache war ihm entfallen.

Das Syndrom könne für die betroffenen Personen daher auch sehr belastend sein, sagt der Wissenschaftler. Laut Dr. Karl könne die Störung im Gehirn jedoch durch Sprachtraining oder mithilfe einer Therapie behoben werden. Gute Nachrichten für Mcyen  – und immerhin kann sie sich in Australien auch mit irischem Akzent ohne Probleme verständigen.

Quelle: "The Irish Times", "The Daily Mail"

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