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Pompeji Touristin gibt nach 15 Jahren gestohlene Artefakte zurück – weil sie an einen Fluch glaubt

Römische Säulen am Gebäude des Eumachia, Pompeji
Römische Säulen am Gebäude des Eumachia, Pompeji
© Paul Williams - FunkyStock / Picture Alliance
Vor 15 Jahren besuchte eine Kanadierin die Überreste der antiken Stadt Pompeji. Als Andenken nahm sie einige Mosaiksteinchen und Scherben mit. Seitdem laste ein Fluch auf ihr, ist sie überzeugt. 

Zwei weiße Mosaiksteinchen, zwei Scherben einer Vase und ein Stückchen Keramikwand: Das war die Ausbeute einer kanadischen Touristin in Pompeji. 2005 hatte die Frau die einst bei einem Vulkanausbruch zerstörte antike Stadt besucht und konnte der Versuchung nicht widerstehen, die Andenken mitzunehmen. "Ich wollte ein Stück Geschichte haben, das man nicht kaufen kann", schrieb die Frau nun in einem Brief an den Archäologischen Park von Pompeji, berichtet CNN. Dem Umschlag legte die Kanadierin auch die gestohlenen Artefakte bei.

Seit sie diese in ihren Besitz gebracht habe, sei sie vom Unglück verfolgt worden, begründete die Frau den Schritt. Sie sei an Brustkrebst erkrankt, habe eine Doppelmastektomie ertragen müssen, ihre Familie sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten. "Ich habe ein Stück Geschichte mitgenommen, das zu seiner Zeit so viel negative Energie aufgenommen hat", schrieb sie. "Menschen starben auf so schreckliche Weise und ich nahm Scherben mit, die mit dieser Art von Zerstörung in Berührung gekommen sind."

"Wir sind gute Leute und ich möchte diesen Fluch nicht mehr auf meine Familie, meinen Kindern oder mir selbst lasten sehen", führte die Frau weiter in ihrem Brief aus. "Bitte vergebt mir meine unbedachte Tat, die ich vor Jahren begangene habe."

Auch andere Diebe wähnen sich vom Pech verfolgt 

Am 24. August 79 nach Christus brach der nahegelegene Vesuv aus. Etwa ein Drittel der Bevölkerung von Pompeji kam an diesem Tag ums Leben. Die Menschen erstickten oder wurden durch herabfallendes Gestein erschlagen. Noch verheerender war die zweie Eruption am nächsten Tag. Lavamassen und Asche begruben die Stadt unter sich. Der größte Teil der Opfer wurde bei diesem zweiten Ausbruch am 25. August getötet.

Für die Archäologie ist Pompeji von unschätzbarem Wert. Denn der Vulkanausbruch konservierte die Stadt. Die derzeit wichtigste Aufgabe für die Archäologen, Bauforscher, Denkmalpfleger und Restauratoren besteht darin, den Verfall der Stadt aufzuhalten. Trotz vieler Anstrengungen ist das aber nur bedingt möglich.

Obwohl große Teile der Stadt für den Publikumsverkehr geschlossen sind, gelingt es Touristen immer wieder, Artefakte mitgehen zu lassen. Im Laufe der Jahre hätten aber rund hundert Besucher Mosaiksteinchen, Mauerstückchen und ähnliches zurückgegeben, berichtete eine Sprecherin des Archäologischen Parks von Pompeji CNN. Sie alle behaupteten, von Pech verfolgt zu werden. 

Eine Auswahl dieser Briefe und die dazugehörigen zurückgegebenen Artefakte werden im Antiquarium Pompeji ausgestellt. Aus anthropologischer Sicht seien die Briefe interessant, erklärte die Sprecherin. 

ivi

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