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Havarie der "Costa Concordia": Umweltminister befürchtet Ölpest

Steile Felsklippen, kleine Badebuchten, Fischerdörfer: Die Küster der Toskana gehört zu den romantischsten Orten Italiens. Nicht nur die Romantik, vor allem die Natur ist jetzt massiv bedroht, falls die Tanks der "Costa Concordia" aufreißen.

Nach dem Kreuzfahrtunglück vor der italienischen Küste hat Umweltminister Corrado Clini vor einer Naturkatastrophe gewarnt. Die "Costa Concordia" habe riesige mit schwerem Dieseltreibstoff gefüllte Tanks, sagte er der Zeitung "La Stampa" und sprach von einem "Alptraum". Sollte sich der Treibstoff auf dem Meeresgrund absetzen, käme das einem "Desaster" gleich. Im schlimmsten Fall könne tonnenweise Öl ins Meer fließen und so eine "außergewöhnliche Küstenlandschaft" verseuchen und Meerestiere und Vögel an der toskanischen Küste gefährden.

Im Fall einer Ölkatastrophe vor der Insel Giglio, wo das Schiff am Freitag einen Felsen gerammt hatte und havariert war, werde sofort eingegriffen, sagte Clini. Sobald wie möglich solle zunächst der Treibstoff aus dem auf die Seite gekippten Schiff abgepumpt werden. Die schiefe Lage des Wracks erschwere dies allerdings. Zudem habe die Suche nach Vermissten vorerst oberste Priorität.

Der Bürgermeister von Giglio, Sergio Ortelli, zeigte sich ebenfalls besorgt. Noch sei kein Öl aus dem Luxuskreuzfahrtschiff ins Meer geflossen, sagte er. Das Schiff sei aber eine ökologische "Zeitbombe" und werde aufmerksam beobachtet. In den Schiffstanks befinden sich fast 2400 Tonnen Treibstoff.

ono/AFP / AFP