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Frachter mit Flüchtlingen und Schleusern vor Korfu in Seenot

Ein Schiff mit hunderten Migranten an Bord ist vor der griechischen Insel Korfu in Seenot geraten. Ein TV-Sender berichtete von bewaffneten Männern an Bord. Noch ist die Lage unklar.

Die "Blue Sky M", Baujahr 1976, war in Istanbul gestartet.

Die "Blue Sky M", Baujahr 1976, war in Istanbul gestartet.

Ein Frachter mit schätzungsweise mehr als 600 Migranten an Bord ist am Dienstag westlich der griechischen Insel Korfu in Seenot geraten. Das gaben das Verteidigungsministerium in Athen und die griechische Küstenwache bekannt. Ein Hubschrauber sei abgeflogen, um sich ein Bild von der Lage zu machen, sagte ein Offizier der Küstenwache am Nachmittag am Telefon. Auch eine Fregatte der griechischen Kriegsmarine und Schnellboote der Küstenwache seien unterwegs.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (DPA) aus Kreisen der Küstenwache erfuhr, bestand am Dienstag nach ersten Einschätzungen keine Gefahr, dass das Schiff mit den Migranten untergehen könnte.

Der Bürgermeister der Kleininsel Othonoi, Giorgos Argyros, sagte im griechischen Rundfunk, er könne den Frachter südlich des Eilands sehen. Das Schiff versuche sich mit langsamer Fahrt im "Windschatten" des Eilands zu halten. In der Region wehten nach seinen Schätzungen stürmische Winde der Stärke acht aus nordwestlicher Richtung.

Frachter "Blue Sky M" fährt unter der Flagge Moldaus

Nach DPA-Informationen handelt sich bei dem Schiff um den Frachter "Blue Sky M" , der unter der Flagge Moldaus fährt. Dem Schiffspositionsdienst marinetraffic.com zufolge war das 1976 gebaute Schiff von Istanbul kommend zum kroatischen Hafen Rijeka unterwegs.

Griechische Medien berichteten, einige der Menschen an Bord seien bewaffnet. Die Küstenwache geht davon aus, dass es sich bei den Bewaffneten um Schleuser handelt, die zur eigenen Sicherheit Waffen bei sich trugen.

Das Schiff soll sich griechischen Medienberichten zufolge bereits seit Tagen in der Region des Ionischen Meeres im Westen Griechenland bewegt haben. Es wurde vermutet, dass Menschenschlepper Migranten aus Westgriechenland abgeholt haben, um sie nach Italien zu bringen.

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Migranten durch das Mittelmeer nach Europa zu bringen. Tausende Migranten sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen. Ende November waren rund 600 Migranten aus dem Nahen Osten nach einer Havarie eines Frachters auf Kreta sicher gelandet.

tis/DPA/DPA

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