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Vorfall in Arizona: Vier Jahre alte Tochter lässt Barbie mitgehen - Polizei bedroht Familie mit Waffe

Ein schockierender Fall von Polizeigewalt sorgt derzeit in den USA für Aufsehen. Die Beamten gingen mit aller Macht und vorgehaltener Waffe gegen eine Familie in Phoenix vor. Der Grund: Die kleine Tochter hatte unbemerkt im Laden eine Puppe gestohlen.


Wegen gestohlener Puppe: Polizisten bedrohen Familie mit Waffen

Nach Bekanntwerden eines neuen Falls von Polizeigewalt gegen Schwarze hat sich die Bürgermeisterin der Stadt Phoenix im US-Bundesstaat Arizona bei der betroffenen Familie entschuldigt. Die Polizisten hätten sich "eindeutig unprofessionell" verhalten, schrieb Kate Gallego auf Twitter. Es gebe "keine Situation, in der ein solches Verhalten auch nur annähernd akzeptabel ist". Es mache sie, "wie viele andere, krank in einem Video sehen zu müssen, wie die Polizei von Phoenix mit einer Familie und kleinen Kindern umgeht."

Zuvor waren Videos des Vorfalls bekannt geworden, der sich bereits im vergangenen Monat auf einem Parkplatz in der Hauptstadt von Arizona ereignet hatte. Auf ihnen ist zu sehen, wie Polizisten gegen eine im Auto sitzende Familie mit zwei kleinen Kindern vorgehen. Sie fordern die Familie zum Teil mit vorgehaltener Waffe auf, auszusteigen, und drohen vor den Augen der Kinder damit, das Feuer zu eröffnen.

Polizeichefin von Phoenix entschuldigt sich

Das Videomaterial zeigt, wie die Mutter nach Drohungen und Beleidigungen der Polizisten mit ihren beiden Kleinkindern aus dem Auto steigt. Sie übergibt die Kinder an einen Passanten, bevor ihr Handschellen angelegt werden. Zudem ist zu sehen, wie ein Beamter die Beine eines Mannes bei der Festnahme auseinandertritt.

Polizeichefin Jeri Williams sagte dem Sender ABC15, die Polizisten seien wegen eines Ladendiebstahls im Einsatz gewesen. Das Video sei "extrem beunruhigend". Auch sie entschuldigte sich für den Vorfall. Dieser werde nun untersucht. Die beteiligten Beamten wurden bis auf Weiteres in den Innendienst versetzt. Eine ausführliche Stellungnahme zu dem Vorfall veröffentlichte das Police Department via Facebook.

Familie hat Klage eingereicht

Die betroffene Familie reichte inzwischen eine Klage gegen die Stadt ein und fordert zehn Millionen Dollar (8,9 Millionen Euro) Entschädigung - unter anderem wegen rechtswidriger Festnahme und der Verletzung von Bürgerrechten. Ihrem Anwalt zufolge hatte die vierjährige Tochter der Familie beim Einkaufen in einem One-Dollar-Laden von den Eltern unbemerkt eine Puppe mitgehen lassen. Der Ladenbesitzer verzichtete laut den Berichten daher darauf, gerichtliche Schritte einzuleiten.

Immer wieder werden in den USA Fälle von unverhältnismäßiger Polizeigewalt bekannt. Als Reaktion auf eine Reihe von Polizeieinsätzen, in denen Afroamerikaner getötet wurden, haben mehrere US-Bundesstaaten angekündigt, Polizisten mit Körperkameras auszustatten. Die Beamten in Phoenix waren nicht damit ausgerüstet. Bürgermeisterin Gallego kündigte an, die Einführung der Kameras zu beschleunigen. Sie beraumte für Dienstag zudem eine Gemeinschaftsversammlung an, an der auch die Polizeichefin teilnehmen soll, um mit besorgten Bürgern über den Vorfall und das Verhalten der Polizei zu diskutieren.

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dho / AFP