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Bombe zerfetzte Bein Aus diesem traurigen Hundeblick sprechen sechs Jahre Krieg

Die deutsche Schäferhunddame Lucca mit ihrem Herrchen Christopher Willingham und ihrer Tapferkeitsmedaille
Auch wenn ihr trauriger Blick es nicht vermuten lässt: Die deutsche Schäferhunddame Lucca genießt mittlerweile mit ihrem Herrchen Christopher Willingham ihren verdienten Ruhestand im sonnigen Kalifornien.
© Picture alliance/AP Images
Beim Erschnüffeln von Sprengsätzen in Afghanistan riskierte Lucca regelmäßig ihr Leben. Vier Jahre nach einem rabenschwarzen Tag für die deutsche Schäferhündin wurde sie nun für ihre Tapferkeit geehrt.

Lucca wurde trainiert, um Menschenleben zu retten - notfalls im Austauch gegen das eigene. Die deutsche Schäferhündin war für die US-amerikanische Marine im Irak und in Afghanistan sechs Jahre im Einsatz. Ihre Hauptaufgabe: mit ihrer Spürnase Bomben erschnüffeln. Im Jahr 2012 verletzte ein selbstgebastelter Sprengkörper Lucca schwer, ihr Vorderlauf musste amputiert werden. Nun wurde der ehemalige Vierbeiner für seine Dienste mit einer Tapferkeitsmedaille für Tiere ausgezeichnet. Zusammen mit ihrem Besitzer Christopher Willingham nahm die mit mittlerweile 12 Lebensjahren recht betagte Schäferhunddame ihre Auszeichnung entgegen. Sie wurde dafür extra aus ihrem heutigen Wohnort Kalifornien nach London eingeflogen - und obwohl sie mittlerweile ein entspanntes Leben hat, schaut sie dabei recht traurig drein.

Gegenüber "ABC News" sagte Willingham, der mit seiner Hündin zweimal im Irak im Einsatz war: "Lucca ist ein spezialisierter Suchhund. Sie wurde ausgebildet, um Sprengstoff zu finden." Sie sei sehr erfolgreich gewesen. Nie sei ein Soldat während einem ihrer rund 400 Einsätze gestorben. Lucca selbst aber schrammte in Afghanistan haarscharf am Tod vorbei. Willingham, der seinen Hund für diesen Einsatz einem anderen Soldaten anvertraute und nicht dabei war, berichtet von dem für Lucca verhängnisvollen Tag: "Die Einheit untersuchte ein Gebiet und Lucca lief voraus. Sie entdeckte eine IED (improvised explosive device, also: eine unkonventionelle Sprengvorrichtung, Anm. d. Red) und die Einheit schwärmte aus, um nach Sekundärsprengsätzen zu suchen. Unglücklicherweise explodierte ein solcher und nahm Lucca das Vorderbein." Die Hündin sei sofort per Helikopter evakuiert und notoperiert worden, weswegen sie heute noch lebe.

Die deutsche Schäferhunddame Lucca mit ihrem Herrchen Christopher Willingham und ihrer Tapferkeitsmedaille
Auch mit drei Beinen noch recht fröhlich unterwegs: die betagte Schäferhunddame Lucca
© Picture alliance/AP Images

Bereits nach zehn Tagen habe sie trotz des amputierten Beines wieder Laufen können. "Das beste ist, dass sie nach dem Unfall immer noch die selbe Persönlichkeit wie vorher hat", sagte Willingham. Heute genießt Lucca ihren verdienten Ruhestand im sonnigen Kalifornien mit dem Soldaten und seiner Familie.

Die deutsche Schäferhunddame Lucca mit ihrem Herrchen Christopher Willingham und ihrer Tapferkeitsmedaille
Die deutsche Schäferhunddame Lucca war mit ihrem Herrchen Christopher Willingham zweimal im Irak, mit einem anderen Soldaten in Afghanistan
© Picture alliance/AP Images

PDSA-Medaille für tapfere Tiere

Die Medaille wurde Lucca von der wohltätigen Tierhilfsorganisation People's Dispensary for Sick Animals (PDSA) verliehen, die grob übersetzt so viel heißt wie Eine Apotheke von Menschen für kranke Tiere. Die nach ihrer Gründerin Maria Dickin benannte "Dickin Medal" trägt die Inschrift "For Gallantry - We also serve" (Für Tapferkeit - Auch wir dienen) und ist in Großbritannien die höchste Auszeichnung für Tiere im Militärdienst. In Ausnahmefällen, wie dem von Lucca, wird sie auch an ausländische Tiere vergeben. Unter den Trägern sind Brieftauben, Hunde, Pferde und Katzen. 

Die deutsche Schäferhunddame Lucca lässt sich von ihrem Herrchen Christopher Willingham am Bauch kraulen
Auch ein austrainierter Spürhund freut sich immer mal über ein paar Streicheleinheiten
© Picture alliance/AP Images
fin

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