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Festnahme in Leipzig Terrorverdächtiger hatte Kontakte zum IS - Anschlag war konkret vorbereitet

Der in Sachsen gefasste Terrorverdächtige hatte Kontake zum IS. Die Behörden werten seine Festnahme als großen Erfolg. Nun gilt es, alle Hinweise zu prüfen - und die Hinweisgeber zu schützen, die den mutmaßlichen Islamisten festgehalten hatten.

Nach der Festnahme des terrorverdächtigen Syrers Dschaber al-Bakr sehen die Ermittler einen Bezug zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). "Vorgehensweise und Verhalten des Verdächtigen sprechen derzeit für einen IS-Kontext", sagte der Präsident des sächsischen Landeskriminalamts (LKA), Jörg Michaelis, am Montag in Dresden. Auf der Pressekonferenz gab es viele Fragen und kaum Antworten.

Klar ist für die Ermittler jedoch, dass sie einen Erfolg zu verzeichnen haben: "Die Arbeit hat gezeigt, dass wir wirklich einen bevorstehenden Anschlag verhindert haben", sagte Markus Ulbig, der Innenminister Sachsens. Zu den Anschlagszielen könne man bislang jedoch noch nichts sagen. "Wir haben einen Anschlag verhindert, den Täter nicht nur identifiziert, sondern auch dingfest gemacht." In al-Bakrs Wohnung des wurden "rund 1,5 Kilogramm extrem gefährlicher Sprengstoff" gefunden, "sowie weitere Materialien, die unter anderem zur Herstellung einer Sprengstoffweste geeignet sind".

Nun sei zu klären, ob er Komplizen hatte; schon in Haft ist der Vermieter der Wohnung des festgenommenen Syrers; hier gebe es einen dringenden Verdacht, zu dem sich die Ermittler nicht näher äußern wollten. "Wir haben jetzt einen riesigen Berg Ermittlungsarbeit vor uns", sagt Michaelis. "Wir haben eine Fülle von Hinweisen bekommen."

Dank an Polizei und "syrischen Mitbürger"

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich dankte der Polizei und dem syrischen Flüchtling, der die Festnahme erst ermöglicht hatte. Die Polizei habe eine "engagierte und am Ende erfolgreiche Arbeit" geleistet. "Ich danke ausdrücklich dem mutigen und verantwortungsbewussten syrischen Mitbürger, der durch den entscheidenden Hinweis und sein Handeln den schnellen Erfolg möglich gemacht hat", fügte er hinzu.

Zwei syrische Flüchtlinge hatte den 22-jährigen Terrorverdächtigen am Sonntag am Leipziger Hauptbahnhof erkannt, mit in ihre Wohnung genommen und dort zusammen mit einem Mitbewohner gefesselt. Anschließend informierten sie die Polizei. Nach dem Hinweis habe die Polizei "unverzüglich gehandelt"; "der Tatverdächtige ist uns in gefesseltem Zustand übergeben worden in der Wohnung", sagte Michaelis. Zum Zeitpunkt der Festnahme habe al-Bakr weder Schusswaffen noch Sprengstoff mit sich geführt. "Eine Bewaffnung kann ich ausschließen", so Michaelis.

Zu den Syrern, die den Verdächtigen zu sich eingeladen, ihn gefesselt und der Polizei übergeben haben, will die Polizei überhaupt keine Informationen herausgeben: zu deren Schutz. Wenn sich der Verdacht auf einen Anschlagsplan mit islamistischem Hintergrund erhärte, seien die Hinweisgeber in Gefahr. 

Die Öffentliche Fahndung werten die Ermittler als Erfolg. Wie allerdings das Verhältnis der Syrer ist, die Umstände, wie sie ihren Landsmann erkannt haben, all das sei Gegenstand der Ermittlungen und daher nicht bekannt beziehungsweise noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Zu den laufenden Ermittlungen gehört auch, mit welchem Pass der offenbar als Flüchtling nach Deutschland eingereist war.

jen mit Agenturen

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