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Thailand: Familie aus Simbabwe lebt seit Monaten am Flughafen Bangkok – und nicht einmal unglücklich

Wegen der unsicheren Lage in ihrem Heimatland lebt eine Familie aus Simbabwe am Flughafen von Bangkok. Alle Angebote für neue Zufluchtsstätten haben die vier Erwachsenen und vier Kinder bislang abgelehnt.

Flughafen Bangkok

Flughafen Bangkok (Symbolbild)

Seit mehr als drei Monaten lebt eine Familie auf dem Bangkoker Suvarnabhumi-Flughafen – aus Angst vor einer Rückkehr nach . Wie die britische BBC berichtet, hat ein Flughafenangesteller mit einem Facebook-Post auf das Schicksal der vier Kinder und vier Erwachsenen aufmerksam gemacht. Der inzwischen gelöschte Beitrag zeigt den Thailänder, wie er einem der Mädchen ein Weihnachtsgeschenk überreicht. Dazu hieß es, die Familie traue sich wegen der "unsicheren politischen Situation" nicht in ihr Heimatland zurück.

Simbabwe – ein Land im Umbruch

Vor knapp sechs Wochen wurde Simbabwes Langzeitherrscher vom Militär aus dem Amt geputscht. Der neue Staatschef Emmerson Mnangagwa, ein früherer Vertrauter des Ex-Präsidenten, hat freie Wahlen für das nächste Jahr angekündigt. Doch die Opposition des Landes kritisiert, dass die neue Regierung aus Mitgliedern der alten Garde bestehe, die das südafrikanische Land jahrzehntelang mit eiserner Hand regiert hatte.

Die acht Mitglieder der Familie seien ursprünglich als Touristen nach Thailand eingereist, sagte ein örtlicher Beamter der BBC. Ursprünglich wollten sie weiter über die Ukraine nach Barcelona. Doch sie kamen nicht einmal an Bord des Flugzeugs, weil sie kein Visum für Spanien gehabt hätten, so die Grenzbehörden. Zurück auf thailändischen Boden aber ging es auch nicht, da ihr Touristenvisum abgelaufen war. Nun also hängt die Familie fest im Flughafen-Niemandsland, gefangen in einer Schleife aus Einreise- und Weiterreiseverboten, nur unterstützt von ein paar großherzigen Flughafenangestellten.

Asyl bei der UN beantragt

Laut der und der UN-Flüchtlingshilfe UNHCR haben die vier Erwachsenen bei den Vereinten Nationen Asyl beantragt und darum gebeten, vorerst in Thailand bleiben zu dürfen, bis ein Land gefunden sei, dass ihnen Zuflucht gewährt. Ein thailändischer Grenzbeamter sagte der BBC, die Familie könne durchaus in andere Länder ausreisen, auch in Thailand gebe es Möglichkeiten, Kinderbetreuung inklusive. "Aber sie wollen nicht. Sie scheinen hier glücklich zu sein."

Dass Menschen lange Zeit im Transitbereich von Flughäfen verbringen, kommt immer wieder vor. So musste 2009 ein Chinese vier Monate lang am Airport von Tokio auf die Einreise in sein Heimatland warten. Der berühmteste Flughafenbewohner war der Iraner Merhan Karimi Nasseri, der 18 Jahre im Pariser Airport Charles de Gaulle verbrachte. Inspiriert von dessen Schicksal drehte Tom Hanks den Film "Terminal". So dramatisch ist die Lage der Familie aus Simbabwe aber offenbar nicht.

nik