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Neuseeland Student lag acht Wochen tot im Wohnheim – erst der Geruch führte zur Leiche

Polizei in Neuseeland
Die Polizei ermittelt nach dem Tod eines Studenten in Neuseeland (Symbolbild)
© Ramon Galindo / KNSD TV / NBC / AP Photo / Picture Alliance
Der Tod eines Studenten in Christchurch auf der Südinsel Neuseelands wirft Fragen auf. Der Leichnam lag offenbar acht Wochen unentdeckt in einem Studentenwohnheim.

Der Fund einer Leiche auf dem Campus der Canterbury-Universität in Christchurch auf der Südinsel Neuseelands hat umfangreiche Ermittlungen der Polizei ausgelöst. Der Tod des Mannes ist ebenso rätselhaft wie die Tatsache, dass der Leichnam offenbar fast zwei Monate lang unentdeckt blieb.

Wie zahlreiche neuseeländische Medien berichten (u.a. "Stuff", "New Zealand Herald"), sei der Körper des Mannes in seinem Wohnheim auf dem Gelände der Hochschule gefunden worden, nachdem Kommilitonen einen unangenehmen Geruch wahrgenommen und Alarm ausgelöst hätten.

Todesursache laut Polizei Neuseelands noch unklar

Nach Entdeckung des Leichnams rückten Ermittler den Berichten zufolge mit Spezialisten für Spurensicherung und einem Team zur Identifizierung von Toten an. Es werde normalerweise nach Naturkatastrophen eingeschaltet, um unbekannte Tote anhand von DNA, Fingerabdrücken oder dem Gebiss zu identifizieren. Der Vater des Toten sei inzwischen von den Behörden informiert worden. Um wen es sich handelt, teilten die Ermittler nicht mit.

Zu Todesursache kann die Polizei zurzeit noch keine Angaben machen, es liefen weitere Untersuchungen.

Ungeachtet der laufenden Ermittlungen hat der möglicherweise einsame Tod des jungen Mannes eine heftige Debatte über die Betreuung der Studenten in dem Wohnheim ausgelöst. Das Zimmer des Toten soll sich am Ende eines Ganges befunden haben, wenig beachtet von anderen Bewohnern oder dem Personal des Wohnheims. Den Studenten werde es an der Universität leicht gemacht, "unter dem Radar zu fliegen", schilderte ein Hinweisgeber "Stuff". Es gebe kaum direkten Kontakt zwischen den Nutzern des Wohnheims (monatliche Kosten: umgerechnet rund 1500 Euro) und den Betreuern. "Wenn ein Student in einer Krise steckt, hätte das Studentenwohnheim keine Ahnung ... Wir könnten wochenlang verschwinden und es würde von den Mitarbeitern hier unbemerkt bleiben", wird ein Student zitiert.

Die Leitung der Hochschule wollte sich auf Medienanfragen nicht zu den konkreten Vorwürfen äußern, bekundete jedoch ihr Beileid und kündigte eigene Untersuchungen an. Eine Sprecherin des Wohnheimbetreibers erklärte laut "New Zealand Herald", man sei "betrübt über die Nachricht vom plötzlichen Tod eines Studenten, und die Universität unterstützt die von dem Verlust Betroffenen".

Quellen: "Stuff", "New Zealand Herald"

wue

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