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Rassismus-Debatte Mississippi schafft seine Fahne mit umstrittenem Konföderierten-Kreuz ab

Mississippi Flagge Konföderierten
Ende eines Symbols aus dunkler Vergangenheit: Auf dem Kongressgebäude von Jackson, Mississippi wird die umstrittene Konföderierten-Flagge eingeholt.
© Rory Doyle / AFP
Die Konföderierten-Flagge gilt schon lange als Symbol der Sklaverei und des Rassismus. Dennoch war sie Teil der Fahne des Bundesstaats Mississippi. Bis jetzt. Der Kongress hat die umstrittene Flagge nun abgeschafft.

Inmitten der Rassismusdebatte schafft Mississippi seine umstrittene Flagge ab. Die seit 1894 gültige Fahne erinnert an die einstigen Sklavenhalter im amerikanischen Süden, die sogenannten Konföderierten. Mississippi war der letzte Bundesstaat, dessen offizielle Fahne noch an die Konföderierten erinnerte. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai und die darauffolgenden Proteste gegen Rassismus hatten Gegnern der Flagge neuen Rückenwind verliehen.

Über neue Flagge wird im November abgestimmt

Nach dem Repräsentantenhaus des Bundesstaats befürwortete auch der Senat eine Abschaffung der derzeitigen Flagge. Die Senatoren stimmten mit einer Mehrheit von 91 zu 23 Stimmen für die Änderung, wie US-Medien berichteten. Der republikanische Gouverneur Tate Reeves hatte zuvor angekündigt, dass er das entsprechende Gesetz unterschreiben werde, sobald es ihm vorliege. Eine Kommission soll bis Mitte September die neue Flagge ausarbeiten. Sie soll das Motto "Wir vertrauen auf Gott" enthalten und am 3. November - parallel zur Präsidentenwahl – den Wählern zur Abstimmung vorgelegt werden.

Der örtliche Fernsehsender WLBT 3 berichtete, die Flagge über dem Parlament sei nur Minuten nach der Abstimmung eingeholt worden - trotz Demonstranten, die vor dem Gebäude für den Erhalt der Fahne warben. Der designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Joe Biden, bezeichnete die Abstimmungen in Mississippi als einen Sieg der Moral. Die bisherige Flagge des Bundesstaates hat oben links eine Abbildung einer Kriegsflagge der Konföderierten, die häufig vereinfacht als Südstaatenflagge bezeichnet wird.

Konföderierten-Flagge im Süden beliebt

Senator John Horhn von der Demokratischen Partei sagte, die bloße Änderung der Fahne reiche zwar nicht aus, um die fortbestehenden Auswirkungen der rassistisch geprägten Vergangenheit zu beheben. Doch handle es sich um einen "großen Schritt" auf dem Weg zur Anerkennung der Würde aller Menschen. 

Die Südstaaten hatten im Bürgerkrieg mit dem Norden von 1861 bis 1865 vergeblich für den Erhalt der Sklaverei gekämpft. In den Kampf zogen die Südstaaten-Truppen unter der Konföderierten-Flagge - einem blauen und mit Sternen verzierten Diagonalkreuz vor rotem Hintergrund. Das in den südlichen Bundesstaaten zum Teil immer noch beliebte Symbol kommt wegen ihrer rassistischen Vergangenheit zunehmend unter Druck. Die beliebte Motorsportserie Nascar etwa verbot wenige Wochen nach Floyds Tod den Zuschauern, die Flagge zu Rennen mitzubringen.

nik DPA AFP

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