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Botschaft in Moskau geschlossen Auswärtiges Amt rät von Russland-Reisen ab


Wer nicht unbedingt muss, sollte derzeit nicht nach Russland reisen. Das rät das Auswärtige Amt angesichts der verheerenden Waldbrände. Die Deutsche Botschaft in Moskau ist geschlossen.

Wegen der verheerenden Wald- und Torfbrände in Russland und des dichten Smogs hat Deutschland seine Botschaft in der Hauptstadt Moskau vorübergehend geschlossen. Dies berichtete am Freitag ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Die Mitarbeiter hätten den Dienst vorerst eingestellt, es gebe jedoch einen telefonischen Bereitschaftsdienst. Ob die Botschaft am Montag regulär öffnet, hängt von der Wetterlage ab. Da somit auch der Publikumsverkehr der Botschaft eingestellt ist, werden derzeit keine Visa für russische Reisewillige ausgegeben.

Das Auswärtige Amt aktualisierte zudem seine Reisehinweise. "Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in die betroffenen Regionen wird abgeraten", heißt es darin. Insbesondere Reisende mit Atemwegserkrankungen wie Asthma und Bronchitis sowie Kinder sollten die betroffenen Regionen meiden. Auch in Moskau leiden durch den Smog, den die Torfbrände im Umland auslösen, viele unter Atembeschwerden.

Österreich will Diplomaten abziehen

Laut dem "Handelsblatt" hat Österreich sogar sein diplomatisches Personal in Russland zum Verlassen des Landes aufgefordert. Damit solle es vor Belastungen durch die immer extremeren Luftverschmutzungen und vor den Gefahren der sich ausbreitenden Brände geschützt werden, hieß es in diplomatischen Kreisen.

In Moskau kam es auch zu Behinderungen im Flugverkehr. Auf dem Flughafen Domodedowo mussten dutzende Flüge umgeleitet werden. Die Messungen für Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid ergaben am Freitag vierfach höhere Werte als üblich. Es war damit die stärkste bislang verzeichnete Luftverschmutzung in der russischen Metropole.

Feuerwehrleute reichen womöglich nicht aus

Nach Angaben des Ministeriums für Notlagen loderten am Freitag mehr als 500 Brände. Bislang kamen mindestens 52 Menschen in den Flammen ums Leben, bis zu 2000 Wohnhäuser wurden zerstört. Die Behörden haben eingeräumt, dass die derzeit eingesetzten 10.000 Feuerwehrleute möglicherweise nicht ausreichen. Die Türme des Kremls waren im dichten Smog kaum zu erkennen.

dho/APN/Reuters Reuters

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