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"Ping" Mysteriöses Unterwassergeräusch verdirbt Inuit die Jagd

Wenig Robben und Grönland-Wale in Sicht: In Nunavut im Norden Kanadas haben jagende Inuit ein Problem (Symbolbild)
Wenig Robben und Grönland-Wale in Sicht: In Nunavut im Norden Kanadas haben jagende Inuit ein Problem (Symbolbild)
© Picture-Alliance
Das "Ping" vom Meeresgrund ist laut. Zu laut. Es hält Beutetiere von einer Meerenge im Norden Kanadas fern - sehr zum Leidwesen der dort lebenden Inuit. Nun untersucht das Militär die rätselhaften Geräusche.

In Nunavut im Norden Kanadas machen die dort lebenden Inuit gern fette Beute. Grönland-Wale, Bart- und Ringelrobben erlegen sie besonders gerne in der Fury-und-Hecla-Straße, einer von Eis umgebenen Meerenge. Doch dieses Jahr macht ihnen ein mysteriöses Geräusch einen Strich durch die Rechnung, wie unter anderem CBC berichtet. Die jagenden Inuit beschweren sich über ein immer wieder zu hörendes, lautes "Ping", dessen Ursprung sie auf dem Meeresgrund aus gemacht haben wollen. Manchmal wird es auch als Piepen oder Summen beschrieben. Normalerweise sei dort zu dieser Jahreszeit reichlich Wild anzutreffen, wird ein örtlicher Beamter zitiert. "Doch diesen Sommer waren kaum Beutetiere zu finden. Das hat uns misstrauisch gemacht."

Woher das Geräusch kommt, weiß bislang niemand. Aber es gibt bereits einige Thesen. So vermuten einige laut CBC eine in dem Gebiet operierende Mienenfirma dahinter, doch die wies die Anschuldigungen in einer Stellungnahme zurück. Man habe kein Equipment in der Region im Einsatz. Auch eine Bohr- oder Baugenehmigung für das Gebiet wurde niemandem erteilt.

Greenpeace weist Vorwürfe zurück

Andere haben dem Bericht zufolge Greenpeace in Verdacht. Die Naturschützer würden mit einem Sonar-Gerät absichtlich die Tiere verscheuchen wollen, um den Inuit die Jagd zu vermiesen. Besonders die Robbenjagd hatte die Organisation in der Vergangenheit hart kritisiert. Doch auch Greenpeace weist die Vermutungen zurück: "Wir würden nicht nur nichts tun, um das dortige Meeresleben zu gefährden, sondern respektieren das Recht der Inuit zur Jagd sehr und würden dies definitiv in keiner Weise beeinträchtigen wollen", wird ein Sprecher zitiert.

Das Rätsel ist CBC zufolge mittlerweile sogar schon beim kanadischen Militär gelandet. Man sei informiert über die "seltsamen Geräusche" und werde "angemessene Schritte" unternehmen, um dies zu untersuchen, heißt es.

Der örtliche Beamte sagte CBC, dass man noch an einer Lösung des Problems arbeite. "Aber wir haben keine Ahnung, was hier passiert." Es wird wohl kein erfolgreicher Winter für die dort lebenden Inuit. Für die Grönland-Wale, Bart- und Ringelrobben - wo auch immer sie sich rumtreiben - dafür schon.

fin

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