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Pesaro in Italien: Bruder von Mafia-Kronzeuge trotz Polizeischutz erschossen - Salvini in der Kritik

Am Weihnachtstag ist ein Mann vor seiner Wohnung mit mindestens 20 Schüssen ermordet worden. Das Brisante: Er war der Bruder eines Mafia-Kronzeugen und stand selbst unter speziellem Schutz des Innenministeriums.

Italiens Innenminister Matteo Salvini

Italiens Innenminister Matteo Salvini steht in der Kritik

DPA

Vor seiner Wohnung in der der ostitalienischen Hafenstadt Pesaro ist am ersten Weihnachtsfeiertag der Bruder eines geständigen Mafia-Mitglieds erschossen worden. Der 51-Jährige wurde im Zentrum von Pesaro getötet, wie Polizei und Justiz nach Medienberichten vom Mittwoch mitteilten. Der Mann stand unter speziellem Schutz des Innenministeriums, seit sein Bruder - ein Ex-Mitglied der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta - mit der Justiz zusammenarbeitete.

Zwei vermummte Männer erschossen Marcello Bruzzese gegen 18.30 Uhr am Dienstagabend im historischen Zentrum von Pesaro mit mindestens 20 Schüssen. Die Täter hatten abgewartet, bis er sein Auto vor seiner Wohnung geparkt hatte, um ihn dann zu töten. Die Mörder konnten zu Fuß flüchten. Die Ermittler gehen von einem Racheakt aus.

Salvini postet Foto vom Nutella-essen - Bürgermeister außer sich

Am Tag nach dem Mord gab es Kritik an Innenminister Matteo Salvini. Er hatte am Mittwochmorgen ein Selfie von sich mit einem Nutella-Brot getwittert. "Wenn Sie Brot und Nutella aufgegessen haben, hätten wir gerne ein paar Informationen", schrieb daraufhin der Bürgermeister von Pesaro, Matteo Ricci, auf Twitter an Salvini gerichtet. Die Stadt sei verstört angesichts des Mordes an einem Mann, der unter Zeugenschutz stand. Salvini kündigte an, am Donnerstag an einem Treffen in der Präfektur in Pesaro teilzunehmen.

Der Bruder des Opfers, Girolamo "Mommo" Bruzzese, hatte sich 2003 der Polizei gestellt, nachdem er auf den einflussreichen kalabrischen Clanchef Teodoro Crea geschossen hatte, wie die Zeitung "Il Fatto Quotidiano" berichtete. Er war lange ein Vertrauter Creas, der seine Verletzungen überlebte. "Mommo" Bruzzese hatte der Justiz interne Informationen über den Clan insbesondere über Verbindungen zu Geschäftsleuten und lokalen Politikern zukommen lassen, was zu einer Reihe von Festnahmen führte. 

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feh / DPA / AFP