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Absurde Geschichts-Umdeutung "Um China schlecht aussehen zu lassen": Professor leugnet Echtheit der Pyramiden und der Antike

Der Sphinxtempel vor der Großen Pyramide in der Nähe von Kairo
Die Pyramiden soll es seit Ansicht des Professors erst knapp zweihundert Jahre geben
© Marc Walter Collection, Paris
Die Pyramiden seien aus Beton gebaut, die europäische Geschichte erst in den letzten 150 Jahren entstanden, das behauptet ein Professor einer etablierten Universität. 

Geht es um Geschichte, wird die eigene Region gern mal als etwas wichtiger bewertet, als sie es vielleicht bei einer objektiveren Betrachtung war. Ein Professor der Zhejiang University ging dabei aber nun etwas zu weit: Um seine Heimat China hervorzuheben, nahm er sich europäische und vorderasiatische Geschichte zur Brust - und erklärte sie schlicht zur Fälschung.

"Ob die Pyramiden, die Sphinx, der Parthenon-Tempel in Athen - allesamt sind sie nur Fälschungen des Westens", erklärte Professor Huang Heqing in einer als Livestream gehaltenen Unterrichtseinheit, die sich in den chinesischen sozialen Netzwerken verbreitet. Die Cheops-Pyramide sei etwa aus Betonblöcken gebaut, nur die oberste Steinschicht bestehe aus Naturstein, gab sich der Professor sicher. "Das alte Ägypten, wie wir es kennen", ist eine Märchen-Geschichte, die von orthodoxen westlichen Historikern im 19. Jahrhundert zusammengeschustert wurde."

Pyramiden aus Beton

Als Beweise für seine durchaus sehr steile These führt Huang Fotos und Zeichnungen an, die die entsprechenden Regionen ohne ihre bekannten Sehenswürdigkeiten zeigen sollen. So habe der erste Kurator des Louvre, Dominique-Vivant Denon, Zeichnungen der Region mitgebracht, nachdem er 1798 von Napoleon dorthin gesandt wurde. Sie zeigten die Pyramiden in einer hügligen Region, die ganz anders aussähe als wir sie heute kennen. Zudem will er bei chemischen Analysen herausgefunden haben, dass die Pyramiden nicht aus Naturstein, sondern aus Beton entstanden. Die Form der Steine spreche auch dafür, dass diese gegossen und nicht gehauen wurden, behauptet er.

Für Huang liegt es auf der Hand, warum der Westen seine Geschichte fälschen sollte: "Die Hauptmotivation ist es, die chinesische Kultur kleinzureden", gibt er sich in seiner Lektion selbstbewusst. "Es ist eine kulturelle Verschwörung! Und ich muss mich für zur Rechtfertigung der chinesischen Kultur dagegen zur Wehr setzen."

Cheops-Pyramide in Ägypten

Umgedichtete Geschichte

Die Aussagen sind insofern beachtenswert, als dass es sich nicht um einen beliebigen Verschwörungstheoretiker handelt. Die Zhejiang University ist eine der ältesten Universitäten Chinas, Professor Huang studierte westliche Kunstgeschichte und promovierte an der etablierten französischen Universität Sorbonne in Paris.

Huang ist Teil einer größeren Bewegung von Geschichts-Leugnern in China. Die westliche Kultur, aber auch ihre mesopotamischen Wurzeln seien eine Fiktion des kulturell unterlegenen Westens, schreiben die Verschwörungs-Historiker die chinesische Kultur hoch. Warum die fälschenden Archäologen des Westens ihre kulturellen Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten künstlich erschaffen sollten, verraten sie aber nicht.

Quelle:Tawainenglischnews

mma

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