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+++ Ticker +++

News des Tages: Deutscher Botschafter in Ankara wegen Auftrittsverbot einbestellt

Stadt Gaggenau stoppt Auftritt von türkischem Justizminister +++ IS gibt große Teile von Palmyra auf +++ Poldi geht nach Japan +++ Snapchat startet an der Börse +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Erdogan

Die türkische Regierung hat den deutschen Botschafter in Ankara einbestellt

Die News des Tages im Ticker:

+++ 19.47 Uhr: Fillons Wohnung in Paris durchsucht +++

Die Pariser Wohnung des konservativen französischen Präsidentschaftskandidaten François Fillon und seiner Frau Penelope ist durchsucht worden. Die Durchsuchung im siebten Arrondissement sei "früher am Tag" erfolgt, verlautete aus informierten Kreisen, nachdem die Zeitung "Parisien" über die Razzia berichtet hatte. Fillon steht seit Wochen wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau und zwei seiner Kinder unter Beschuss.

+++ 19.04 Uhr: Deutscher Botschafter in Ankara wegen Auftrittsverbot einbestellt +++

Nach der Absage von zwei geplanten Wahlkampfauftritten türkischer Minister in Deutschland ist in Ankara der deutsche Botschafter einbestellt worden. Dem Botschafter sei am Abend im Außenministerium das "Unbehagen" der Türkei "über diese Entwicklungen" vermittelt worden, sagte ein türkischer Beamter. Die Stadt Gaggenau hatte die Veranstaltung mit dem türkischen Justizminister Bekir Bozdag mit der Begründung untersagt, die Parkplätze und die Zufahrten reichten für den erwarteten Besucherandrang nicht aus, die Stadt Köln teilte mit, sie werde einen Saal nicht zur Verfügung stellen, in dem am Sonntag der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekçi für das geplante Präsidialsystem werben wollte.

+++ 18.49 Uhr: Deutsches Todesopfer bei Lawinenunglück in Italien +++

Bei dem Lawinenunglück im Aostatal hat es der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge auch ein deutsches Todesopfer gegeben. Außerdem seien ein italienischer und ein belgischer Staatsangehöriger ums Leben gekommen, meldete Ansa am Donnerstagabend unter Berufung auf die örtlichen Behörden weiter. Demnach waren 18 Alpinisten von dem Abgang des Schneebretts bei Courmayeur südlich des Montblancs betroffen, fünf wurden verletzt. Ein noch nicht identifizierter Verletzter sei in äußerst kritischem Zustand. Eine zweite Lawine war laut Bergrettung unweit davon entfernt zwischen den Orten La Thuile und Morgex abgegangen. Zwei Alpinisten, die angeblich getroffen wurden, wurden später unversehrt gefunden.

+++ 18.05 Uhr: Fahnder stürmen Haus in Hamburg - NDR: Entführung vermutet +++

Beamte des Mobilen Einsatzkommandos der Hamburger Polizei haben am Donnerstag ein Haus im Stadtteil Bramfeld gestürmt. Hintergrund des Einsatzes sei eine mögliche Entführung, berichtete der Sender NDR 90,3. Ein 50-Jähriger habe bei der Polizei Anzeige erstattet und angegeben, er sei vor einigen Wochen von fünf Männern entführt und im Keller des Hauses gewaltsam festgehalten worden. Die Entführer hätten ein Lösegeld gefordert. Wie der Mann freikam, sei noch unklar. Ein Polizeisprecher bestätigte lediglich den Polizeieinsatz. Dieser habe dazu gedient, anderen Beamten die Durchsuchung des Hauses zu ermöglichen. Weitere Einzelheiten wollte die Polizei am Freitag bekanntgeben.

+++ 17.16 Uhr: Türkischer Justizminister Bozdag sagt geplantes Treffen mit Maas ab +++

Ein zwischen dem türkischen Justizminister Bekir Bozdag und seinem deutschen Kollegen Heiko Maas (SPD) für Donnerstag geplantes Treffen wird nicht stattfinden. Bozdag sagte in Straßburg, er habe seine gesamte Deutschlandreise abgesagt, nachdem die deutschen Behörden eine für den Abend geplante Veranstaltung zum umstrittenen Verfassungsreferendum in der Türkei untersagt hatten. Eine Sprecherin von Maas bestätigte, dass das Treffen mit Bozdag nicht stattfinden wird.

+++ 17.02 Uhr: Yeneroglu: Türkischer Minister soll trotz Absage in Köln sprechen +++

Der Auftritt des türkischen Wirtschaftsministers Nihat Zeybekci in Köln soll nach Angaben aus der Regierungspartei AKP trotz der Absage für das Bezirksrathaus Köln-Porz stattfinden. Die Veranstaltung werde in einem anderen Saal in Köln abgehalten werden, sagte der deutsch-türkische AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu der Deutschen Presse-Agentur in Istanbul. Er äußerte sich nicht dazu, wann und wo der Auftritt Zeybekcis nun geplant sei. Der Minister wollte ursprünglich am Sonntag im Bezirksrathaus Köln-Porz sprechen.

Yeneroglu nannte es einen "Skandal", dass die Stadt Gaggenau den für Donnerstagabend geplanten Auftritt von Justizminister Bekir Bozdag gestoppt hat. "Dass so ein Verbot in einem Land ausgesprochen wird, in dem knapp 1,5 Millionen Türkeistämmige Wahlberechtigte leben, hätte ich von der selbst ernannten Hochburg der Meinungsfreiheit nicht für möglich gehalten", teilte Yeneroglu mit. "Diese Absage stellt die deutsch-türkischen Verhältnisse auf eine weitere harte Belastungsprobe und ist durch und durch von Populismus geprägt."

+++ 16.32 Uhr: EU-Abgeordnetem drohen Sanktionen wegen sexistischer Bemerkungen +++

Mit abfälligen Bemerkungen über Frauen hat sich ein polnischer Europaabgeordneter eine Untersuchung eingehandelt. "Natürlich müssen Frauen weniger als Männer verdienen", sagte Janusz Korwin-Mikke am Mittwochabend bei einer Plenardebatte über geschlechterspezifische Einkommensunterschiede in Brüssel. "Weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind, müssen sie weniger verdienen."

EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani teilte am Donnerstag mit, dass er eine Untersuchung eingeleitet habe. Mehrere Abgeordnete hätten ihn auf den Vorfall hingewiesen. Korwin-Mikke drohen Sanktionen von einer Ermahnung über eine Geldstrafe bis hin zu einem zeitweisen Entzug der Stimmrechte sowie einem vorübergehenden Teilnahmeverbot für Aktivitäten des Parlaments. Korwin-Mikke gehört keiner Fraktion im EU-Parlament an. In Polen ist er Vorsitzender der konservativen und europaskeptischen Partei Korwin.

+++ 16.20 Uhr: Berufungsgericht spricht Ägyptens Ex-Präsidenten Mubarak frei +++

Das Oberste Berufungsgericht in Ägypten hat den wegen des Todes von Demonstranten im Jahr 2011 verurteilten Ex-Staatschef Husni Mubarak freigesprochen. Das teilte ein Justizbeamter mit. Mubarak war 2012 in einem Prozess wegen der Tötung hunderter Demonstranten während des Volksaufstandes Anfang 2011 zunächst zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden, später wurden die Vorwürfe aber fallengelassen. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung gegen den Freispruch ein. Das Urteil des Obersten Berufungsgerichts ist nun endgültig.

Der Volksaufstand in Ägypten hatte im Februar 2011 zum Sturz des langjährigen Staatschefs Mubarak geführt. In dem Prozess gegen Mubarak ging es um den Vorwurf der Beihilfe zum hundertfachen Mord bei der Niederschlagung der Massenproteste 2011.

+++ 16.08 Uhr: Al-Kaida bestätigt Tod eines Anführers bei Luftangriff in Syrien +++

Al-Kaida hat den Tod der mutmaßlichen Nummer zwei des Terrornetzwerks bestätigt. In einer Mitteilung von zwei Al-Kaida-Ablegern, darunter die Extremistengruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (Aqap), wurde Abu Chair al-Masi als "Held" gewürdigt, der "bei einem Drohnenangriff von Kreuzrittern" in Syrien getötet worden sei. Al-Masri ist ein Schwiegersohn des getöteten, früheren Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden und soll Stellvertreter des derzeitigen Anführers Aiman al-Sawahiri gewesen sein.

+++ 15.56 Uhr: Syrische Armee soll Palmyra komplett eingenommen haben +++ 

Die syrische Armee hat die Wüstenstadt Palmyra nach Angaben aus Moskau mithilfe der russischen Luftwaffe komplett von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zurückerobert. Verteidigungsminister Sergej Schoigu habe Präsident Wladimir Putin über den Abschluss der Militäraktion informiert, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen. Die Truppen von Präsident Assad waren nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwochabend in die von der IS-Miliz gehaltene Stadt eingerückt.

+++ 15.38 Uhr: Fünfjährige hing an Balkon in siebtem Stock +++

Dramatische Rettungsaktion in Spanien: Ein fünfjähriges Mädchen, das an einem Balkon im siebten Stock eines Wohngebäudes hing, ist von der Feuerwehr vor den Augen Dutzender Anwohner und Passanten in Sicherheit gebracht worden. Die Rettungsaktion mit einer Drehleiter habe am Mittwoch gegen 22.15 Uhr in einem Nobelviertel der ostspanischen Küstenstadt Alicante stattgefunden, berichteten Medien unter Berufung auf die Feuerwehr und die Polizei.

Die Mutter sei unterdessen wegen Kindesvernachlässigung festgenommen worden. Die von ihrem Ehemann getrennt lebende Frau habe ausgesagt, dass sie die Kleine, als diese eingeschlafen sei, allein in der Wohnung gelassen habe, um ihren Freund im Fitnessstudio abzuholen. Es wurde angenommen, dass das Mädchen aufwachte und auf der Suche nach der Mutter übers Balkongeländer stieg. Es sei nun bei seinem biologischen Vater.

+++ 15.10 Uhr: Köln dementiert Auftritt von türkischem Minister in Bezirksrathaus +++

Die Stadt Köln hat dementiert, dass der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci am Sonntag im Bezirksrathaus Köln-Porz auftreten werde. "Es gibt keinen Mietvertrag für diese Veranstaltung am 5. März und es wird auch keinen geben", sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur DPA. "Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) hatte im August vergangenen Jahres eine Anfrage gestellt, eine Theaterveranstaltung an diesem Sonntag durchführen zu dürfen", zitiert die "Rheinische Post" einen Stadtsprecher. "Am Mittwoch teilte uns die UETD dann aber mit, sie wolle statt der Theaterveranstaltung eine Informationsveranstaltung zum Präsidialsystem in der Türkei machen. Dem haben wir als Stadt Köln nicht zugestimmt und mitgeteilt, dass der Saal dafür nicht zur Verfügung steht."

Die UETD steht der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP des türkischen Präsidenten Erdogan nahe. Die Deutschland- und Europa-Zentrale sitzt in Köln. Hierzulande trat die UETD zuletzt vor allem durch die Organisation von Großveranstaltungen im Umfeld der AKP in Erscheinung, unter anderem mit Erdogan als Redner.

+++ 15.02 Uhr: Lawine verschüttet mehrere Menschen in Alpen +++ 

Eine Lawine im italienischen Aostatal hat mehrere Menschen verschüttet. Zwei Opfer seien bei dem Lawinenabgang in Courmayeur südlich des Montblancs ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Mehrere Menschen seien teils schwer verletzt worden. Zwei Hubschrauber seien im Einsatz. Ansa berichtete von etwa 20 Sportlern, die vermutlich abseits der Piste unterwegs waren - darunter sollen auch Ausländer gewesen sein.

+++ 15.01 Uhr: Betrunkener gesteht 26 Jahre alten Frauenmord in Bonn +++

Ein fast 26 Jahre alter Mordfall aus Bonn ist möglicherweise aufgeklärt: Ein in Niedersachsen wegen Trunkenheit am Steuer festgenommener Mann hat bei der Polizei angegeben, im November 1991 eine damals 38 Jahre alte Bonnerin in ihrem Haus erstochen zu haben. Nach seiner Vernehmung und weiteren Ermittlungen bestehe dringender Tatverdacht gegen den Mann, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei Bonn mit. Ein Richter habe Haftbefehl wegen Mordes erlassen.

Die Polizei in Wolfenbüttel hatte den 52-Jährigen Ende Februar gleich zwei Mal betrunken am Steuer erwischt und ihn festgenommen. Daraufhin erzählte der stark alkoholisierte Mann den Beamten, dass er vor Jahren eine Frau in Bonn mit etlichen Messerstichen getötet habe. Der Mann, der zur Tatzeit in Bonn studierte, habe angegeben, seit seiner Jugend Tötungsphantasien gehabt zu haben, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Frau habe er zufällig bei einem Spaziergang gesehen, an ihrer Haustür geklingelt und sie überwältigt. Als sie schrie, habe er auf sie eingestochen und sei dann weggelaufen. Die Ermittlungen in den Fall waren damals ins Leere gelaufen.

+++ 14.27 Uhr: Stadt Gaggenau stoppt Auftritt von türkischem Justizminister +++

Die Stadt Gaggenau hat den für Donnerstagabend geplanten Auftritt des türkischen Justizministers Bekir Bozdag in ihrer Festhalle untersagt. Das teilte das Rathaus der baden-württembergischen Gemeinde mit. Die Halle, die Parkplätze und die Zufahrten reichten für den erwarteten Besucherandrang nicht aus, begründete die Stadt die Entscheidung und widerrief deshalb die Zulassung.

Mehr dazu in Kürze hier beim stern.

+++  14.19 Uhr: Hohe Gefängnisstrafe für Mutter von Babys im Koffer +++

Weil sie ihr neugeborenes Baby in einen Koffer zum Skelett ihres ersten Kindes gelegt hat, ist eine 22-Jährige zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht Hannover sprach die Mutter am Donnerstag wegen versuchten Totschlags schuldig. Sie hatte den Säugling nach der heimlichen Geburt in verschmutzte Tücher gewickelt und in den vollen Koffer gelegt. Ihr Freund entdeckte das wimmernde Kind drei Tage später in der Abstellkammer der gemeinsamen Wohnung in Hannover. Die 22-Jährige hatte Reue gezeigt, aber eine Tötungsabsicht bestritten. Mit dem Urteil ging das Gericht über das Plädoyer der Anklage hinaus, die fünf Jahre Haft gefordert hatte.

+++ 14.10 Uhr: Mehr als 10.000 neue SPD-Mitglieder +++

Der "Schulz-Effekt" in der SPD ist nach Parteiangaben noch größer als bislang bekannt. Seit der Benennung von Martin Schulz als Kanzlerkandidat Ende Januar traten binnen fünf Wochen über 10.000 Menschen neu in die Partei ein, wie ein SPD-Sprecher den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Donnerstag sagte. Bislang hatten die Sozialdemokraten nur die Eintritte über das Internet zentral erfasst und waren auf dieser Grundlage noch Mitte Februar von etwa 6000 neuen Mitgliedern ausgegangen. Nun kamen auch die Rückmeldungen aus den Ortsvereinen hinzu. Rund 40 Prozent der Neu-Mitglieder sind nach Parteiangaben jünger als 35 Jahre.


+++ 13.49 Uhr: Drohnen-Alarm an Schule +++

Ein Unbekannter hat mit einem Drohnen-Angriff auf eine Schule in Thüringen gedroht. Er kündigte an, am Donnerstag um 12.00 Uhr mit dem Fluggerät "gesundheitsgefährdende Stoffe" über dem Gymnasium in Waltershausen (Landkreis Gotha) abzuwerfen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Drohung ging per E-Mail bei der Schule ein. Die Polizei brachte 358 Schüler und 37 Lehrer aus dem Gebäude und durchsuchte alle Räume. Die Feuerwehr nahm Messungen vor. Entdeckt wurde nichts. Mit welchen Stoffen der Unbekannte gedroht hat, wollte die Polizei nicht mitteilen. 

Die Ermittler prüfen nun die Herkunft der Mail. Da am Donnerstag starker Sturm herrschte, konnte die Polizei ihre Hubschrauberstaffel nicht einsetzen. Den Flug einer Drohne könnte das ebenfalls verhindert haben, sagte die Polizeisprecherin. 

+++ 13.41 Uhr: Acht Tote bei Explosion in Kohlebergwerk in der Ukraine +++

Bei einer Gasexplosion in einer Kohlegrube im Westen der Ukraine sind mindestens acht Bergleute ums Leben gekommen. 20 Menschen galten zunächst als vermisst, wie der Zivilschutz in der Hauptstadt Kiew am Donnerstag mitteilte. Das Unglück ereignete sich im staatlichen Bergwerk Stepowa im Gebiet Lwiw (Lemberg), etwa zehn Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Nach ersten Angaben handelte es sich demnach um eine Methangasexplosion in etwa 550 Metern Tiefe. Sechs Bergleute hätten sich mit leichten Verletzungen an die Oberfläche retten können, hieß es.

+++ 13.06 Uhr: Frau lacht im Gericht Zeugen aus und muss 150 Euro zahlen +++

Wer sich im Gericht als Zeuge nicht ordentlich benimmt, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Der 1. Strafsenat des Oberlandesgerichts Oldenburg bestätigte jetzt eine entsprechende Entscheidung des Amtsgerichts Leer, wie das OLG mitteilte. In Leer hatte eine Frau als Zeugin in einem Fall von Körperverletzung ausgesagt, angeklagt war ein älterer Herr. Nach ihrer Vernehmung blieb die Frau im Gerichtssaal und verfolgte die Verhandlung weiter. Als der Bruder des Angeklagten aussagte, habe die Frau immer wieder gelacht und die Aussagen des Mannes mit Worten wie "Das stimmt nicht!" kommentiert, sagte eine Gerichtssprecherin. Auch zwei Ermahnungen der Richterin halfen nichts, die Frau lachte weiter. Die Richterin verhängte daraufhin ein Ordnungsgeld, das nun vom OLG bestätigt wurde. Die Entscheidung ist rechtskräftig.

+++ 12.21 Uhr: Angeklagter Supermarkt-Chef gesteht Selbstjustiz gegen Ladendieb +++

Nach dem Tod eines ertappten Ladendiebs in Berlin hat der Leiter einer Supermarktfiliale vor Gericht zugegeben, den Mann geschlagen zu haben. Das 34 Jahre alte Opfer starb später an schweren Gesichtsverletzungen. Er habe den Mann im September 2016 "auf diese Art belehren", ihn aber nicht schwer verletzen wollen, erklärte der Supermarkt-Chef zu Prozessbeginn vor dem Landgericht Berlin. Die Staatsanwaltschaft legt dem 29-Jährigen Körperverletzung mit Todesfolge zur Last. Er sagte, er hoffe inständig, dass es nicht seine Schläge waren, die den Tod verursachten. Der Angeklagte soll bei den zwei Faustschlägen einen Quarzsandhandschuh getragen haben. Solche Handschuhe verstärken die Schlagkraft.

Für den Prozess gegen den nicht vorbestraften Mann sind fünf Verhandlungstage vorgesehen. Dabei werden ärztliche Gutachten eine besondere Rolle spielen.

+++ 11.50 Uhr: EU-Parlament hebt Immunität von Marine Le Pen auf +++

Die französische Präsidentschaftskandidatin und Europaabgeordnete Marine Le Pen hat wegen der Verbreitung von Gewaltbildern ihre parlamentarische Immunität verloren. Im Europaparlament stimmte eine breite Mehrheit von Abgeordneten dafür, den Schutz vor strafrechtlicher Verfolgung in dem Fall aufzuheben. Der 48 Jahre alten Rechtspopulistin könnte nun ein Prozess gemacht werden.

Len Pen hatte Ende 2015 unter anderem ein Bild verbreitet, das den enthaupteten Leichnam des US-Journalisten James Foley zeigt. Sie reagierte damit nach eigenen Angaben auf eine TV-Sendung, in der aus ihrer Sicht eine Parallele zwischen ihrer Partei und dem IS gezogen worden war. Über die auf Twitter verbreiteten Bilder der IS-Opfer schrieb sie: "Das ist der IS." Die französische Justiz leitete wegen Le Pens Vorgehen Ermittlungen ein. Auch die Eltern von Foley hatten sich entsetzt über die Verbreitung der Bilder gezeigt.

+++ 11.32 Uhr: Nachwuchssportler sollen Schüler an Olympia-Stützpunkt gequält haben +++

Zwei ehemalige Schüler des Internats am Hamburger Olympia-Stützpunkt sollen einen 14-jährigen Mitschüler monatelang gequält haben. "Es wird gegen zwei ehemalige Schüler des Internats ermittelt", sagte die Leiterin des Stützpunkts, Ingrid Unkelbach, der Deutschen Presse-Agentur. Die Taten sollen sich im zweiten Halbjahr 2015 und im Januar 2016 ereignet haben.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtete, hat die Staatsanwaltschaft Kiel vor dem Amtsgericht Neumünster in Schleswig-Holstein Anklage gegen einen 19-Jährigen erhoben. Ihm werde Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittele gegen einen 18-Jährigen ebenfalls wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung. Von den beiden Staatsanwaltschaften war zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

+++ 11.18 Uhr: Philippinen kündigen härtere Gangart gegen Abu Sayyaf an +++

Nach der Ermordung eines deutschen Seglers durch die Terrorgruppe Abu Sayyaf auf den Philippinen will die dortige Regierung ihre Gangart gegen die Islamisten nochmals verschärfen. Verteidigungsminister Delfin Lorenzana kündigte an, gegen die Terrorgruppe "mit der vollen Härte des Gesetzes" vorzugehen. Dazu gehöre auch der Einsatz der Streitkräfte. Zuvor hatte sich Präsident Rodrigo Duterte bereits dafür entschuldigt, dass die deutsche Geisel nicht gerettet werden konnte.

Der 70-jährige Mann war am Sonntag von seinen Entführern auf der Insel Jolo enthauptet worden, der Hochburg der Islamisten. Seine Leiche wurde nach Angaben des Verteidigungsministeriums aber noch nicht gefunden. Der Segler war Anfang November zusammen mit seiner Lebensgefährtin überfallen worden, als das Paar in den Gewässern zwischen den Philippinen und Malaysia unterwegs war. Die 59 Jahre alte Frau wurde damals schon erschossen.

+++ 11.13 Uhr: Mutmaßliche Mitglieder von syrischer Dschihadistenmiliz festgenommen +++

Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Mitglieder der syrischen Dschihadistenmiliz Dschabhat Al-Nusra festnehmen lassen. Die 26 und 35 Jahre alten Syrer wurden am Mittwoch im Raum Gießen und in Düsseldorf festgenommen, wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte. Zudem seien ihre Wohnungen durchsucht worden.

Die beiden Beschuldigten werden verdächtigt, sich im Jahr 2013 der als ausländische terroristische Vereinigung eingestuften Dschabhat Al-Nusra angeschlossen zu haben. Sie sollen einer Kampfeinheit der Gruppe angehört und an Kämpfen in Syrien teilgenommen haben. Einem der beiden Männer wird zudem vorgeworfen, im März 2013 "ein sogenanntes Schariaurteil" vollstreckt zu haben. Er soll zusammen mit weiteren Mitgliedern seiner Kampfeinheit insgesamt 36 Behördenmitarbeiter der syrischen Regierung getötet haben. Ihm werden deshalb Kriegsverbrechen und Mord zur Last gelegt.

+++ 10.44 Uhr: Podolski geht nach Japan +++

Fußball-Weltmeister Lukas Podolski wechselt nach dieser Saison von Galatasaray Istanbul zum japanischen Club Vissel Kobe. Das bestätigte der 31-Jährige bei Instagram, nachdem auch schon beide Vereine den Wechsel bekanntgegeben hatten. Die Ablösesumme beträgt laut des türkischen Clubs 2,6 Millionen Euro. "Es ist keine Entscheidung gegen Galatasaray, es ist eine Entscheidung, die ich zugunsten einer neuen Herausforderung getroffen habe", schrieb Podolski. "Ich werde es zum geeigneten Zeitpunkt näher erklären", kündigte der 129-malige Nationalspieler an. Jetzt wolle er erst einmal Galatasaray und den fantastischen Fans helfen.

+++ 10.43 Uhr: Mutmaßlicher Terrorhelfer in Bayern festgenommen +++

Die bayerischen Behörden haben einen mutmaßlichen Terrorunterstützer festgenommen. Wie die Generalstaatsanwaltschaft in München mitteilte, wurde der 33-jährige Mann aus Bosnien-Herzegowina am Dienstag im Raum Nürnberg-Fürth gefasst. Er sei "dringend verdächtig, die ausländische terroristische Vereinigung Dschunud al-Scham durch die Lieferung mehrerer Kraftfahrzeuge unterstützt zu haben".

Zudem wird dem Mann laut Ermittlern ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz in Syrien zur Last gelegt. Der Beschuldigte wurde demnach am Mittwoch dem Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts München vorgeführt, der ihm den vorliegenden Haftbefehl eröffnete und den Vollzug der Untersuchungshaft anordnete. Den Haftbefehl hatte laut Generalstaatsanwaltschaft die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus erwirkt.

+++ 10.39 Uhr EuGH verbietet Extrakosten von Servicetelefonnummern +++

Ein Anruf bei einer Kundendiensttelefonnummer darf nicht  mehr kosten als ein gewöhnlicher Anruf. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden. Er gab damit der Zentrale zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs im Streit mit einem Elektronikhändler in Baden-Württemberg recht. Das EU-Recht sei entsprechend verbraucherfreundlich auszulegen, betonten die Luxemburger Richter. Solange Unternehmen die Kostengrenze einhalten, ist es demnach allerdings unerheblich, ob sie mit der Service-Rufnummer Gewinne erzielt.

+++ 10.36 Uhr: Neverland-Ranch zum Sonderpreis zu haben +++

Wer die ehemalige Neverland-Ranch des 2009 gestorbenen Popstars Michael Jackson kaufen will, kann jetzt fast ein Schnäppchen machen. Das etwa elf Quadratkilometer große Anwesen in Los Olivos im US-Bundesstaat Kalifornien ist für 67 Millionen US-Dollar (63,5 Millionen Euro) bei dem Immobilienmakler Coldwell Banker Residential Brokerage gelistet. "Dieses exemplarische Kalifornien-Anwesen ist jetzt bereit für das nächste Kapitel auf seiner Reise", sagte die Maklerin Joyce Rey der "Los Angeles Times".

Im Mai 2015 war das Grundstück noch für 100 Millionen Dollar angeboten worden. Das Anwesen wird unter dem Namen "Sycamore Valley Ranch" angepriesen. Der Zoo des Musikers ist verschwunden, der Bahnhof noch da: Auf dem riesigen Gelände stehen 22 Gebäude - darunter ein Kino, außerdem gibt es einen Basketball- und Tennisplatz, zwei Seen und eine eigene Zuganbindung.  

+++ 10.15 Uhr: Regierungsnahe türkische Medien attackieren Deniz Yücel +++

Regierungsnahe Medien in der Türkei haben den dort inhaftierten "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel als "Türkei-Feind" verunglimpft und in die Nähe von Terroristen gerückt. Die Zeitung "Star" schrieb auf ihrer Titelseite über den deutsch-türkischen Korrespondenten: "Kein Journalist - PKK-Auftragsmörder" (PKK tetikcisi). Nach der Definition der Gesellschaft für türkische Sprache bezeichnet das Wort "tetikci" einen Aufragsmörder, es kann sinngemäß aber auch als Marionette verstanden werden.

Mehrere regierungsnahe Medien - die sich bisher in der Berichterstattung über Yücel zurückgehalten hatten - übernahmen den "Star"-Artikel wortgleich in ihren Online-Auftritten. Darunter sind zum Beispiel "Sabah", "Yeni Akit" und "A Haber". "Star" verwendet auf Seite 13 ein Foto, das laut der Zeitung einen Auftritt Yücels bei einer PKK-Veranstaltung in Deutschland zeigen soll. Dabei handelt es sich aber um eine Aufführung von "Hate Poetry", auf der deutsche Journalisten mit Migrationshintergrund rassistische Hetzbriefe vorlesen, die sie erhalten. 

+++ 10.11 Uhr: WWF warnt vor "größtem Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier" +++

Der WWF hat angesichts von Klimawandel, Lebensraumzerstörung und Wilderei vor einem rasanten Artensterben gewarnt. Derzeit erlebe die Welt "das größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier", erklärte die Umweltorganisation anlässlich des Internationalen Tages des Artenschutzes am 3. März. "Wir müssen verhindern, dass in den kommenden Jahren Gorilla, Tiger oder Elefanten den Dinosauriern nachfolgen", forderte WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes.

Wilderei, Lebensraumzerstörung und Klimawandel setzten den Tieren immer stärker zu, erklärte der WWF. Um gegen den illegalen Handel mit geschützten Arten sowie gegen Korruption und Wilderei vorzugehen, forderte Brandes die Bundesregierung auf, im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit gegenzusteuern. Das Problem der Korruption betreffe vor allem die afrikanischen Staaten südlich der Sahara und Südostasien. Deutschland könne einen Beitrag leisten, "die kriminellen Strukturen der Arten-Mafia" zu zerstören. Das komme auch den Menschen vor Ort zugute, die "unter den Machenschaften der Wilderer" litten.

+++ 9.59 Uhr: Oprah Winfrey schließt US-Präsidentschaftskandidatur nicht aus +++

Oprah Winfrey hat eine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2020 nicht ausgeschlossen. In einem Interview mit Bloomberg TV antwortete die US-Medienunternehmerin auf die Frage, ob sie je über eine Kandidatur nachgedacht habe: "Ich habe diese Frage nie als Möglichkeit betrachtet." Dann fügte sie hinzu: "Ich dachte einfach: 'Oh. Oh?'" Moderator David Rubenstein erinnerte Winfrey in dem bereits im Dezember aufgenommenen Gespräch daran, dass auch US-Präsident Donald Trump vor seiner Wahl keine Regierungserfahrung gehabt habe. Die frühere Starmoderatorin stimmte zu, das habe sie auch gedacht. "Oh je, ich habe keine Erfahrung, ich weiß nicht genug. Und jetzt denke ich, 'Oh'."

Die einflussreiche afroamerikanische Medienunternehmerin war im vergangenen Jahr eine große Unterstützerin der demokratischen Gegnerin Trumps, Hillary Clinton. Acht Jahre zuvor hatte ihr Einsatz für Barack Obama Gewicht, als er sich in der Vorwahl der Demokraten gegen Clinton durchsetzte. Winfrey hatte sogar 1988 selbst dem damals 42 Jahre alten Immobilienmogul Trump die Präsidentenfrage gestellt. "Wahrscheinlich nicht", antwortete er damals in Winfreys Talkshow. Sollte er aber jemals kandidieren, "hätte ich eine Mörderchance zu gewinnen".

+++ 9.54 Uhr: Nagel im Kopf und lebendig begraben - Haft für Hundequäler +++

Weil sie einem Hund einen Nagel in den Kopf geschlagen und ihn lebendig begraben haben, sind zwei Männer in Großbritannien zu jeweils vier Monaten Haft verurteilt worden. Der wimmernde Terrier namens Scamp war von Spaziergängern in einem Wald entdeckt worden. Bei einem Tierarzt wurde er eingeschläfert. Auf einem Röntgenbild ist ein Nagel zu sehen, der quer im Kopf des Tieres steckt.

Die beiden 59 und 60 Jahre alten Männer hatten vor Gericht angegeben, sie hätten das altersschwache Tier einschläfern wollen. Um die Tierarztkosten zu vermeiden, hätten sie beschlossen, das selbst zu erledigen. Die Vorsitzende Richterin nannte die Tat "barbarisch", sie habe dem Tier "unsagbares Leid" zugefügt. Der Verteidiger des 59-jährigen Hundebesitzers sagte, der Mann habe den 16-jährigen, erblindeten Terrier geliebt, es sei nicht seine Absicht gewesen, ihn zu quälen.

+++ 9.15 Uhr: IS gibt große Teile von Palmyra auf +++

Nach dem Vormarsch syrischer Regierungskräfte haben sich die meisten Terroristen des selbsternannten Islamischen Staates aus der Oasenstadt Palmyra zurückgezogen. Wegen zahlreicher Sprengfallen hätten die Armee und ihre Verbündeten bislang jedoch noch nicht weit in die Stadt vordringen können, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die regierungsnahe Nachrichtenseite Al-Masdar meldete, IS-Selbstmordattentäter hielten sich in Palmyra versteckt.

Die Regierungskräfte waren am Mittwochabend in die Außenbezirke Palmyras eingerückt. Die Stadt gehört seit 1980 zum Unesco-Welterbe. In Palmyra stehen einzigartige Bauwerke aus römischer Zeit. Im vergangenen Dezember hatten die IS-Extremisten die Stadt zum zweiten Mal erobern können. Während ihrer Herrschaft zerstörten sie zahlreiche fast 2000 Jahre alte Überreste, darunter den Baal-Tempel, den Triumphbogen und Teile des römische Amphitheaters.

+++ 8.52 Uhr: Mutmaßlicher Eltern-Erpresser bei Aachen festgenommen +++

Ein Mann, der in Aachen und Umgebung zahlreiche Eltern erpresst haben soll, ist der Polizei ins Netz gegangen. Der Mann wurde nach einer öffentlichen Foto-Fahndung am Mittwochnachmittag in Eschweiler bei Aachen festgenommen, wie die Polizei jetzt mitteilte. Er sollte noch im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der 49-Jährige wird beschuldigt, Eltern die Ermordung ihrer Kinder angedroht zu haben, falls sie nicht eine beträchtliche Summe zahlen. Für die Geldübergabe setzte er in allen Fällen denselben Ort fest. Gezahlt wurde nach Angaben der Ermittler nie, doch installierten sie an dem Ort eine Kamera. Mit den damit aufgenommen Bildern war die Polizei am Mittwoch an die Öffentlichkeit gegangen.

+++ 8.45 Uhr: Wuppertaler Gymnasium verbietet "provozierendes Beten" +++

An einem Gymnasium in Wuppertal gibt es Streit um betende muslimische Schüler. In einer internen Mitteilung habe die Schulleitung  des Johannes-Rau-Gymnasiums "provozierendes Beten" verboten, berichtet "Der Westen". "In den vergangenen Wochen wurde zunehmend beobachtet, dass muslimische Schülerinnen und Schüler im Schulgebäude für andere deutlich sichtbar beten, signalisiert durch rituelle Waschungen in den Toiletten, das Ausrollen von Gebetsteppichen, das Einnehmen von bestimmten Körperhaltungen. Dies ist nicht gestattet", zitiert die Nachrichtenseite aus der Mitteilung. Die Schulleitung habe die Lehrer zudem aufgefordert, die Betenden freundlich darauf hinzuweisen, ihre Namen festzustellen und die Fälle zu melden.

Die Bezirksregierung hat die Echtheit des Schreibens dem Bericht zufolge bestätigt. Mitschüler und Lehrer fühlten sich demnach bedrängt. "Das Verbot des Betens auf provozierende Art in der Schulöffentlichkeit soll das friedliche Miteinander fördern und den Schulfrieden sichern“, zitiert "Der Westen" aus einer Stellungnahme. Die Schule wolle die Namen der betreffenden Schüler nur sammeln, um mit ihnen über Alternativ-Lösungen wie Gebetsräume zu sprechen.

+++ 8.38 Uhr: Künstler Gustav Metzger ist tot +++

Der Künstler Gustav Metzger ist im Alter von 90 Jahren in gestorben, wie die britische Zeitung "The Guardian" unter Berufung auf seine Sprecherin berichtete. Wann Metzger genau gestorben ist, blieb unklar. Der gebürtige Nürnberger lebte seit 1939 in London, wohin er mit einem Kindertransport auf der Flucht vor den Nationalsozialisten gebracht worden war.

Metzger erfand in den 60er-Jahren den Begriff der "auto-destruktiven" und der "auto-kreativen" Kunst. Er entwickelte Idee und Gestaltung eines Kunstwerks, überließ es dann aber sich selbst. So plante er eine Stahlskulptur, die sich infolge von Umweltzerstörung auflöst oder installierte eine Projektion von bewegten Bilder, die durch Flüssigkristalle gebildet wurden, die sich permanent veränderten. Kunsthistoriker halten sein Werk für richtungsweisend.  

+++ 6 Uhr: Zustimmung zu Europa wächst wieder +++

Trotz der verbreiteten Krisenstimmung in Europa wächst die Zustimmung der Bürger zur EU - in Deutschland und europaweit. Das geht aus einer Umfrage hervor, die von der EU-Vertretung in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach hat die Europäische Union für 37 Prozent der Deutschen ein gutes Image, das bedeutet eine Verbesserung um 8 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Umfrage im Mai 2016. Der Anteil derer, die mit der EU ein negatives Bild verbinden, ist von 29 auf 21 Prozent gesunken. Der Rest hat dazu keine Meinung. Das Ansehen der ist auch europaweit leicht gestiegen. 35 Prozent (+1) der Europäer haben ein gutes Bild von der EU, 25 Prozent (-2) ein schlechtes und 38 Prozent keine Meinung. Am besten kommt die EU in Deutschland bei den 15- bis 24-Jährigen an. Hier haben 45 Prozent ein gutes Bild. Auch europaweit ist die EU bei Menschen unter 25 am beliebtesten: 42 Prozent von ihnen haben ein positives Bild.

Eine klare Mehrheit der Deutschen (85 Prozent, +3) und der EU-Bürger (75 Prozent, +1) unterstützt eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Europäischen Union. Als größtes Problem sehen in Deutschland 45 Prozent das Thema Einwanderung, im Mai 2016 waren es noch 56 Prozent.

+++ 5 Uhr: Snapchat startet an der Börse +++

Die Firma hinter der populären Foto-App Snapchat hat den Preis für ihre Aktien auf 17 Dollar festgelegt. Der Ausgabepreis liegt damit über der zuvor abgesteckten Spanne von 14 bis 16 Dollar. Der Preis bedeutet, dass sich die Anleger darauf einlassen, Aktien ganz ohne Stimmrechte zu kaufen, weil die Gründer die Kontrolle über das Unternehmen behalten wollen.  Die Platzierung erreicht damit ein Volumen von 3,4 Milliarden Dollar (3,2 Mrd Euro), wie die Snap Inc. am Mittwoch mitteilte. Der Handel soll am Donnerstag beginnen. Snapchat wurde vor allem bei jungen Nutzern populär mit Fotos, die nach dem Ansehen von alleine wieder verschwinden. Inzwischen wird die App auch stärker für Kommunikation genutzt und zu einer Plattform für Medieninhalte ausgebaut. Neben der App produziert Snap auch eine tragbare Kamera ("Spectacles") in Form einer Sonnenbrille. 

+++ 4 Uhr: US-Finanzminister kauft Millionen-Immobilie in Washington +++

US-Finanzminister und Ex-Banker Steven Mnuchin hat offenbar eine angemessene Bleibe an seinem neuen Arbeitsort Washington gefunden: Der frühere Spitzenmanager der Investmentbank Goldman Sachs kaufte ein Haus für 12,6 Millionen Dollar (knapp zwölf Millionen Euro), wie die "Washington Post" am Mittwoch berichtete. Das neue Domizil habe neun Zimmer und elf Bäder, vier Garagen sowie einen Pool. Auch die Nachbarschaft in dem Massachusetts Heights genannten Botschaftsviertel ist illuster: Ein Nachbar Mnuchins ist der neue US-Handelsminister und Milliardär Wilbur Ross, um die Ecke liegen zudem die Botschaften Großbritanniens, Brasiliens und Italiens.

+++ 3 Uhr: Fußgänger auf A2 wird von Auto überfahren und getötet +++

Ein Fußgänger ist beim Überqueren der A2 nahe Braunschweig von einem tödlich erfasst worden. Warum der Mann über die Autobahn lief, war zunächst unklar, teilte die Polizei in der Nacht zum Donnerstag mit. Er starb noch an der Unfallstelle. Der Autofahrer blieb am Mittwochabend unverletzt. Die A2 wurde in Richtung Berlin zeitweise komplett gesperrt, es kam zu einem Rückstau von bis zu zehn Kilometern.

+++ 1.15 Uhr: Sambaschule Portela gewinnt Karneval in Rio +++

Die Sambaschule Portela ist die Siegerin des Karnevals 2017 in Rio de Janeiro. Die mit 22 Titeln meistgekrönte Karnevals-Gruppierung der brasilianischen Metropole gewann am Mittwoch in knapper Entscheidung der Richter den Wettstreit der zwölf besten Sambaschulen mit ihren Aufzug von 3400 Tänzern. Ihr Thema: Das Flussleben Brasiliens. Größtenteils blau und weiß gekleidet stellten die Sambatänzer von Portela die Fische der brasilianischen Flüsse dar. Die Wagen des Karnevalszuges thematisierten auch die Umweltkatastrophe von Mariana, bei der 2015 nach einem Dammbruch in einem Rückhaltebecken des Bergwerkunternehmens Samarco 19 Menschen umkamen und der Flus Rio Doce auf 650 Kilometern Länge durch Giftschlamm verseucht wurde.   

+++ 1 Uhr: Gülen: Gerüchte über Umzug nach Kanada sind falsch +++

Der türkische Geistliche und in der Türkei als Staatsfeind eingestufte Prediger Fethullah Gülen will in den USA bleiben. Spekulationen, wonach er einen Umzug nach Kanada anstrebe, seien "nichts als falsche Gerüchte", teilte die ihm nahe stehende Organisation Alliance for Shared Values am Mittwochabend mit. Gülen lebt seit 1999 im selbst gewählten Asyl im US-Bundesstaat Pennsylvania. Die Türkei sieht ihn und seine Hizmet-Bewegung als hauptsächlichen Drahtzieher hinter dem Putschversuch vom Juli 2016. Gülen bestreitet dies und bezichtigt den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, den Putsch selbst herbeigeführt zu haben, um einen Vorwand zu haben, um Kritiker mundtot zu machen. 

+++ 00.05 Uhr: Großbrand in Favela in Sao Paulo +++

Bei einem Großbrand in einer Favela in São Paulo sind mindestens 50 Häuser zerstört worden. Das Feuer war am Mittwoch im Armenviertel Paraisópolis, im Süden der brasilianischen Metropole, ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte den Brand nach mehreren Stunden löschen, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Zwei Menschen erlitten leichte Rauchvergiftungen. In der Zwölf-Millionen-Stadt wurden nach Angaben der Feuerwehr seit Jahresanfang 43 Brände in Favelas gemeldet.

feh/DPA/AFP