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Panorama: Durch ein Wunder überlebt

Eine Palme, eine Luftmatratze, ein Holzblock - einigen Tsunami-Opfern halfen einfache Dinge, die Flutkatastrophe zu überleben. Sechs kleine Wunder aus dem Krisengebiet in Südasien.

Lebend in der Leichehalle

Eine Vierjährige aus Sri Lanka ist nach der Flutkatastrophe von ihrem Großvater lebend in einer Leichenhalle gefunden worden. Die kleine Mimani sei mit ihrer Familie Opfer des schweren Zugunglücks unweit der Stadt Galle geworden, bei dem mindestens 1300 Menschen in den Tod gerissen wurden. Während von ihrer Familie jede Spur fehle, sei Mimani von Helfern in ein Krankenhaus gebracht worden. Da sie jedoch kein Lebenszeichen von sich gab, dachten die Ärzte, sie sei tot und brachten sie in die Leichenhalle.

Von Rettern fast übersehen

Weil es "zu klein" war, konnte das elfjährige Mädchen Sylvia Lucas aus Sri Lanka von den Rettungshubschraubern nicht entdeckt werden. Erst nach mehr als 24 Stunden im tosenden und von Haifischen wimmelnden Meer wurden die Retter auf sie aufmerksam. Sylvia Lucas war es gelungen, den Arm zu heben und zu winken. Die Elfjährige hatte sich während der Flutkatastrophe an einen Holzblock geklammert.

Nichts mitbekommen

Ein 22-jähriger Israeli verbrachte den Jahreswechsel wie viele andere junge Rucksack-Touristen mitten im Seebeben-Gebiet auf der zu den indischen Andamanen gehörenden Insel Havelock. "Da draußen gab es nur eine kleine Flut, die uns am Sonntagmorgen ein wenig Angst eingejagt hat", sagt der junge Mann. Im Schutz vorgelagerter Inseln blieb Havelock wie durch ein Wunder vom stärksten Seebeben seit 40 Jahren weitgehend verschont.

Eine Woche ohne Essen und Trinken

Eine Woche nach dem Seebeben in Asien ist ein von der Flutwelle erfasster Fischer lebend aufgefunden worden. Der 24-jährige Indonesier wurde am Sonntag an einem Strand der Insel Sumatra unter seinem Boot entdeckt, wie ein Krankenhaus in der Stadt Banda Aceh mitteilte. Der junge Mann habe eine Woche lang unter dem Wrack festgesessen und weder Wasser noch Nahrung zu sich nehmen können. Nach Angaben der Ärzte war er bei seiner Rettung extrem geschwächt und geistig verwirrt. Nur wenige Stunden vor seiner Entdeckung hatte der Leiter des indonesischen Rettungseinsatzes, Lamsar Sihaputar, erklärt, man sei kurz davor, die Suche nach Überlebenden abzubrechen. "Wer das Erdbeben überlebt hat, ist wahrscheinlich von dem Tsunami getötet worden", sagte er.

Mit Palme über Wasser gehalten

Ein malaysisches Schiff hat eine Indonesierin gerettet, die nach der Naturkatastrophe auf Sumatra fünf Tage lang im Meer trieb. Wie ein Hafensprecher in Kuala Lumpur am Montag erklärte, war die 23-Jährige von dem Tsunami ins Meer gerissen worden. Die Besatzung des Tunfischfängers entdeckte die Frau, die sich mit Hilfe einer entwurzelten Palme über Wasser hielt, vor der Provinz Aceh. Sie war am Bein verletzt und sehr schwach, aber bei Bewusstsein. Am Montag wurde sie zur medizinischen Behandlung auf die malaysische Insel Penang gebracht.

Luftmatratze rettet Sechsjährige

Ein sechsjähriges Mädchen hat die fatalen Flutwellen in Thailand auf einer Luftmatratze überlebt. Zoe Shiu spielte im Pool des Sofitel-Hotels in Khao Lak, als die Fluten kamen. Die Sechsjährige hielt sich an ihrer Matratze fest und paddelte so bis zu einem verkehrt herum treibenden Boot. Auch eine Hotelangestellte schaffte es bis zu dem Boot, das die beiden dann gemeinsam umdrehten und sich so retteten.