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Hochwasser, Chemieunglück, Großfeuer Wenn Sie Ihr Zuhause verlassen müssen – das sollte unbedingt ins Notfallgepäck

Notfallrucksack
Nicht nur für Hochwasser-Katastrophen: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, immer einen gepackten Notfallrucksack bereitzuhalten
© Gulcin Ragiboglu / iStock / Getty Images
Es kann jede und jeden treffen, jederzeit: Wenn das eigene Zuhause verlassen werden muss, gilt es keine Zeit zu verlieren – und alle wichtigen Dinge griffbereit zu haben. Das gehört ins Notfallgepäck für den Ernstfall.

Die Sirenen heulen, die Lautsprecherwagen fahren durch die Straße, im Radio laufen Warnmeldungen. Manchmal, das zeigt das jüngste Hochwasser, muss es schnell gehen. Sehr schnell. In Notsituationen kann es passieren, dass Menschen ihr Zuhause binnen Minuten oder sogar noch kurzfristiger verlassen müssen.

Vielen – auch das zeigt das jüngste Hochwasser – bleibt anschließend nur noch das, was sie am Körper tragen. Im Stress einer Notsituation bleibt oftmals keine Zeit, noch eine Tasche mit den nötigsten Dingen zu packen. Auch wenn schwere Folge ausbleiben, etwa bei einer Evakuierung der Wohngegend wegen einer Weltkriegsbombe oder eines Gaslecks, kann es sein, dass die Wohnung oder das Haus für Stunden oder Tage verlassen werden muss.

Hochwasser und Co.: Das gehört ins Notfallgepäck

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt daher zur Vorsorge, immer einen gepackten Notfallrucksack griffbereit zu halten, und gibt Tipps für dessen Inhalt. "Das Notgepäck soll helfen, die ersten Tage außer Haus zurechtzukommen", so die Katastrophenschutzbehörde. Grundsätzlich gelte: "Nehmen Sie für jedes Familienmitglied nicht mehr mit als in einen Rucksack passt. Ein Rucksack ist praktischer als ein Koffer, da Sie beide Hände frei haben." Besonders empfehlenswert ist ein wasserfester Rucksack.

Kleidung, Nahrung, Medikamente und mehr – das gehört laut BBK ins Notfallgepäck:

  • Denken Sie unbedingt an persönliche Medikamente. Packen Sie diese ein, um sie vor Feuchtigkeit zu schützen. Auch Bestandteile der Hausapotheke können ins Notfallgepäck, um kleinere Wehwehchen selbst zu versorgen, zum Beispiel Mittel gegen Durchfall oder Schmerztabletten. Lassen Sie sich in einer Apotheke beraten.
  • Gerade bei Unwetterereignissen können Sie sich verletzen. Erste-Hilfe-Material kann hier zur Erstversorgung von Wunden dienen. Geeignet ist zum Beispiel ein Autoverbandkasten. Achten Sie bei Verbandmaterial und Arzneimitteln auf das Ablaufdatum.
  • Informationen sind wichtig, gerade in Notsituationen. Bedenken Sie, dass das Strom-, Handy- und Telefonnetz ausgefallen sein könnten, und packen Sie daher ein per Kurbel oder Batterien betriebenes UKW-Radio ein. So können Sie die Informationen der Behörden empfangen.
  • Auch eine Taschenlampegehört unbedingt ins Notfallgepäck, ein Taschenmesserschadet ebenfalls nicht.
  • Für Taschenlampe und Radio sollten Sie Reservebatterien einpacken, um auch einen längeren Stromausfall zu überstehen.
  • In einer Dokumentenmappe sollten Sie alle Dokumente, die wichtig sind, griffbereit halten, zum Beispiel Familienurkunden, Sparbücher, Versicherungspolicen, Zeugnisse, Verträge oder den Impfpass. Prüfen Sie individuell, welche Dokumente für Sie von Bedeutung sind und fertigen Sie gegebenenfalls Kopien an.
  • Denken Sie an Verpflegung für etwa zwei Tage und verpacken Sie diese staub- und wasserdicht. Gut geeignet sind lang haltbare Lebensmittel, die sich notfalls ohne vorheriges Erwärmen verzehren lassen, zum Beispiel Dosenbrot oder Fischkonserven.
  • Packen Sie mindestens eine Wasserflasche, nach Möglichkeit gefüllt, in Ihren Notfallrucksack.
  • Auch einfaches Essgeschirr und -besteck gehört ins Gepäck, um zum Beispiel von Hilfsorganisationen bereitgehaltene Mahlzeiten zu verzehren.
  • Für Übernachtungen in Notunterkünften sollten Sie einen möglichst kompakten Schlafsack oder eine Decke dabeihaben.
  • Denken Sie auch an Kleidung für ein paar Tage und stellen Sie sich dabei auf unterschiedliche Situationen ein, zum Beispiel auf Kälte oder Regen.
  • Ein Kopfbedeckung schützt bei niedrigen Temperaturen oder bei starkem Sonnenschein.
  • Auch Handschuhe sollten ins Notgepäck. Sie schützen nicht nur im Winter, sondern auch bei eventuell anfallenden Aufräumarbeiten.
  • Monatshygiene, Taschentücher, Windeln, Desinfektionsmittel, Zahnbürste und Co. – packen Sie Ihre persönlichen Hygieneartikel für ein paar Tage ein. Auch ein Handtuch sollten Sie nicht vergessen.
  • Nicht nur zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion, sondern auch bei Rauch- oder Staubentwicklung dient eine Schutzmaske.
  • Haben Sie kleinere Kinder? Geben Sie Ihnen eine sogenannte SOS-Kapsel mit, in der Sie Name, Geburtsdatum und Anschrift notieren.

Denken Sie über den Notfallrucksack hinaus auch daran, Dinge mitzunehmen, die Sie nicht vorbereitend einpacken können, zum Beispiel an Ihr Portemonnaie (samt Ausweis, EC-Karte, Krankenkassenkarte etc.), an Ihre Schlüssel, aber auch an Ihren Impfpass oder das Handy.

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Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Mitarbeit: Hannah Leonhard

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