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Fünf Jahre nach dem Unglück Erinnerung an schweren Transrapid-Unfall


Der Transrapid war ein deutsches Technikwunderwerk - energieeffizient, leise und unglaublich schnell, dem Fortschritt vorraus. Die Unentschiedenheit der Politik lies diese Technik aber dahinsiechen. Eine wirkliche Strecke wurde nie gebaut. Ein schrecklicher Unfall brach dem Transrapid am Ende das Genick. Jetzt jährt sich dieser Tag zum fünften Mal.

Auf der Transrapid-Teststrecke ist es in Lathen im niedersächsischen Emsland zur Katastrophe gekommen: 23 Menschen wurden am 22. September 2006 getötet und 11 wurden zum Teil schwer verletzt, als der Transrapid mit 170 Stundenkilometern auf ein Wartungsfahrzeug prallte. Mit einer Kranzniederlegung am Gedenkstein erinnerten am Donnerstag Politiker, Kirchenvertreter und die Eltern eines Opfers an das Unglück.

Dieses Datum sei unauslöschlich mit dem Schicksal der Transrapid-Versuchsanlage und der Samtgemeinde Lathen verbunden, sagte Samtgemeindebürgermeister Karl-Heinz Weber (CDU) laut Redemanuskript. "Denn dieser Unfall ist das größte Unglück, das in unserer Gemeinde jemals geschehen ist." Vor einer Woche waren auf dem Platz neben dem Gedenkstein zur Erinnerung 23 Bäume gepflanzt worden.

Rückbau der Testanlage wahrscheinlich

Weber hofft, dass es in Lathen mit einer Folgetechnologie weitergeht, die auf den Erfahrungen der Magnetschwebebahn aufbaut. "Aus welchen Gründen auch immer sind die Chancen dieses in meinen Augen ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Verkehrsmittels der Zukunft nicht genutzt worden, zumindest nicht in unserem Vaterland", sagte Weber.

Nach derzeitigem Stand ist ein Rückbau der Testanlage wahrscheinlich. Medienberichten zufolge will sich der Bund bis Jahresende aus der Finanzierung des Testbetriebs verabschieden und die Anlage abreißen lassen.

Für das Unglück waren 2008 zwei frühere Betriebsleiter zu hohen Geldstrafen verurteilt worden. Die beiden verantwortlichen Mitarbeiter des Leitstandes, die versehentlich die Fahrstrecke freigegeben hatten, bekamen im Frühjahr vom Landgericht Osnabrück Haftstrafen auf Bewährung und eine Geldstrafe. Für das Gericht stand fest, dass das Unglück Resultat aus einer Verkettung von organisatorischen und menschlichen Versäumnissen war.

kave/DPA DPA

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