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Ex-US-Präsident: Echte Kumpel: George Bush hatte zehn Jahre lang einen heimlichen Brieffreund auf den Philippinen

Eine Dekade lang hat Ex-Präsident George Bush einen kleinen Jungen in den Philippinen unterstützt. Beide waren echte Brieffreunde. Ein Teil ihrer Korrespondenz wurde nun veröffentlicht.

George Bush auf einem Foto von 2008. Er war der 41 Präsident der USA und regierte das Land von 1989 bis 1993.

George Bush auf einem Foto von 2008. Er war der 41 Präsident der USA und regierte das Land von 1989 bis 1993.

DPA

Der verstorbene George H. W. Bush war nicht nur eine prägende Persönlichkeit in der Endphase des Kalten Krieges, sondern auch ein echter Menschenfreund.  Zehn Jahre lang hat er einen sieben Jahre alten Jungen in den Philippinen unterstützt, bezahlte ihm Ausgaben für die Schule und Mahlzeiten.

Dabei tat sich der 41. Präsident der USA auch als Brieffreund hervor, der in regen Austausch mit seinem Schützling stand, wie der Sender CNN berichtet. Einen Teil der Briefe hat  die Organisation Compassion International, die Paten an Kinder in armen Ländern vermittelt, öffentlich gemacht.

George Bush plauderte über seine Familie

Über einen Sprecher ließ die Bush-Familie bereits mitteilen, dass die Briefe echt seien. Bereits 2001 hatte Bush Senior  die Idee, ein Kind zu unterstützen, als er ein Konzert in Washington besuchte. Die Musiker hätten die Zuschauer auf die Organisation Compassion International in einer Pause aufmerksamen gemacht, erzählt der ehemalige Vorsitzende Wess Stafford dem Sender CNN. Sie fragten das Publikum, wer bereit sei, ein Kind zu unterstützen. Wie aus dem Nichts habe sich Bush gemeldet und nach einer Info-Broschüre verlangt.

Sehr zu Überraschung seines Sicherheitsteam, das ihn umgab. Doch der Ex-Präsident ließ sich davon nicht beirren. Er wollte einem Kind helfen. Seine Wahl fiel auf Timothy aus den Philippinen.  Allerdings bestanden seine Sicherheitsleute darauf, dass er dem Kind gegenüber seine Identität geheim halten sollte, erzählt Stafford. Das Kind wäre ein zu einfaches Ziel für Erpresser, wenn einmal bekannt werden würde, wer sein berühmter Pate sei, so die Befürchtung. Bush unterschrieb deshalb alle Briefe nur mit George Walker. Bereits am 24. Januar 2002 nahm der Ex-Präsident mit Timothy Kontakt auf:

Lieber Timothy, ich möchte Dein neuer Brieffreund sein.

Ich bin ein alter Mann, 77 Jahre alt. Aber ich liebe Kinder. Und auch wenn wir uns nicht kennen, liebe ich dich schon jetzt.

Ich lebe in Texas - ich werde Dir hin und wieder schreiben - Viel Glück. G Walker

 "Die Briefe waren herzerwärmend, aber Bush gab mehr Preis, als er eigentlich durfte", erklärte Staffor, der alle Briefe gegenlesen musste, bevor sie in die Post gingen. So habe Bush einmal über seinen Hund geplaudert. In dem Brief heißt es:

Hier ist ein Bild  von unserem Hund. Sie heißt Sandie und bereits eine Menge bekannte Leute getroffen. Sie wurde in England geboren. Sie jagt Mäusen und Eichhörnchen nach, sie rennt wie der Wind. Grüße, Walker.

Dazu legte Bush auch gleich ein Foto des Tieres bei. In einem weiteren Schreiben erwähnte er, dass er berühmt genug sei, um zum Weihnachtsfest ins Weiße Haus eingeladen zu werden.

Der Kontakt brach ab, als der Junge 17 Jahre alt wurde

Bush habe sich zudem über das Verbot hinweggesetzt, keine Geschenke zu verschicken. Timothy habe dem Ex-Präsidenten Skizzen und Zeichnungen geschickt. Der alte Mann war davon so angetan, dass er dem Jungen Zeichenblöcke und Stifte zukommen ließ. Die Antwort von Timothy:

Lieber und liebe Mr. Und Mrs. Walker,

Wie geht es Ihnen. Ich hoffe, dass Sie in bester Verfassung sind.

Ich möchte ihnen dafür danken, dass Sie mich nicht vergessen haben.

Vielen Dank für das Buch, ich mag es sehr.

Der Schüler hatte nie erfahren wer sein Pate war. Erst als er 17 wurde, erzählte ihm eine Mitarbeiterin von Compassion International, wer ihn all die Jahre unterstützt hatte. Das war 2012. Seitdem war der Kontakt zwischen der Hilfsorganisation und Timothy abgebrochen, erzählt Stafford CNN. Alle Versuche Timothy aufzuspüren, seien bisher fehlgeschlagen.

sos