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Bären-Angriff wie in "The Revenant": Mann überlebt zwei Grizzly-Attacken - und postet Video von Verletzungen

Ein Mann will in den Rocky Mountains Elche beobachten. Doch dann begegnet er einer Grizzly-Mutter mit ihren Jungen. Er wird gleich zweimal hintereinander angegriffen - und überlebt.

Der Amerikaner Todd Orr überlebte zwei Angriffe einer Grizzlybärin

Blutverschmiert nach einem Grizzlyangriff, aber am Leben: Todd Orr erging es wie Leonardo DiCaprio als Trapper Hugh Glass in dem Film "The Revenant"

Wer den Film "The Revenant" mit Leonardo DiCaprio gesehen hat, kann sich ungefähr vorstellen, von welcher Urgewalt der Angriff eines ausgewachsenen Grizzlybären ist. Doch was der Hollywoodstar mit Kunstblut und Computeranimation in eindrucksvollen Bildern darstellte, ist einem US-Amerikaner tatsächlich passiert. Wir wissen davon, weil Todd Orr kurz nach dem Angriff sein Handy herausholt, sich und die schweren Verletzungen filmt und die Aufnahmen auf seiner Facebookseite postet. Zudem schildert er in einem längeren Text die beiden Angriffe der Bärenmutter. 

Das Video zeigt einen blutverschmierten Mann mit Cap, dessen Stimme zittert, schließlich steht er noch ganz unter dem Eindruck der Angriffe. Er zeigt uns seinen schwer verletzen Arm. Später postet Orr Fotos von seinem Krankenhausaufenthalt. Dort ist der tiefe Schnitt zu begutachten, der sich über die Seite des Kopfes zieht. Das Bild macht seine Worte glaubhaft, wenn er davon spricht, "fast skalpiert" worden zu sein.

"Die Kraft ihrer Bisse war wie ein Vorschlaghammer mit Zähnen"

Seiner Schilderung zufolge macht sich Orr früh morgens auf, um im Madison Valley in Montana Elche zu beobachten. Weil es in dem Gebiet zahlreiche Bären gibt, ruft er alle 30 Sekunden "Hey Bär", um keines der gewaltigen Raubtiere zu überraschen. Doch seine Vorsichtsmaßnahme wird ihm nicht helfen.

Als er auf eine Wiese gelangt, sieht er auf einmal eine Bärin mit ihren Jungen. Das ist Orrs Verhängnis. Auch in "The Revenant" ist es eine Bärenmutter, die DiCaprios Rolle angreift, um ihre Jungen zu verteidigen. Die Bärin entfernt sich zunächst ein paar Schritte, dreht sich aber plötzlich um und stürmt auf ihn zu: "Ich gebe eine volle Ladung Anti-Bären-Spray aus ungefähr acht Metern ab, aber mit ihren Schwung kommt sie durch die Wolke und auf mich drauf."

Nach einem Bärenangriff trägt der Amerikaner Todd Orr unter anderem eine schwere Kopfwunde davon

Fast skalpiert: Todd Orr postete Fotos seiner Verletzungen auf Facebook


Dann beginnt das Martyrium. Orr dreht sich auf den Bauch und faltet die Arme über den Nacken, um sich so gut wie möglich zu schützen. "Die Kraft ihrer Bisse war wie ein Vorschlaghammer mit Zähnen." Immer wieder macht die Bärin für Sekunden eine Pause, um dann erneut zuzubeißen. Dann verschwindet das Tier.

Plötzlich steht die Grizzlybärin erneut vor ihm

Überglücklich, dass er die Attacke überlebt hat, macht sich Orr aus zahlreichen Wunden blutend auf den Rückweg. Doch plötzlich steht die Bärin wieder vor ihm. Er wisse nicht, ob die Bärin ihm gefolgt sei oder ob es schlicht schlichtweg ein Zufall sei, dass sie sich erneut über den Weg liefen, schreibt er. Wieder ist die Bärin über ihm, wieder schützt er seinen Nacken mit den Armen und drückt seinen Kopf fest in den Boden, um auch Gesicht und Augen zu schützen. Bei dieser Attacke bricht die Bärin Orrs Unterarm, denkt er. So heftig bohrt die Bärin ihre Zähne in sein Fleisch. Sein Stöhnen löst neue Beißattacken aus, auch auf seinen Kopf. "Plötzlich stoppt sie und steht einfach auf mir drauf. Ich werde niemals diesen kurzen Moment vergessen. Tödliche Stille, nur ihr Atem und Schnauben sind zu hören. Ich kann ihren Atem nur wenige Zentimeter über meinen spüren."

Orr liegt still, um ja keinen neuen Angriff auszulösen. Er kann ihre Krallen spüren. Es fühlt sich an, schreibt Orr, als würde sie ihn zerquetschen. Schließlich lässt sie von ihm ab.

Orr kämpft sich zu seinem Truck zurück und kann in ein Krankenhaus fahren. Dort stellt sich heraus, dass sein Arm nicht gebrochen ist. Doch sein Körper ist übersät mit Wunden und Blutergüssen. Acht Stunden brauchen die Ärzte, um ihn wieder zusammenzuflicken. Vielleicht hat er nur überlebt, weil der Rucksack seinen Rücken schützte: "Nicht mein bester Tag aber ich bin am Leben", schreibt er am Endes seiner Schilderung.