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Hochwasser: Pegel in der Sächsischen Schweiz fallen wieder

Die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser in der vergangenen Woche waren schon weit vorangeschritten. Jetzt steht das Wasser wieder in den Kellern und Straßen von Sachsen. Dauerregen in der Nacht zu Montag hatte die Pegel der Flüsse rasant steigen lassen.

Die Hochwassersituation in Sachsen hat sich am Montagnachmittag nach einigen Stunden wieder leicht entspannt. Der am Vormittag für Bad Schandau und das Kirnitzschtal ausgerufene Katastrophenalarm sei um 14Uhr aufgehoben worden, sagte eine Sprecherin vom Landratsamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Pirna. "Die Welle ist durch." Nun würden die Schäden begutachtet. Über deren Ausmaß könne noch nichts gesagt werden. Tote oder Schwerverletzte gebe es nicht, aber Überschwemmungen in mehreren Orten, so die Sprecherin.

Grund für den Katastrophenalarm waren die starken Niederschläge in den frühen Morgenstunden. An der Kirnitzsch, einem Nebenfluss der Elbe, galt für mehrere Stunden die Hochwasseralarmstufe vier. Automatische Messeinrichtungen fielen aus. "Es ging ganz schnell", sagte der Sprecher des Landratsamtes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Wassermassen hätten wie vor einer Woche zahlreiche Häuser von Anliegern in dem Tal überflutet. "Für die Betroffenen ist das sehr bitter." Viele seien mit dem Aufräumen fertig gewesen und hätten bereits mit Bauarbeiten begonnen. In Bad Schandau wurden unter anderem am Markt Sicherungsmaßnahmen getroffen, um die Auswirkungen der Welle abzumildern. Die Bewohner bereiteten sich erneut auf Überflutungen durch den angeschwollenen Wasserlauf aus den Bergen vor, hieß es.

Aufräumarbeiten von Wassermassen behindert

In der Nacht waren vereinzelt mehr als 40 Liter pro Quadratmeter gefallen. Nach Angaben des Hochwasserzentrums wurde in Ostsachsen an mehreren Pegeln der Richtwert der zweithöchsten Alarmstufe 3 überschritten. Die Lage war laut Landeshochwasserzentrum insgesamt aber bei weitem nicht so kritisch wie vor einer Woche. Nach Angaben der Behörden wurden in einigen Ortschaften Keller überflutet. Zudem mussten mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume, Überspülungen oder nach Erdrutschen gesperrt werden. Menschen kamen nach bisherigen Informationen nicht zu Schaden.

Auch im Süden des Landkreises Görlitz waren die Feuerwehren in der Nacht zum Montag im Dauereinsatz. In Seifhennersdorf mussten drei Menschen aus ihrem erneut überfluteten Haus in Sicherheit gebracht werden, teilte das Landratsamt mit.

Neuer Regen angekündigt

An den Oberläufen von Spree, Schwarzer Elster und Lausitzer Neiße fielen die Pegelstände wieder, während sie an den Unterläufen anstiegen. Vereinzelt könnte nun auch dort die Alarmstufe 3 erreicht werden. Unterdessen nähert sich von Südwesten ein neues Tiefdruckgebiet, das am Dienstag teils ergiebigen Dauerregen mit sich bringen könnte. "Wir können noch keine Entwarnung geben", sagte die Sprecherin.

swd/DPA/APN / DPA