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Lampedusa: 18 Bootsflüchtlinge ertrinken vor Italiens Küste

Erneut hat sich im Mittelmeer ein Flüchtlingsdrama abgespielt: 18 Männer ertranken in einem Schlauchboot vor der Insel Lampedusa. Zudem musste die italienische Marine Tausende Migranten retten.

Schon im Februar rettete die italienische Marine mehr als tausend Bootsflüchtlinge vor Lampedusa

Schon im Februar rettete die italienische Marine mehr als tausend Bootsflüchtlinge vor Lampedusa

Die italienische Marine hat auf einem Flüchtlingsboot vor der Insel Lampedusa 18 Tote entdeckt. Wie die Nachrichtenagentur Ansa und weitere italienische Medien berichten, entdeckte das Marineschiff "Sirio" das Schlauchboot, das südlich von Lampedusa in Seenot geraten war.

Die Toten sind allesamt Männer. Außerdem soll es eine Reihe von Vermissten geben, wie Überlebende berichteten. 73 Menschen an Bord dieses Bootes konnten nach den Angaben von dem Marine-Schiff "Sirio" gerettet werden. Das Schlauchboot war, vermutlich wegen eines Motorschadens, den Wellen des Mittelmeeres ausgeliefert. Die toten Migranten wurden nach Pozzallo auf Sizilien gebracht.

Mehr als 3500 Bootsflüchtlinge in drei Tagen

Allein seit Freitag wurden in der Straße von Sizilien, dem Gebiet zwischen Sizilien und der libyschen und tunesischen Küste, mehr als 3500 Bootsflüchtlinge aufgegriffen. Vor allem am Samstag rückten die italienische Marine und Küstenwache zu vielen Rettungseinsätzen aus.

Italiens Marine überwacht das Mittelmeer seit Monaten im Zuge des Einsatzes "Mare Nostrum" (Unser Meer). Der Einsatz wurde gestartet, nachdem im vergangenen Jahr hunderte Menschen beim Versuch ertrunken waren, die EU über das Mittelmeer zu erreichen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen seit Anfang des Jahres mehr als 100.000 Flüchtlinge über das Meer nach Italien.

kis/AFP/DPA / DPA