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Nach Erdbeben in Italien: Nachbeben versetzen Menschen in Angst

Angst und Verzweiflung herrschen in der italienischen Emilia Romagna: Immer wieder versetzen Nachbeben die Menschen in Panik. In Rom startete ein Hilfskonvoi in das Katastrophengebiet.

Nach dem neuen Erdbeben in der norditalienischen Region Emilia Romagna suchen Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Überlebenden. Mindestens 16 Menschen waren ums Leben gekommen, nach einem Vermissten wurde am Mittwochmorgen noch gesucht. Nach einer vorläufigen Bilanz gab es 350 Verletzte. 14.000 Menschen haben durch die beiden Beben ihre Bleibe verloren. Ein Hilfskonvoi startete in Rom und sollte Zelte, Betten, Kleidung und Trinkwasser in das Katastrophengebiet bringen. Viele Gebäude liegen in Trümmern, die Menschen sind verzweifelt.

In der Nacht gab es mindestens 40 neue Erdstöße, der stärkste hatte eine Magnitude von 3,8, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Viele Anwohner verbrachten die Nacht aus Angst in ihren Autos. Erdbebenexperten halten weitere Beben für möglich. "Wir können das nicht ausschließen", sagte der Seismologe Claudio Chiarabba vom Nationalen Geophysikalischen und Vulkanologischen Institut dem Sender Rai News.

Eine 65 Jahre alte Frau konnten die Helfer lebend aus den Trümmern ihres Hauses in Cavazzo in der Provinz Modena retten. Sie wollte laut Ansa gerade Kleidung aus ihrer bereits bei dem ersten Beben stark beschädigten Wohnung holen, als die neuen Erdstöße das Haus vollkommen zum Einsturz brachten. Unter den Toten ist auch ein Pfarrer, der unter den Trümmern seiner Kirche in Rovereto in der Provinz Modena begraben wurde.

Italien wird einen Tag lang trauern

Der Schaden am Kulturerbe der Region ist immens. Viele historische Gebäude stürzten ein, alte Kirchen wurden zerstört; der Palazzo Ducale in Mantua bekam Risse. Tote gab es aber wie schon beim ersten Beben vor allem in eingestürzten Fabriken. Ingenieure hatten sie gerade wieder freigegeben, wie Rai News berichtete. Das Fernsehen zeigte Trümmerhaufen der Gebäude, die wie Kartenhäuser zusammengefallen waren.

Erst am 20. Mai hatte ein Beben der Stärke 6,0 Norditalien erschüttert. Damals starben sieben Menschen, etwa 50 wurden verletzt. Der kommende Montag (4. Juni) soll in Italien zum Trauertag für die Erdbebenopfer erklärt werden. Am Mittwoch wollte das Kabinett in Rom über eine Soforthilfe für die Region entscheiden.

DPA / DPA