HOME
Live

News des Tages: Yahoo: Hacker hatten Zugriff auf mindestens 500 Millionen Konten

Ausnahmezustand in US-Stadt wegen Protesten gegen Polizei ausgerufen +++ USA weisen Giftgas-Spuren an IS-Rakete im Irak nach +++ Amazon startet auch in Europa Store für Handgefertigtes +++ Die News des Tages im Überblick.

Yahoo

Mindestens 500 Millionen Nutzer des US-Internetanbieters Yahoo sind nach Angaben des Unternehmens Opfer eines Hackerangriffs im Jahr 2014 geworden

Die News des Tages im Überblick:

+++ 23.16 Uhr: Krisengipfel zu Kaiser's Tengelmann vertagt +++

Der Krisengipfel zur Zukunft der angeschlagenen Handelskette Kaiser's Tengelmann hat am Donnerstagabend keinen Durchbruch gebracht. Die Beteiligten teilten nach dem rund dreistündigen Treffen mit, man sei einig, "die Gespräche zeitnah fortzuführen". Einen Termin oder Ort wurde dafür aber nicht genannt. Ziel sei es, "eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann tragfähige, gemeinsame Lösung zu finden." Inhalte des Treffens drangen nicht nach außen. Die Chefs von Edeka, Tengelmann und Rewe waren mit Gewerkschaftsvertretern zusammengekommen, um über die Kette mit über 15.000 Arbeitsplätzen zu beraten. Am Freitag könnte der Tengelmann-Aufsichtsrat allerdings bereits die Zerschlagung des Unternehmens besiegeln.


+++ 22.55 Uhr: Regierung will Ausbreitung von Designerdrogen stärker bekämpfen +++

Die rasante Ausbreitung sogenannter Designerdrogen in Deutschland soll stärker bekämpft werden. Der Bundestag beschloss mit der Mehrheit der Koalitionsfraktionen einen Gesetzentwurf der Bundesregierung, der Handel, Einfuhr, Verbreitung und Herstellung von neuen psychoaktiven Stoffen verbietet und unter Strafe stellt. Neue synthetische Drogen aus dem Labor sind auch in Deutschland eine wachsende Gefahr. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Todesfälle durch sogenannte Legal Highs auf 39; im Vorjahr waren es 25. Die Stoffe stammen vor allem aus Asien. Händler in Europa verkaufen sie meist über Online-Shops weiter. Die Drogen werden als vermeintlich unbedenkliche Kräutermischungen, Badesalze, Lufterfrischer oder Pflanzendünger deklariert. Ihre Zusammensetzung ist oft nicht bekannt, was hohe Risiken für die Konsumenten birgt. Die Nebenwirkungen der neuen psychoaktiven Substanzen reichen von Übelkeit, Herzrasen und Erbrechen bis hin zu Kreislaufversagen, Bewusstlosigkeit und Tod.

+++ 21.57 Uhr: Strengere Regeln für Schutz von Flüchtlingen +++

Nach mehreren Übergriffen auf Asylbewerber gelten für die Bewachung von Flüchtlingsunterkünften in Zukunft strengere Vorschriften. Nach dem Gesetz, das der Bundestag am Donnerstagabend verabschiedet hat, müssen die zuständigen Behörden künftig alle drei Jahre eine Zuverlässigkeitsprüfung durchführen, indem sie Auskünfte bei Polizei und Verfassungsschutz über das Wachpersonal einholen. Die Securityfirmen und ihre Führungskräfte müssen darüber hinaus einen sogenannten Sachkundenachweis erbringen. In den vergangen Monaten gab es mehrfach den Vorwurf, dass Flüchtlinge in ihrer Unterkunft von Wachmännern misshandelt wurden. Ein Sicherheitsdienst in Schleswig-Holstein sorgte zudem für Aufsehen, weil er Straftäter in Erstaufnahme-Einrichtungen eingesetzt hatte. 

+++ 21.15 Uhr: Yahoo: Mindestens 500 Millionen Konten von Hackerangriff 2014 betroffen +++

Mindestens 500 Millionen Nutzer des US-Internetanbieters Yahoo sind nach Angaben des Unternehmens Opfer eines Hackerangriffs im Jahr 2014 geworden. Die Hacker hätten dabei persönliche Daten wie Email-Adressen, Telefonnummern und Passwörter abgegriffen, erklärte Yahoo. Der Cyberangriff sei möglicherweise "von einem Staat organisiert" worden. Bankdaten seien jedoch nicht von dem Hackerangriff betroffen, betonte das US-Unternehmen. Yahoo arbeite eng mit den US-Ermittlungsbehörden zusammen, um den Fall aufzuklären.

+++ 20.35 Uhr: Bouffier hält Kompromiss mit CSU für möglich +++

Im Unionsstreit über eine Obergrenze für die Aufnahme von Flüchtlingen hält CDU-Vize Volker Bouffier einen Kompromiss auf eine "Orientierungsgröße" für möglich. Die entsprechende Formulierung von CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt finde er sehr interessant, sagte Bouffier der Deutschen Presse-Agentur. Was er unter Orientierungsgröße versteht, sagte er nicht. "Ich werde die Diskussion nicht mit Zahlen bereichern." Man müsse sich erst darüber verständigen, welche Personengruppen darunter fielen. Hier geht es um Flüchtlinge, Zuwanderer und Asylbewerber. CSU-Chef Horst Seehofer fordert eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr.

Jörges Merkel


+++ 20.21 Uhr: Hunderte Notrufe wegen lauter Knallgeräusche +++

Laute Knallgeräusche haben am Donnerstagabend in der Region um Frankfurt zu Hunderten Anrufen besorgter Bürger bei der Polizei geführt. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Gießen teilte mit, Ursache seien zwei britische Eurofighter gewesen, die die Schallmauer durchbrochen hätten. Die Flüge seien von der Deutschen Flugsicherung genehmigt gewesen. Die Anrufer hätten angegeben, teilweise habe die Erde gebebt und Gläser hätten im Schrank vibriert. Anrufe seien unter anderem aus Wetzlar, Bad Vilbel und Friedberg eingegangen. Auch das Polizeipräsidium Offenbach erklärte, zahlreiche Anrufe seien um kurz nach 18.45 Uhr aus der Region eingegangen, unter anderem aus Offenbach, Hanau und Usingen. Es sei sofort überprüft worden, ob es eine Explosion oder einen Störfall in einem Kraftwerk oder Betrieb gebe, doch ohne Ergebnis, sagte ein Sprecher. Das Polizeipräsidium in Frankfurt sprach ebenfalls von zahlreichen Anrufern, vor allem aus dem Norden der Stadt. 

+++ 19.39 Uhr: Franzose soll sich für perfekten Mord selbst in den Rücken geschossen haben +++

Ein Franzose soll seine Ehefrau ermordet und sich dann selbst in den Rücken geschossen haben, um den Verdacht von sich abzulenken. Ein Gericht in Versailles verurteilte den Mann deswegen nach einem Indizienprozess zu 30 Jahren Gefängnis. Der Verurteilte, der stets seine Unschuld beteuert hatte, will in Berufung gehen. Die Frau war im Februar 2012 auf einem Waldparkplatz westlich von Paris tot in ihrem ausgebrannten Auto entdeckt worden. Nahe des Autos wurde der durch eine Kugel am Rücken verletzte Mann gefunden. Den Ermittlern sagte der Ehemann, er und seine Frau seien von Unbekannten angegriffen worden.

Die Staatsanwaltschaft hält das aber für eine Lüge - und warf dem Mann vor, sich selbst verletzt zu haben, um den Tatverdacht von sich abzulenken. "Nur weil es eine verrückte, höchst gefährliche Aktion ist, heißt es nicht, dass sie unmöglich ist", argumentierte die Anklägerin vor Gericht. Der Mann besaß einen Karabiner mit dem entsprechenden Kaliber, hatte ihn aber vor der Tat als gestohlen gemeldet. In seinem Haus wurden aber ein abgesägter Gewehrlauf sowie Kugeln gefunden, die identisch mit dem aus seiner Schulter operierten Projektil waren. Weil die Ehefrau ihn verlassen wollte, gab es zudem ein Tatmotiv. Allerdings wurde die Tatwaffe nie gefunden. Und nicht einmal die Ursache des Todes der Frau wurde festgestellt - dafür war ihre Leiche zu sehr verbrannt. 

+++ 18.45 Uhr: Bundestag billigt Pariser Klimaabkommen - Kritik an deutschem Beitrag +++

Der Bundestag hat einstimmig den Beitritt Deutschlands zum Klimaabkommen von Paris beschlossen. Die Grünen nutzten die Debatte über das Abkommen am Donnerstag für eine Breitseite gegen die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung. "Sie sind als großer Tiger gestartet, aber leider als Bettvorleger geendet", sagte Annalena Baerbock (Grüne) zu Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Hendricks habe bei der Formulierung des Entwurfs für den nationalen Klimaschutzplan 2050 zugelassen, dass Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und das Kanzleramt "das wenige Fleisch, was dieser Plan noch hatte, abgenagt" hätten. Hendricks betonte - vielleicht auch an die Adresse einiger Kabinettskollegen gerichtet -, der Klimaschutzplan 2050 sei ein Glaubwürdigkeitstest für Deutschland.

Die Umweltschutzorganisation BUND kritisierte: "Es ist absolut unwürdig, wie der Klimaschutzplan 2050 derzeit vom Kanzleramt und einigen Ministerien bis zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft wird. Es macht Deutschland unglaubwürdig, wenn wir auf internationaler Bühne "Ja" zu mehr Klimaschutz sagen, zuhause aber die Kohlekraftwerke weiterlaufen und der Ausbau erneuerbarer Energien ausgebremst wird." 

+++ 18.04 Uhr: Orban will Flüchtlinge aus der EU vertreiben und in Lagern internieren +++

Die Europäische Union sollte nach den Vorstellungen des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban Flüchtlinge von ihrem Hoheitsgebiet vertreiben und in "großen Lagern" internieren, bis über ihre Asylanträge entschieden ist. "Große Flüchtlingslager müssen außerhalb der EU geschaffen, von der EU finanziert und von der EU überwacht werden", sagte Orban am Donnerstag dem Internet-Portal Origo.hu. Ungarn betreibt seit Beginn der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr eine Politik der Abschottung.

"Es gibt nur eine Lösung, sie ist gut für alle - für uns, die wir keine Probleme haben, weil wir uns verteidigt haben, sowie für diejenigen, die wie Deutschland Schwierigkeiten haben: (die Migranten) vom Gebiet der EU zu vertreiben", sagte Orban. Jeder, der "illegal in die EU gelangt" sei, müsse "aufgegriffen und vertrieben" werden.

+++ 16.20 Uhr: Spezialkommando im Einsatz - Wasserpfeife gefunden +++

Eine Wasserpfeife in Form einer Maschinenpistole ist zum Auslöser eines Polizeieinsatzes mit einem Spezialkommando geworden. Ein Zeuge habe gesagt, dass ein 19 Jahre alter Flüchtling in seiner Wohnung in Heide in Schleswig-Holstein eine Kalaschnikow habe, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Polizisten umstellten am Mittwochabend das Haus und nahmen den jungen Mann beim Verlassen des Gebäudes fest. Nach der Durchsuchung des Zimmers des Flüchtlings gaben die Beamten Entwarnung: Sie fanden nur eine Shisha, die einer Kalaschnikow nachgebildet war.

+++ 15.47 Uhr: Türkei schließt Teilnahme an Rakka-Befreiung gemeinsam mit Kurden aus +++

Die Türkei schließt eine Teilnahme an einer Militäroperation zur Befreiung der IS-Hochburg Rakka in Syrien unter Beteiligung der Kurdenmiliz YPG aus. Prinzipiell unterstütze die Türkei die Vertreibung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Rakka und anderen syrischen Städten, sagte Kalin am Donnerstag nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur Anadolu im Staatssender TRT. Eine gemeinsame Operation mit der YPG sei aber "ausgeschlossen". Türkische Truppen unterstützen in Nordsyrien Rebellen im Kampf gegen den IS. Ankara wertet die YPG aber als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und damit als Terrororganisation.

+++ 15.11 Uhr: Verfassungsschutz: Cyberattacke gegen deutsches Medienunternehmen +++

Russische Hacker haben in den vergangenen Wochen auch ein deutsches Medienunternehmen ins Visier genommen. "Wir beobachten gegenwärtig eine Welle von Cyberattacken, die weit über die bisher bekannten Angriffe gegen den Deutschen Bundestag sowie gegen Parteien hinausgeht", sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die Angriffe richten sich auch gegen zumindest ein deutsches Medienunternehmen und gegen mehrere Ziele im Ausland." Es gebe Anhaltspunkte "für eine Steuerung durch staatliche Stellen in Russland".

Um welches Medienunternehmen es sich handelt, teilte Maaßen nicht mit. Das BfV ist für die Spionageabwehr zuständig. In den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass eine unter den Namen "Sofacy" und "APT28" bekannte Hackergruppe mit Sitz in Russland im August erneut den Bundestag, die Linkspartei und die Saar-CDU angegriffen hat.

+++ 14.51 Uhr: Gericht: Frauen mit Brustimplantaten können Polizistin werden +++

Frauen können laut einer vorläufigen Gerichtsentscheidung auch mit Brustimplantaten Polizistinnen werden. Die Implantate seien im Einzelfall kein Grund, einer Bewerberin die Einstellung in den Polizeidienst zu verweigern, entschied das Verwaltungsgericht München. Mit dem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss gab es dem Eilantrag einer Bewerberin für den Polizeivollzugsdienst statt und verpflichtete den Freistaat Bayern, die Frau vorläufig in den Vorbereitungsdienst einzustellen. Allerdings steht die Entscheidung in der Hauptsache mit einer detaillierten Prüfung der gesundheitlichen Fragen noch aus. 

Die Personalstelle des Polizeipräsidiums München hatte die Bewerberin abgelehnt, weil sie zwei - aus kosmetischen Gründen eingesetzte - Brustimplantate trägt. Nach Ansicht des Polizeiarztes ist damit die gesundheitliche Eignung für den Polizeivollzugsdienst nicht mehr gegeben. Vor allem beim Selbstverteidigungstraining und bei gefährlichen Einsätzen könnten die Implantate beschädigt werden.

Das Gericht folgte in seiner Eilentscheidung jedoch der fachärztlichen Stellungnahme eines plastischen Chirurgen. Dieser befasste sich mit der konkreten Beschaffenheit der verwendeten Implantate und deren Platzierung, nämlich unterhalb der Muskeln. Er kam zu dem Schluss, dass in diesem Fall kein erhöhtes Verletzungsrisiko im Polizeidienst bestehe. Demgegenüber wertete das Gericht die Einschätzung des Polizeiarztes als zu pauschal.

+++ 14.35 Uhr: Gutachten: An Darmstädter Schule mindestens 35 Schüler missbraucht +++

Nach dem Missbrauchsskandal an der Odenwaldschule gibt es in Hessen einen zweiten großen Fall, der ebenfalls viele Jahre zurückliegt. An der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt sind einem Gutachten zufolge vor vielen Jahren mindestens 35 Schüler von einem Lehrer missbraucht worden. Der Bericht wurde am Donnerstag im hessischen Kultusministerium in Wiesbaden vorgestellt. Die Behörde hatte zwei Juristinnen mit der Aufklärung des Falles beauftragt. Bei der Odenwaldschule wird von mindestens 132 Opfern ausgegangen.

Auch die Übergriffe an der Odenwaldschule liegen etliche Jahre zurück und wurden lange verschwiegen. Der Lehrer in Darmstadt, der 2005 wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt wurde, starb 2008. 

+++ 14.17 Uhr: Duftspray im Auto löst Explosion aus - 17-Jähriger schwer verletzt +++

Mit Unmengen Raumspray hat ein 17-Jähriger in Duisburg versucht, ein stinkiges Auto wieder frisch zu bekommen - doch dann kam es zu einer Explosion. Die neuen Besitzer hatten das Auto von einem starken Raucher gekauft. Der 17-Jährige sei dann am Mittwoch mit mehreren Duftsprays in der Hand zu dem Wagen gegangen, um den kalten Zigarettenrauch zu bekämpfen, sagte eine Polizeisprecherin. Er habe so viel Spray verwendet, dass ein zündfähiges Gasgemisch entstanden sei. Als der Mann die Beifahrertür öffnete und die Beleuchtung im Auto anging, explodierte das Gemisch, das Glasdach wurde regelrecht weggesprengt. Der 17-Jährige kam mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus.

+++ 14.14 Uhr: Zschäpe war beim Anzünden der NSU-Fluchtwohnung betrunken +++

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe war nach Ansicht eines Rechtsmediziners deutlich alkoholisiert, als sie am 4. November 2011 die Fluchtwohnung der mutmaßlichen NSU-Terroristen in Zwickau anzündete. Der Münchner Experte Oliver Peschel sagte im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht, er gehe in der "wahrscheinlichen" Variante von 1,52 Promille oder 1,82 Promille aus - je nachdem, welches Körpergewicht Zschäpe damals hatte. Peschel berechnete außerdem Minimal- und Maximal-Versionen, die teils deutlich von der mittleren Wahrscheinlichkeit abweichen.

Zschäpe ist für zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde angeklagt, die ihre beiden mutmaßlichen Gesinnungsgenossen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt verübt haben sollen. Sie war gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt 1998 in den Untergrund gegangen. Am 4. November 2011 waren die beiden Männer nach einem missglückten Banküberfall in Eisenach enttarnt worden und hatten sich das Leben genommen. Am selben Tag zerstörte Zschäpe die Wohnung des Trios und gefährdete damit nach Überzeugung der Anklage das Leben ihrer betagten Nachbarin. 

+++ 13.11 Uhr: 99 Prozent der Deutschen unterschätzen Erfolge in Armutsbekämpfung +++

Die Erfolge im Kampf gegen die Armut in der Welt bleiben von vielen Menschen und besonders von Deutschen weitgehend unbemerkt. Weltweit glaubt jeder Zweite (48 Prozent) auch nicht, dass sein persönliches Engagement zur Überwindung der extremen Armut beitragen kann. Das geht aus einer Umfrage des niederländischen Forschungsinstituts Motivaction hervor, die die Entwicklungsorganisation Oxfam am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Dass die Zahl der Menschen in extremer Armut in den vergangenen 20 Jahren weltweit um die Hälfte verringert werden konnte, wissen nur 0,5 Prozent der Deutschen. 92 Prozent der Deutschen gehen vielmehr fälschlicherweise davon aus, dass die Armut gleich geblieben ist. 7 Prozent vermuten sogar einen Anstieg, berichtete Oxfam aus der Studie, die von der Bill und Melinda Gates-Stiftung finanziert wurde. "Die Bekämpfung der Armut macht Fortschritte, aber der öffentliche Glaube daran fehlt", sagte Martijn Lampert von Motivaction.

+++ 12.38 Uhr: Krokodil greift Wildpark-Inhaber beim Füttern an +++

Vor den Augen von Touristen ist in einem Krokodilpark in Australien der Inhaber beim Füttern eines Reptils angegriffen und schwer verletzt worden. Ein viereinhalb Meter langes Krokodil habe den Mann gepackt und versucht, ihn ins Wasser zu ziehen, aber der 66-Jährige habe sich befreien können, so eine Sprecherin des Notdienstes am Donnerstag. "Er ist an Hand und Bein schwer verletzt", sagte die Frau der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann wurde mit dem Helikopter nach Mackay in ein Krankenhaus gebracht.

Bei dem Verletzten handelt es sich nach Medienberichten um Rob Bredl (66), der seit langem mit gewagten Krokodilvorführungen von sich Reden macht. Im vergangenen Jahr wurde er dabei gefilmt, wie er ein riesiges Krokodil erst mit einem Hühnchen ködert und dann auf seinen Rücken springt und auf ihm reitet. Bredl hat auch in Fernsehshows über wilde Tiere mitgewirkt. Ihm  gehört eine Krokodilfarm bei Bloomsbury in Queensland an der Ostküste. In Australien ist jetzt Frühling. Krokodile seien dann immer besonders aggressiv, weil die Paarungszeit beginne, sagte John Lever, Besitzer einer anderen Krokodilfarm, im Fernsehen. 

Krüger-Nationalpark: Wasserbock entkommt Krokodil in letzter Sekunde


+++ 11.51 Uhr: US-Kampfflugzeug vor Japans Küste abgestürzt +++

Ein US-Kampfflugzeug ist vor der Küste Japans abgestürzt. Der Absturz ereignete sich aus bislang unbekannter Ursache rund 130 Kilometer östlich der südlichen Inselprovinz Okinawa, wie lokale Medien unter Berufung auf die Behörden meldeten. Auf Okinawa ist das Gros des US-Militärs in Japan stationiert. Angaben zu möglichen Opfern gibt es noch nicht.

+++ 11.10 Uhr: Mädchen in China wird seit sechs Jahren an Baum gefesselt +++

Ein achtjähriges Mädchen wird in China seit sechs Jahren mit einem Seil an einen Baum gefesselt. Wie staatliche Medien in China berichteten, wird das Kind von seinen Großeltern immer wieder an die Leine gelegt, weil es angeblich an einer "geistigen Krankheit" leide. "Sie ist eine Gefahr für andere. Deshalb haben wir sie hier festgebunden", sagte ihr Großvater in einem Interview mit dem Fernsehsender Henan TV, das am Donnerstag in Chinas sozialen Netzwerken für Empörung sorgte.

Der Mann gab an, das Mädchen habe vor Jahren mehrfach an hohem Fieber gelitten und danach angefangen, ältere Menschen und andere Kinder grundlos anzugreifen.

In China wurde bereits mehrfach von Fällen berichtet, in denen angeblich psychisch kranke Kinder über Jahre in Käfige gesperrt oder angebunden wurden, weil ihre Angehörigen nicht wussten, wie sie mit ihnen umgehen sollen. Psychiatrische Behandlung gilt in China als wenig entwickelt.

+++ 10.32 Uhr: Zuckerberg und Ehefrau spenden drei Milliarden Dollar für Forschung +++

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, 32, und seine Ehefrau Priscilla Chan, 31, wollen innerhalb der kommenden zehn Jahre drei Milliarden Dollar für den Kampf gegen Krankheiten spenden. Das Projekt solle von der Neurowissenschaftlerin und Genetik-Expertin Cori Bargmann geleitet werden, kündigte das Ehepaar in San Francisco an. "Wir glauben, dass es möglich ist, zu Lebzeiten unserer Kinder alle Krankheiten heilen zu können", schrieb Zuckerberg auf Facebook.

Als erster Schritt sollen 600 Millionen Dollar in eine neue Einrichtung in San Francisco mit dem Namen Biohub investiert werden. Dort sollen Spezialisten der Stanford-Universität und der University of California Forschungswerkzeuge für die Zukunft entwickeln. Zuckerberg schränkte ein, dass diese Arbeit Jahre brauchen werde.

+++ 9.01 Uhr: Mehr Menschen im Westen von Armut bedroht als vor zehn Jahren +++

Im Westen Deutschlands sind mehr Menschen von Armut bedroht als vor zehn Jahren. Im Osten ist die Entwicklung dagegen rückläufig - mit Ausnahme von Berlin. 15,7 Prozent der Menschen in ganz Deutschland waren 2015 armutsgefährdet, ein Prozentpunkt mehr als 2005, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. In den alten Bundesländern ohne Berlin waren es 14,7 Prozent (plus 1,5 Punkte), und in den neuen 19,7 Prozent (minus 0,7 Punkte).

In Bremen war das Armutsrisiko am höchsten: Fast jeder Vierte (24,8 Prozent) galt als arm, gefolgt von Berlin (22,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (21,7 Prozent). Den stärksten Anstieg verzeichnete Nordrhein-Westfalen im Zehn-Jahres-Vergleich: um 3,1 Prozentpunkte auf 17,5 Prozent. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung haben. 

+++ 8.10 Uhr: Seehofer "sehr zufrieden" mit Kompromiss bei Erbschaftssteuer +++

Kurz vor Ablauf einer letzten, vom Bundesverfassungsgericht gesetzten Frist haben sich Vertreter von Union, SPD, Grünen und Linken am Mittwochabend im Vermittlungsausschuss auf neue Regeln zur steuerlichen Begünstigung von Firmenerben verständigt. In einer ersten Reaktion hat sich Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zufrieden geäußert.

"Ich bin zufrieden, sogar sehr zufrieden", wurde er in der Nacht von der "Süddeutschen Zeitung" zitiert. Auch Schleswig-Holsteins grüne Finanzministerin Monika Heinold sagte dem Blatt, man sei tatsächlich aufeinander zugegangen. "Ich werde das Ergebnis wohlwollend prüfen. Mir ist es sehr wichtig, dass der Gesetzgeber und nicht das Bundesverfassungsgericht entscheidet." Bei der SPD hieß es, man wolle zunächst die Texte zur Einigung abwarten, da Kompromiss zunächst noch informell sei.

 Dem Kompromiss müssen noch der Bundestag und der Bundesrat zustimmen. Dies könnte noch in dieser Woche erfolgen - womöglich an diesem Freitag in einem Eilverfahren.


+++ 7.17 Uhr: Ausnahmezustand in US-Stadt wegen Protesten gegen Polizei ausgerufen +++

Nach Zusammenstößen bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Charlotte ist dort der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Er habe außerdem Maßnahmen eingeleitet, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen, twitterte der Gouverneur des Bundesstaats North Carolina, Pat McCrory, in der Nacht. Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten, sagte er dem Nachrichtensender CNN. Die Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Eine Ausgangssperre sei ebenfalls eine Option. Eine solche Entscheidung müsse aber die Bürgermeisterin von Charlotte, Jennifer Roberts, treffen.

Am Mittwoch waren eine zweite Nacht in Folge hunderte Menschen in auf die Straße gegangen, um gegen den Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse am Dienstag zu protestieren. Nach kurzer Zeit eskalierte die Lage und es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Dabei wurde ein Demonstrant angeschossen. Zunächst hieß es, er sei ums Leben gekommen. Die Stadtverwaltung korrigierte dann allerdings einen eigenen früheren Bericht. Der Mann sei in kritischem Gesundheitszustand und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen, twitterte sie. Er war den Angaben zufolge von einem anderen Zivilisten angeschossen worden. Die habe nicht geschossen.


+++ 7.02 Uhr: USA weisen Giftgas-Spuren an IS-Rakete im Irak nach +++

Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hat im Irak nach Angaben aus Washington mit einer Rakete beschossen, an der sich Spuren der geächteten Chemiewaffe Senfgas nachweisen ließen. Ein erster Test der Raketenteile, an denen sich eine verdächtige teerartige Substanz befunden habe, sei positiv auf Senfgas ausgefallen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Ein zweiter Test habe den Verdacht aber nicht bestätigen können, weswegen nun eine gründliche Laboranalyse vorgenommen werde.

Menschen seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es in . Die US-Soldaten hätten keine Spuren von Senfgaseinwirkung gezeigt, hätten aber dennoch eine routinemäßige Entgiftung durchlaufen. Durch den Vorfall sei die Beunruhigung hinsichtlich des Gefahrenpotenzials bei dem Einsatz nicht gewachsen, sagte ein Ministeriumsvertreter.

Die Rakete wurde den Angaben zufolge am Dienstag auf ein Flugfeld nahe Kajjarah im Nordirak abgefeuert, wo derzeit mehrere hundert US-Soldaten mit irakischen Armeeangehörigen an Bauarbeiten beteiligt sind. Die Streitkräfte bereiten dort eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Mossul vom IS vor.

Zehn Fakten zum Unternehmen: Wie viel kostet eigentlich das komplette Sortiment von Amazon?


+++ 6.54 Uhr: Amazon startet auch in Europa Store für Handgefertigtes +++

Der Versandriese Amazon steigt auch in Europa ins Geschäft mit handgefertigten Produkten ein. Über einen neuen Store des Unternehmens können Kunsthandwerker künftig selbstgemachte Waren anbieten und sich persönlich präsentieren. Zum Start des Service beteiligen sich gut 1000 Kleinunternehmen mit mehr als 30.000 Produkten an dem neuen Angebot, wie Markus Schöberl, der das Geschäft verantwortet, in München sagte. Kommt ein Geschäft zustande, zahlen die Anbieter Verkaufsgebühren an Amazon. 

Eine Umsatzerwartung nannte Schöberl nicht. In Europa gibt es entsprechenden Websites für Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien. Vorbild für das Angebot sind die USA, wo einen ähnlichen Store bereits vor einem knappen Jahr gestartet hatte. Handgefertigte Produkte bieten beispielsweise auch der US-Konkurrent Etsy und die deutsche Plattform Dawanda an.

kis / DPA / AFP