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Steigende Corona-Infektionen Zwölf Stunden Stau: Strenge Kontrollen in Österreich führen zu langen Wartezeiten

Kilometerlange Autoschlangen an der Grenze zwischen Kroatien und Slowenien
Kilometerlange Autoschlangen an der Grenze zwischen Kroatien und Slowenien
© Stipe Majic/Anadolu Agency / Getty Images
Weil Österreich seine Grenzkontrollen verschärft hat, kam es am Karawanken-Tunnel zu kilometerlangen Staus. Betroffen waren auch deutsche Urlauber, die aus Kroatien zurückkehrten.

An der Grenze zwischen Slowenien und Österreich haben verschärfte Corona-Kontrollen laut Polizei zu stundenlangen Wartezeiten geführt. Betroffen waren auch deutsche Urlauber auf der Rückreise von Kroatien. Vor dem Karawanken-Tunnel kam es nach Angaben slowenischer Medien zu Staus von etwa zehn Kilometern Länge. Reisende steckten zum Teil mehr als 12 Stunden in Slowenien fest.

Betroffene berichteten im Kurznachrichtendienst Twitter von zermürbend langen Wartezeiten. Für drei Kilometer hätten sie sechs Stunden gebraucht, schilderte eine Betroffene, die auf der Heimreise nach Bayern war. Es gebe keine Versorgung und zeitweise sei die Stimmung aggressiv, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Sonntag.  

Österreich hat seit Samstag wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien die Grenzkontrollen verschärft. Nun müssen nicht nur Einreisende einen negativen Corona-Test vorweisen oder in Quarantäne. Darüber hinaus müssen alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, ein Formular ausfüllen und sich registrieren. Die Kontrollen werden von Mitarbeitern der Gesundheitsbehörden gemacht. 

Chaos an den Grenzen zu Österreich

Die neue Information, dass seit Samstag auch der Transitverkehr aus Risikogebieten angehalten werden muss, scheint laut ORF die Behörden vor Ort überrascht zu haben. Schon mit der Kontrolle der Österreicher, die heimkehrten, habe man alle Hände voll zu tun gehabt, zitiert der Sender einen Behördensprecher.

Nach Angaben von Reisenden vor Ort begannen österreichische Beamte am Sonntagmorgen, Fahrzeuge durchzuwinken. Die Autoschlange vor der Grenze verkürzte sich auf acht Kilometer und sechs Stunden Wartezeit, berichtete der slowenische Sender RTVSlo. 

Ein bayerischer Autofahrer berichtete, er sei am Samstag gegen 17.30 Uhr in den Stau geraten und habe erst am Sonntag um 7.30 Uhr die Grenze passiert. Er habe sich vor seiner Rückreise aus Kroatien im Internet über neue Reiseformalitäten informiert. "Wir haben das nirgends gesehen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die steigende Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien trifft den dortigen Tourismussektor schwer. Ausländische Gäste fingen an, das Land zu verlassen oder ihre Reservierungen zu stornieren, berichtete der staatliche Rundfunk HRT. Österreich, Italien und Slowenien haben Reisewarnungen für das gesamte Urlaubsland an der Adria verhängt, das Auswärtige Amt in Deutschland warnt vor Reisen in zwei Regionen. Touristen aus diesen vier Ländern machen das Gros der ausländischen Besucher in Kroatien aus. Am Samstag kündigte die Regierung neue Einschränkungen an, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. 

Zu den neuen Restriktionen, die von Montag an für zunächst 14 Tage gelten sollen, gehören unter anderem diese: In Cafés und Bars sind Gäste nur noch in Außenbereichen zugelassen, an Beerdigungen und Hochzeiten dürfen maximal 50 Menschen teilnehmen und bei privaten Feiern nicht mehr als 20 Menschen.

jum/DPA

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