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Blizzard "Juno": New York verhängt wegen Schneesturms Fahrverbot

Tausende Flüge gestrichen, öffentlicher Nahverkehr eingestellt und Fahrverbot verhängt: New Yorks Gouverneur ruft die Menschen wegen des Schneesturms auf, zu Hause zu bleiben.

Der angekündigte Schneesturm hat das Leben in New York lahmgelegt

Der angekündigte Schneesturm hat das Leben in New York lahmgelegt

Sie gilt als "Stadt, die niemals schläft" - aber angesichts eines Blizzards von möglicherweise historischem Ausmaß ist das öffentliche Leben in New York zum Erliegen gekommen. Am Montagabend (Ortszeit) wurde der öffentliche Nahverkehr in der US-Metropole eingestellt, die Straßen waren menschenleer. Gouverneur Andrew Cuomo rief die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben. "Es könnte eine Frage von Leben und Tod sein", warnte er. Der erste Schnee erreichte New York im Laufe des Tages. Viele Einwohner waren da noch dabei, die Supermärkte zu stürmen und sich mit Lebensmittelvorräten zu versorgen. Am Abend wurde kurz vor Mitternacht der öffentliche Nahverkehr komplett eingestellt, die U-Bahn geschlossen. Fahrten mit dem Auto waren verboten - Ausnahmen galten lediglich für Rettungskräfte und Einsatzfahrzeuge im Kampf gegen den Schnee. Tunnel und Brücken zwischen Manhattan und New Jersey, die normalerweise als Lebensader der Stadt gelten, wurden ebenfalls geschlossen.

Metropolitan Opera sagt Vorstellung ab

Selbst die Hochkultur blieb nicht ungeschoren. Die Metropolitan Opera sagte zunächst eine Vorstellung mit Anna Netrebko ab. Wegen der Straßensperrungen und des Fahrverbotes habe man sich zu dem Schritt gezwungen gesehen, hieß es aus dem legendären Opernhaus. Eigentlich hatte dreieinhalb Stunden lang "Iolanta/Bluebeard's Castle" mit der Netrebko und Valery Gergiev gegeben werden sollen.

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio warnte vor "einem der schlimmsten Schneestürme" in der Geschichte der Ostküstenmetropole. Er ordnete unter anderem an, dass alle Schulen am Dienstag geschlossen bleiben. Auch das Hauptquartier der Vereinten Nationen wurde geschlossen. Alle Veranstaltungen für Dienstag wurden abgesagt, darunter eine Gedenkveranstaltung zur Befreiung des einstigen NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz vor 70 Jahren.

Nationalgarde in Einsatzbereitschaft

Blizzard "Juno" sollte in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit voller Wucht nicht nur New York, sondern den gesamten Nordosten der USA treffen. Neben gewaltigen Schneemassen wurden auch Sturmböen mit Spitzengeschwindigkeiten über hundert Kilometer pro Stunde erwartet. Mehrere Bundesstaaten riefen den Notstand aus und versetzten die Nationalgarde in Einsatzbereitschaft.

Die Blizzard-Warnung des Nationalen Wetterdienstes der USA galt entlang der Ostküste von New Jersey bis hoch an die kanadische Grenze im Bundesstaat Maine. Die Ausläufer des Sturms sollten auch noch südlich der Hauptstadt Washington und bis nach Ohio im Mittleren Westen spürbar sein. Das Unwetter könnte mehr als 50 Millionen Menschen treffen, warnten die Behörden. Es wurde mit bis zu einem Meter Neuschnee gerechnet. Wegen "Juno" wurden Montagabend und für Dienstag mehr als 7000 Flüge gestrichen.

Times Square im Schnee

tob/AFP/DPA / DPA