HOME
+++ Ticker +++

Anschlag von Berlin: Festgenommener Pakistaner: "Ich wollte meine U-Bahn erwischen"

Der Terrorverdächtige Anis Amri ist in Mailand bei einem Schusswechsel mit Polizisten getötet worden. Über Frankreich reiste er in das Land ein. Das IS-Sprachrohr Amaq veröffentlicht ein Bekennervideo aus Berlin. Die Ereignisse des Tages im Berlin-Ticker.

Nach dem Anschlag in Berlin wurde zunächst ein Pakistaner der Tat verdächtigt

Nach dem Anschlag in Berlin wurde zunächst ein Pakistaner der Tat verdächtigt

Hat sich der Terrorverdächtige direkt nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt in einem Salafistentreffpunkt versteckt? Das legen zumindest Observationsbilder nahe, die der rbb veröffentlichte. Auf ihnen soll der 24-Jährige am frühen Dienstagmorgen vor einem Moscheeverein im Stadtteil Moabit zu sehen sein. Weitere Bilder sollen den Tunesier am selben Ort Mitte Dezember zeigen. 

Verfolgen Sie die Entwicklung nach dem Attentat in im stern-Newsticker:

+++ 20.25 Uhr: Frankreich: Ermittlungen zu Flucht vom Amri laufen +++

Frankreich lässt Medieninformationen zunächst unbestätigt, wonach der mutmaßliche Berliner Attentäter Anis Amri über Frankreich nach Italien gelangt sein soll. Der französische Innenminister Bruno Le Roux wies am Freitagabend in Paris auf laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft hin.

"Ich rufe zur größten Vorsicht auf im Hinblick auf Informationen, die zur Zeit zirkulieren", sagte der Minister. "Nur die Ermittlungen werden es erlauben, die Fakten präzise festzustellen." Er sei mit seinen Amtskollegen in Deutschland und Italien in Kontakt.

Die italienische Nachrichtenagentur Ansa hatte gemeldet, dass der Terrorverdächtige aus dem französischen Chambéry nach Turin in der italienischen Region Piemont gekommen war. Von dort habe er einen Zug nach Mailand genommen. Medienberichten zufolge war eine entsprechende Fahrkarte bei seiner Leiche gefunden worden.

+++ 18 Uhr: Festgenommener Pakistaner: "Ich wollte meine U-Bahn erwischen" +++

Der nach dem Anschlag in Berlin festgenommene Pakistaner ist der Polizei aufgefallen, weil er schnell über eine Straße gerannt ist. "Ich war in der Nähe eines Parks und wollte meine U-Bahn erwischen, um nach Hause zu fahren", sagte Navid B. der "Welt am Sonntag". Er habe zurück in seine Unterkunft am Flughafen Tempelhof gewollt, um schlafen zu gehen. "Dabei musste ich eine Straße überqueren und rannte, weil mir Autos entgegenkamen." Polizisten hätten ihn daraufhin angehalten.

"Sie fragten mich, warum ich renne, und ich sagte ihnen, es war wegen der Autos. Dann kam meine U-Bahn, aber sie haben mich weiter festgehalten." Er habe abgestritten, etwas mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zu tun zu haben. Er sei aber bis Dienstag in Gewahrsam gehalten worden. "Danach schickten sie mich in ein Hotel. Anschließend wurde ich in eine andere Flüchtlingsunterkunft gebracht, aber ich weiß nicht, wo sie sich befindet", sagte der Asylbewerber, der nach eigener Aussage vor einem Jahr nach Deutschland gekommen war.

+++ 17.25 Uhr: Seehofer will Alter von Flüchtlinge im Zweifel mit Röntgen ermitteln +++

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hat sich dafür ausgesprochen, bei Bedarf das Alter minderjähriger Flüchtlinge mittels Röntgen zu kontrollieren. "Eine derartige Überprüfung zur Feststellung des wahren Alters sollte man auch in Deutschland in Zweifelsfällen nutzen", sagte der Politiker der "Welt am Sonntag". Zuvor hatte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl gefordert, in Zweifelsfällen mit Hilfe solcher Untersuchungen zu überprüfen, ob ein Flüchtling tatsächlich noch minderjährig ist und damit besonderen Schutz genießt. 

Seehofer verlangte vor dem Hintergrund des Berliner Anschlags, dass Asylbewerber ohne klare Identität noch einmal überprüft werden müssten. Es müsse klar sein, wer nach Deutschland kommt. Der CSU-Chef bekräftigte seine Forderung nach einer rechtlichen Verbindlichkeit der Abkommen von Schengen und Dublin: "Mal gilt Dublin, mal nicht. Das kann doch kein Zustand auf Dauer sein." Derzeit kämen rund 100 Menschen täglich nach Bayern, sagte Seehofer weiter. "Dafür ist die Schließung der Balkanroute ausschlaggebend gewesen und natürlich auch das EU-Türkei-Abkommen."

+++ 16.11 Uhr: Sicherheitskreise - Marokkanische Amri-Warnung ging an BND und BKA +++

Marokkanische Sicherheitsbehörden haben deutsche Kollegen im September und Oktober vor Anschlagsplänen des mutmaßlichen Terroristen Anis Amri gewarnt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin aus Sicherheitskreisen vom Freitag gingen die Meldungen damals zeitgleich an den Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundeskriminalamt (BKA). Die Informationen aus Marokko dürften auch im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern (GTAZ) in Berlin eine Rolle gespielt haben. Marokkanische Sicherheitskreise bestätigten am Freitag, dass es von ihrer Seite zwei entsprechende Warnungen gegeben habe.

Nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" soll der marokkanische Geheimdienst die Warnungen am 19. September und am 11. Oktober weitergeleitet haben. Die Zeitung beruft sich auf Informationen aus der marokkanischen Regierung. Konkret sei es um die Gesinnung Amris gegangen und seine Bereitschaft, einen Terroranschlag durchzuführen. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte auf eine Frage zu der Warnung aus Marokko bei einer Pressekonferenz in Berlin: "Ich kann darüber keine Aussage machen." Er fügte hinzu, es gebe "sehr viele Gerüchte in diesem Fall".

+++ 16.06 Uhr: Merkel will Konsequenzen aus Fall Amri prüfen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, dass die Bundesregierung Konsequenzen aus dem Fall des mutmaßlichen Attentäters von Berlin, Anis Amri, prüfen wird. Der Fall des am Freitag von der italienischen Polizei getöteten Terrorverdächtigen werfe "eine Reihe von Fragen auf", sagte Merkel am Freitag in Berlin. Die beträfen nicht nur den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin, sondern auch die Zeit seit Amris Einreise nach Deutschland im Juli 2015.

"Wir werden jetzt mit Nachdruck prüfen, inwieweit staatliche Maßnahmen verändert werden müssen", sagte Merkel. Sie habe Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) daher gebeten, in Zusammenarbeit mit dem Bundeskanzleramt, den Sicherheitsbehörden und den Bundesländern "jeden Aspekt" des Falls zu analysieren. Die Ergebnisse sollten "baldmöglichst" vorgelegt werden.

+++ 15.13 Uhr: Merkel - Müssen mehr und schneller nach Tunesien abschieben +++

Nach dem Anschlag in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mehr und schnellere Abschiebungen nach Tunesien gefordert. Die Rückführungen in das nordafrikanische Land müssten "deutlich" beschleunigt und die Zahl weiter erhöht werden, sagte Merkel in Berlin. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler wurde das Attentat von dem Tunesier Anis Amri ausgeführt, dessen Abschiebung aus Deutschland zuvor gescheitert war.

+++ 14.40 Uhr: IS-Sprachrohr Amaq veröffentlicht angebliches Video von Anis Amri +++

Das IS-Sprachrohr Amak hat ein Video veröffentlicht, auf dem der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri zu sehen sein soll. Auf der knapp dreiminütigen Aufnahme schwört dieser dem Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue. Das Video wurde auf der Kieler Brücke in Berlin aufgenommen.

Zuvor hatte der Terrorismusforscher Peter R. Neumann das Video als "Testament" Amris bezeichnet und einen Screenshot davon auf Twitter verbreitet.


+++ 14.18 Uhr: Innenminister de Maizière: Terrorbedrohung unverändert hoch +++ 

Auch Innenminister Thomas de Maizièr bestätigt, dass es sich bei dem in Mailand Getöteten um den mutmaßlichen Attentäter Anis Amri handelt. Zugleich lobt er die Zusammenarbeit mit den italienischen Behörden und insbesondere die beiden Streifenpolizisten, die "exzellent" gearbeitet hätten und sehr tapfer gewesen seien. Ungeachtet des Fahndungserfolgs bleibe die Terrorgefahr für Deutschland unverändert hoch.

+++ 14.01 Uhr: Mailands Polizeipräsident: Amri war extrem gefährlich +++

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist nach italienischen Angaben alleine unterwegs gewesen, als er auf die Polizisten in Mailand traf. Auf ihn seien zwei Schüsse abgegeben worden, einer habe den Brustkorb getroffen und sei tödlich gewesen, sagte der Mailänder Polizeipräsident Antonio de Iesu.

Anis Amri sei "höchst gefährlich" gewesen und hätte vermutlich erneut zugeschlagen. Die beiden jungen Polizisten hätten sich vorbildlich verhalten und seien mutig gewesen. Sie hätten ihn kontrolliert, weil er ihnen auffällig vorgekommen sei.

Der Polizeipräsident wies Berichte zurück, wonach Amri "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben soll. Davon wisse er nichts, sagte de Iesu. Aber Amri habe die Polizisten als "Bastarde" beschimpft.

+++13.33 Uhr: Generalbundesanwalt Frank: Suche nach möglichen Hintermännern geht weiter +++

In einer Erklärung vor der Presse hat Generalbundesanwalt Peter Frank bestätigt, dass es sich bei der in Mailand erschossenen Person um Anis Amri handelt. Zugleich kündigt er an, dass die Ermittlungen mit unverminderter Intensität weitergehen. Im Fokus stehe nun, ob Amri womöglich Hintermänner gehabt hat.

+++ 13.24 Uhr: Marokko soll vor Monaten konkret vor Amri gewarnt haben +++

Die marokkanischen Sicherheitsbehörden haben Deutschland zwei Mal vor Anschlagsplänen von Anis Amri gewarnt. Das hat die "Welt" eigenen Angaben zufolge von der von der marokkanischen Regierung erfahren.

+++ 13.04 Uhr: Video vor Moschee zeigt offenbar doch nicht Amri +++

Bei der Person auf den Fotos einer Überwachungskamera, die vor einer Moschee in Berlin gemacht wurden, handelt es sich nicht um den mutmaßlichen Attentäter Anis Amri. Das teilte der Chef des Landeskriminalamts, Christian Steiof, in Berliner Innenausschuss mit.  Nach Aussagen der Polizeibeamten, die Amri kennen oder zeitweise observiert haben, "ist die Person auf diesen veröffentlichten Bildern nicht Anis Amri", so Steiof. Am Donnerstagabend hatte der rbb die Bilder gezeigt und berichtet, darauf sei der tatverdächtige Tunesier Anis Amri vor einem Moschee-Verein zu sehen, der als Salafisten-Treffpunkt gilt.

+++ 12.42 Uhr: Ermittler wollen Amris Waffe identifizieren +++

Nach der Erschießung des mutmaßlichen Berliner Lastwagen-Attentäters in Mailand versuchen die Ermittler in Italien mehr über die Waffe herauszufinden, die Anis Amri bei sich trug. Man wolle herausfinden, ob es sich um dieselbe Waffe handle, die bei der Entführung des polnischen Lkws am Montag in Berlin verwendet wurde, berichtete die Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag. Amri habe in Mailand mit einer 22-Kaliber-Pistole geschossen, schrieb die Polizei auf Facebook.

+++ 12.33 Uhr: Einige Verletzte kämpfen weiter um ihr leben +++

Einige der Schwerverletzten des Terroranschlags in Berlin kämpfen weiter um ihr Leben. Nach derzeitigem Stand seien bei dem Anschlag am Montag auf dem Weihnachtsmarkt 12 Menschen ums Leben gekommen, 53 seien verletzt worden, 14 von ihnen sehr schwer, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) bei einer Sitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus. Bislang seien sechs Todesopfer identifiziert. Die Identifizierung der übrigen Toten dauere an. "Das ist sehr schwierig und nimmt Zeit in Anspruch." Da es auch Opfer aus dem Ausland gebe, seien die deutschen Behörden mit den Botschaften der Heimatländer in Kontakt.

+++ 12.26 Uhr: Fahndungsmaßnahmen mit Tod des Attentäters nicht beendet +++

Nach dem gemeldeten Tod des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri in Italien gehen die Ermittlungen zum Anschlag auf dem Breitscheidplatz laut Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) unvermindert weiter. "Das bedeutet nicht, dass wir die Fahndungsmaßnahmen aufheben werden", sagte Geisel in einer Sitzung des Innenausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus. So müsse zum Beispiel geklärt werden, ob der Attentäter Komplizen hatte. "Der Sachverhalt wird weiter aufgeklärt." Gegenwärtig sei der Tod Amris von deutscher Seite noch nicht bestätigt, fügte Geisel hinzu.

+++ 12.13 Uhr: Moscheeverein "Fussilet 33" beschäftigt Berliner Behörden schon seit Jahren +++

Bei den Ermittlungen nach dem Weihnachtsmarktanschlag von Berlin führt einem Medienbericht zufolge eine Spur des mutmaßlichen Attentäters Anis Amri zu einer Moschee in Berlin-Moabit, die bei den Sicherheitsbehörden als Salafistentreffpunkt gilt. Der am Freitag in Mailand von Polizisten erschossene Amri soll laut dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wenige Stunden nach dem Lastwagenanschlag vom Breitscheidplatz vor dem Gebäude des Moscheevereins "Fussilet 33" gefilmt worden sein. Vorsitzender von "Fussilet 33" war laut aktuellem Jahresbericht des Berliner Verfassungsschutzes der selbsternannte "Anführer" oder "Emir" Ismet D., der in Moabit durch seinen Islamunterricht Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den Dschihad in Syrien radikalisiert haben soll. Bereits im Januar 2015 ging die Polizei mit Durchsuchungen gegen den Moscheeverein und seine Funktionsträger vor.

D. und einem Mitangeklagten wird seit Januar 2016 vor dem Berliner Kammergericht der Prozess gemacht. Die Anklage wirft den beiden Männern vor, von Mitte 2013 bis Ende 2014 die syrische Dschihadistengruppe Dschunud al-Scham finanziell, technisch und organisatorisch unterstützt zu haben.

Anis Amri erschossen: Die Bilder der Polizei-Ermittlungen in Mailand
Wie Italiens Innenminister Marco Minniti am Freitagvormittag mitteilte, wurde der mutmaßliche islamistische Terrorist Anis Amri in Mailand erschossen.

Wie Italiens Innenminister Marco Minniti am Freitagvormittag mitteilte, wurde der mutmaßliche islamistische Terrorist Anis Amri in Mailand erschossen.


+++ 12.01 Uhr: Amri kam laut Antiterrorchef aus Frankreich +++

Der in Mailand erschossene mutmaßliche Attentäter von Berlin kam nach Polizeiangaben mit dem Zug nach Italien. Er sei aus Frankreich, aus Chambéry in Savoien, nach Turin gekommen, berichtete der Mailänder Antiterrorchef Alberto Nobili. Von Turin in der italienischen Region Piemont sei er wiederum mit dem Zug nach Mailand gefahren, wo er gegen 1.00 Uhr in der Nacht zum Freitag angekommen sei. Gegen 4 Uhr am Morgen sei er den zwei Polizisten begegnet, die ihn bei einem Schusswechsel töteten. Ein Polizist wurde an der Schulter verletzt und ins Krankenhaus gebracht.

+++ 11.44 Uhr: Amri hatte laut Polizei keine Dokumente bei sich +++

Der italienischen Polizei zufolge hatte der erschossene Terrorverdächtige Anis Amri bei der Kontrolle gegen 3.30 Uhr in Mailand keine Dokumente bei sich. Er habe mit einer 22-Kaliber-Pistole geschossen, schrieb die Polizei auf Facebook. Die Waffe sei scharf gewesen, als er sie aus einem kleinen Rucksack holte.

+++ 11.31 Uhr: Bundespressekonferenz informiert zum Tod von Amri +++

Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit den italienischen Behörden, habe aber noch keine schriftliche Bestätigung für den Tod von Anis Amri. Mündlich sei dies aber bereits bestätigt worden. Sollte dies zutreffen, sei das Bundesinnenministerium erleichtert, dass von dieser Person keine Gefahr mehr ausgeht.

+++ 11.02 Uhr: Anis Amri in Mailand erschossen +++ 

Der mutmaßliche Terrorist Anis Amri wurde in Mailand von Polizisten erschossen. Das bestätigt das italienische Innenministerium. Zuvor hatten die Agenturen Reuters und Ansa unter Berufung auf italienische Sicherheitskreise darüber berichtet. Die Bundesanwaltschaft ist laut einem Sprecher in Kontakt mit den italienischen Behörden. Anis Amri wurde den Angaben des italienischen Innenministers Marco Minniti zufolge über seine Fingerabdrücke identifiziert. Es bestehe "kein Zweifel" an der Identität des Getöteten, sagte Minniti.

Der Attentäter von Berlin sei in der Nacht zum Freitag gegen 3 Uhr Nahe der Station Sesto San Giovanni, nördlich von Mailand, aus dem Bahnhof gekommen und habe sich "auffällig" verhalten, sagte Minniti. Bei einer Kontrolle durch zwei Streifenpolizisten, die ihnen nach Ausweisdokumenten gefragt hätten, habe er dann einen kleinkalibrige Pistole aus seinem Rucksack geholt und das Feuer auf die Beamten eröffnet. Diese hätten das Feuer erwidert und ihn getötet. Einer der Beamten sei an der Schulter verletzt worden, schwebe nicht in Lebensgefahr.

Der in dem Lkw in Berlin gefundene polnische Lastwagenfahrer war mit einer kleinkalibrigen Pistole erschossen worden. Der erschossene Verdächtige soll Berichten zufolge über Frankreich nach Mailand gereist sein. Ein Zugticket sei in seinem Rucksack gefunden worden. Während der Schießerei habe er "Allahu Akbar" gerufen. 

Ein Screenshot über Berichte vom Tatort

Ein Screenshot über Berichte vom Tatort

+++ 10.21 Uhr: Mann mit Ähnlichkeit zu Anis Amri in Dänemark gesichtet +++

In der dänischen Stadt Aalborg wurde ein Mann gesichtet, dessen Personenbeschreibung auf Anis Amri passt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Polizei.

+++ 8.43 Uhr: Polizei prüft Verbindung Amris zu Mord an Hamburger Alster +++

Die Hamburger Polizei prüft, ob der europaweit gesuchte Anis Amri für den Mord an einem 16-Jährigen Mitte Oktober an der Alster verantwortlich sein könnte. Die Mordkommission habe Ähnlichkeiten zwischen dem Terrorverdächtigen Amri und dem Phantombild in dem Hamburger Mordfall festgestellt, berichteten die Zeitungen der Funke-Gruppe. Ein Polizeisprecher bestätigte den Bericht: "Das ist eine weitere Spur, der wir nachgehen. Nach derzeitigem Stand gibt es da aber keine Hinweise."

Ein Unbekannter hatte am 16. Oktober in Hamburg einen 16-Jährigen mit mehreren Messerstichen getötet. Die Begleiterin des Jugendlichen stieß der Angreifer ins Wasser. Die 15-Jährige konnte sich unverletzt ans Ufer retten. Anfang November hatte die Polizei ein Phantombild eines etwa 23 bis 25 Jahre alten Mann veröffentlicht. Eine Verbindung zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hält die Polizei weiter für unwahrscheinlich, wie der Sprecher am Freitag bekräftigte. Das IS-Sprachrohr "Amak" hatte die Tat für sich reklamiert.

+++ 8.29 Uhr: SPD-Vize Stegener: Debatte über Gefährder von Flüchtlingen trennen +++

SPD-Vize Ralf Stegner hat davor gewarnt, den Streit um sogenannte Gefährder und die Diskussion über die deutsche Flüchtlingspolitik zu vermengen. Die Debatte über die Konsequenzen müsse sich auf die Gefährder konzentrieren, sagte Stegner im Deutschlandfunk. "99,9 Prozent der Flüchtlinge haben mit Terrorismus genauso wenig zu tun wie 99,9 Prozent der Deutschen", so der SPD-Politiker.

Dennoch müsse sich der Umgang mit Gefährdern nach dem Anschlag ändern. Sicherheitsbehörden benötigten mehr Personal, um die Überwachung zu verstärken. Außerdem müsse für Gefährder, deren Asylverfahren abgeschlossen sei, die Abschiebehaft verlängert werden.

+++ 8.23 Uhr: Grünen-Spitze fordert Konsequenzen für Tunesien +++

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat eine härtere Gangart gegenüber Tunesien wegen mangelnder Kooperation im Fall des Anschlagsverdächtigen Anis Amri gefordert. Auf die Frage, ob dem nordafrikanischen Land Hilfsmittel gekürzt werden sollten, sagte sie am Freitag im "Morgenmagazin" des ZDF: "Wenn man die Regierung treffen kann, bin ich sehr dafür, auch solche Mittel anzuwenden." Allerdings dürften derartige Maßnahmen nicht zu Lasten der Armen gehen.

Auch Grünen-Parteichef Cem Özdemir äußerte Unmut über Tunesien. "Es kann nicht sein, dass manche Länder über Unterstützung dankbar sind, aber sich weigern, Verbrecher aus ihren Ländern wieder aufzunehmen", sagte er der "Bild"-Zeitung. Es sei "ärgerlich", dass Tunesien durch die Verzögerung bei der Ausstellung von Papieren die Auslieferung Amris aus Deutschland in sein Heimatland verzögert habe.

+++ 5.35 Uhr: Weihnachtsreiseverkehr wird schwer bewacht +++

Nach dem Terroranschlag in Berlin wird der Weihnachtsreiseverkehr in Deutschland schwer bewacht. An Flughäfen, Bahnhöfen und bei der Fahndung in einem 30 Kilometer breiten Streifen an den Grenzen  ist die Bundespolizei präsent, teilte das Bundespolizeipräsidium in Potsdam mit. Auch sie sucht nach Hochdruck nach dem tatverdächtigen 24-jährigen Anis Amri. Mit Maschinenpistolen und schusssicheren Westen ausgerüstete Beamte gehen auf Streife. Zudem laufen auch verdeckte Maßnahmen. "Wir wollen unser Gegenüber nicht warnen", sagte Sprecher Gero von Vegesack. Die Bundespolizei hat bundesweit 41.000 Mitarbeiter

+++ 4.22 Uhr: Ermittler gehen offenbar davon aus, dass Amri sich in Berlin versteckt +++

Nach Informationen des "Tagesspiegels" gehen die Ermittler davon aus, dass sich Amri noch in Berlin versteckt hält. Ein Zeuge habe ihn nach dem Anschlag mit Verletzungen im Gesicht fliehen sehen, die versorgt werden müssten. Nach rbb-Informationen soll Amri zudem auf der Flucht nicht nur seine Geldbörse mit diversen Dokumenten im Lkw-Führerhaus liegen gelassen, sondern auch sein Handy verloren haben. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft, von der zunächst keine Stellungnahme zu bekommen war.

+++ 3.44 Uhr: Zwei Festnahmen in Duisburg wegen möglicher Anschlagspläne +++

Spezialeinheiten der haben in Duisburg zwei Männer wegen Terrorverdachts in Gewahrsam genommen. Die beiden Brüder im Alter von 28 und 31 Jahren stünden im Verdacht, womöglich einen Anschlag auf das Einkaufszentrum Centro in Oberhausen vorbereitet zu haben, teilte die Polizei Essen mit. Es werde "mit Hochdruck" ermittelt, wie weit die Vorbereitungen fortgeschritten waren und ob noch weitere Verdächtige daran beteiligt waren.

Nach einem Hinweis aus Sicherheitskreisen hatte die Polizei am Donnerstagabend zusätzliche Einsatzkräfte im Bereich des Centro und des angrenzenden mobilisiert. Dort hätten sie dann Kontrollen vorgenommen. Wegen des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin sind die Sicherheitskräfte in Deutschland, aber auch in anderen westlichen Ländern in besonderer Alarmbereitschaft

+++ 0.51 Uhr: Bruder fordert Amri zur Aufgabe auf +++

Der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri ist von seinem Bruder aufgefordert worden, aufzugeben und sich der Polizei zu stellen. "Wenn er mich gerade hört, dann sage ich ihm: Stelle Dich, dann ist es für Deine Familie einfacher", sagte Abdelkader Amri vor Journalisten in seiner tunesischen Heimatstadt Oueslatia. "Wenn mein Bruder hinter dem Angriff steckt, dann sage ich ihm: 'Du entehrst uns.'"

Anis Amri stammt aus Oueslatia und hat fünf Geschwister, den Bruder Abdelkader sowie vier Schwestern. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Tunesien war Amri dort mehrfach wegen Drogendelikten festgenommen worden. 

+++ Mittwoch, 22.12, 22.11 Uhr: Amri soll kurz nach Anschlag in Berlin auf Überwachungsvideo zu sehen sein +++

Der wegen des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesuchte Tunesier Anis Amri ist einem Bericht zufolge kurz nach der Tat in Berlin gefilmt worden. Der Verdächtige sei auf einem Überwachungsvideo zu sehen, das ihn der Nacht zu Dienstag im Stadtteil Moabit zeige, berichtete der RBB am Donnerstagabend unter Berufung auf entsprechende Aufnahmen.

Ort der Observation war demnach eine Moschee, die als Treffpunkt von Islamisten gelte und am Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht worden sei. Der 24-Jährige sei außerdem in den Nächten vom 14. und 15. Dezember von Sicherheitskräften gefilmt worden.

Deutsche Sicherheitsbehörden hatten den 24-Jährigen monatelang im Visier. Er wurde als islamistischer Gefährder eingestuft, gegen ihn wurde sogar wegen Terrorverdachts ermittelt. Laut der Berliner Generalstaatsanwaltschaft war der Tunesier monatelang observiert worden. Die monatelange Überwachung brachte demnach jedoch keine Hinweise, so dass sie im September schließlich eingestellt wurde.

Der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz hatte am Montagabend einen Lkw in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gesteuert. Bei dem Anschlag kamen zwölf Menschen ums Leben, knapp 50 wurden verletzt.

kng/fin / DPA / AFP