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Berliner Hauptbahnhof: Risse im Dach aufgetaucht

Der Vorzeigebau der Bahn bleibt weiter in den Schlagzeilen: Im Glasdach des Berliner Hauptbahnhofs wurden nach dem Absturz eines Querträgers nun auch Risse festgestellt. Nach Bahn-Informationen muss das Gebäude aber nicht erneut gesperrt werden.

Nach dem Absturz eines Stahlträgers von der Fassade des neuen Berliner Hauptbahnhofs sind nach einem Zeitungsbericht auch Teile des Glasdachs beschädigt. Über dem Haupteingang des Bahnhofs an der Invalidenstraße hätten Passanten einen Riss in einer Glasscheibe entdeckt, berichtet die "Berliner Zeitung".

Bahn-Sprecher Michael Baufeld bestätigte, dass es zwei bis drei Risse in dem Dach gebe. Von den Rissen gehe aber keine Gefahr aus, weil die Scheiben nicht herabstürzen könnten, sagte der Sprecher. "Es sei denn, sie hauen mit einem Vorschlaghammer drauf." Dann würde die Scheibe in Glaskrümel zerfallen und herunter rieseln. Nach und nach sollen die defekten Scheiben ausgewechselt werden.

Verantwortliche sollen Schadensersatz zahlen

Nach der zweimaligen Sperrung der Station hat die Deutsche Bahn einen "großen Imageschaden" eingeräumt. Sie will die Verantwortlichen für den Sturmschaden vom vergangenen Donnerstag "rechtlich und finanziell zur Verantwortung ziehen". Nach dem zeitweiligen Chaos am Sonntag lief der Zugverkehr in Berlin und Brandenburg am Montag wieder normal. Auch die meisten anderen Verbindungen in Deutschland waren vier Tage nach dem Orkan "Kyrill" wieder intakt. In Nordrhein- Westfalen waren noch einige wenige Nahverkehrsstrecken unterbrochen.

Hauptbahnof jetzt sicher

Der Berliner Hauptbahnhof wird nach den stundenlangen Sperrungen in der Orkannacht und am Sonntag nun auch bei starkem Wind offen bleiben. Bis Montagabend sollten die obersten Querbalken der Fassadenkonstruktion aus Stahl so gesichert sein, dass von ihnen keine Gefahr mehr ausgeht, teilte die Bahn mit. Dazu werden zusätzliche Halterungen angeschweißt. Einer der tonnenschweren, stählernen Riegel war am Donnerstag im Orkan "Kyrill" herabgestürzt.

Berlins CDU-Landesvorsitzender Ingo Schmitt machte sich dafür stark, den Bahnhof Zoo wieder für den Fernverkehr zu nutzen, wenn der Hauptbahnhof in einem Notfall außer Betrieb ist. Auf Antrag der FDP- Fraktion soll im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses am Mittwoch über Ursachen und Folgen des Unglücks gesprochen werden. SPD- Verkehrsexperte Christian Gaebler sprach von einer "ziemlichen Hilflosigkeit" der Bahn. Sie habe offenkundig "kein Szenario für den Fall, dass der Hauptbahnhof ausfällt". Die Bundestags-Grünen sprachen von unprofessionellem Krisenmanagement.

DPA/Reuters / DPA / Reuters