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Gleitschirm stoppt Tegelbergbahn Bergwacht rettet Touristen aus lahmgelegter Gondel


Gut 18 Stunden haben 20 Menschen in einer festsitzenden Gondel verbracht. Erst am Morgen wurden sie mit einem Hubschrauber aus ihrem Gefängnis in schwindelerregender Höhe befreit.

Mehr als 18 Stunden saßen sie in rund 100 Metern Höhe fest, bis sie schließlich befreit werden konnten: Mit Helikoptern haben Rettungskräfte im bayerischen Allgäu am Samstagmorgen 20 Menschen aus einer lahmgelegten Gondel befreit. Den 19 Touristen und dem Seilbahnführer gehe es gut, sie bedürften keiner medizinischer Betreuung, sagte ein Polizeisprecher.

Die Tegelbergbahn bei Schwangau nahe dem Schloss Neuschwanstein war am Freitag gegen 13 Uhr plötzlich stehengeblieben - ein Gleitschirm hatte sich in den Seilen der Bergbahn verfangen und diese damit lahmgelegt. Der Pilot des Gleitschirms und der Mitflieger wurden dabei leicht verletzt, sie mussten aber nicht ins Krankenhaus gebracht werden, berichtete der Polizeisprecher. Per Hubschrauber konnten dann bis zum Abend 30 Insassen einer zweiten Gondel gerettet werden. 132 Menschen mussten von der Bergspitze ins Tal gebracht werden.

Auch Kinder unter den Eingeschlossenen

Der Versuch, die 20 Insassen der zweiten Gondel zu bergen, musste indes am Abend wegen starker Winde abgebrochen werden. Zwischenzeitlich seilten sich vier Mitglieder der Bergwacht in die Gondel ab, um den Eingeschlossenen Verpflegung sowie Spielsachen für die Kinder zu bringen. Einer der Mitarbeiter der Bergwacht blieb die Nacht über an Bord der rund zwölf Quadratmeter großen Gondel. Auf einer Plattform einer Stütze der Bergbahn übernachtete zudem ein Notarzt, um möglichst nahe bei den Eingeschlossenen zu sein.

Die Eingeschlossenen seien "trotz der widrigen Umstände gut versorgt" gewesen, sagte der Polizeisprecher. Zudem sei es in der Nacht "gar nicht mal so kalt" gewesen, weil der Himmel bedeckt gewesen sei. Unter den 19 Touristen waren auch sechs Kinder und Jugendliche, darunter ein vier Jahre altes Kind. Der älteste Passagier war 75 Jahre alt.

Rettungsaktion dauerte zwei Stunden

Die Rettungsaktion begann dann gegen 6 Uhr am Samstagmorgen. Kurze Zeit später wurden bereits die ersten Insassen der Gondel von Mitgliedern der Bergwacht mit einer Seilwinde durch das Dach der Bahn an Bord eines Polizeihubschraubers gehievt. Insgesamt waren drei Hubschrauber im Einsatz, zwei zum Bergen der Insassen der Gondel, einer zur Beobachtung. Etwa zwei Stunden später konnten bereits die letzten Insassen aus der Gondel gerettet werden. Ein Hubschrauber der Bundespolizei brachte am Samstag zudem Techniker und Betriebspersonal von der Bergstation ins Tal.

Die Polizei rechnet damit, dass die Gondel noch mehrere Tage stillstehen wird. Zunächst muss auch der Gleitschirm aus den Seilen geborgen und die Sicherheit der Anlage überprüft werden.

dho/DPA/AFP DPA

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