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Nach Unfall in französischer Atomanlage Kein Einstieg in die Ausstiegsdebatte


In Deutschland hat die Atomkatastrophe im weit entfernten Japan den Ausstieg aus der Kernkraft vorangetrieben. In Frankreich bleibt eine vergleichbare Debatte nach der gestrigen Explosion in der Atomanlage Marcoule dagegen aus.

Nach der Explosion in einer südfranzösischen Atomanlage herrscht in Frankreich Erleichterung, dass keine Radioaktivität ausgetreten ist. Das Thema rückte damit schnell in den Hintergrund. Die Tageszeitungen berichteten am Dienstag über den Unfall mit einem Toten und vier Verletzten auf den hinteren Seiten. Eine breite Debatte über Risiken der Atomenergie und einen möglichen Ausstieg gab es zunächst nicht.

Die Opposition beschränkte sich darauf, die Regierung zur größtmöglichen Transparenz aufzufordern. Lediglich die Grünen bekräftigten ihre Forderung nach einem Atomausstieg. Umweltministerin Nathalie Kosciusko-Morizet betonte bei ihrem Blitzbesuch an der Unfallstätte am Montagnachmittag: "Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung."

Bei dem ersten größeren Unfall in einer Atomanlage in Frankreich seit der Katastrophe im japanischen Fukushima war am Montag ein Brennofen für leicht radioaktive Abfälle explodiert. Das Gebäude blieb intakt, die Anlage etwa 30 Kilometer nördlich von Avignon am Ufer der Rhône wurde nicht evakuiert. Frankreich produziert etwa 80 Prozent seines Stroms mit seinen 58 Atomreaktoren.

jwi/DPA DPA

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