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Rauchbombe im Asylbewerberheim Staatsanwaltschaft: 5000 Euro Belohnung für Täterhinweise


Warum in einem Asylbewerberheim in Schleswig-Holstein ein Rauchkörper detoniert wurde, ist weiter unklar. Die Staatsanwaltschaft setzt eine hohe Belohung für Hinweise auf den oder die Täter aus.

Nach dem Wurf einer Rauchpatrone in ein Asylbewerberheim in Grabau bei Bad Oldesloe (Schleswig-Holstein) ermittelt die Polizei weiterhin die Hintergründe der Tat. Die Staatsanwaltschaft Lübeck setzte laut Polizei 5000 Euro Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter aus.

Für einen fremdenfeindlichen Hintergrund gebe es jedoch bislang keine Anhaltspunkte, sagte der Leiter der Polizei Bad Oldesloe, Wolf Rüdiger Trasz, am Samstag. Am Freitagabend hatten sechs Bewohner des Flüchtlingsheims ihre Unterkunft wegen starker Rauchentwicklung verlassen müssen, nachdem Unbekannte im Treppenhaus des Heims einen sogenannten Nebeltopf gezündet hatten.

Nachbarn pflegten ein gutes Verhältnis zu den Flüchtlingen

Innenstaatssekretärin Manuela Söller-Winkler sprach von einem tragischen Vorfall, der Menschen widerfahren sei, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen. Als die Einsatzkräfte eingetroffen seien, hätten alle Bewohner das Haus bereits verlassen gehabt, berichtete Polizeileiter Trasz.

Grabaus Bürgermeister Hans-Joachim Wendt betonte, in der Gemeinde habe es noch nie Probleme mit den Flüchtlingen gegeben. Die Nachbarn pflegten ein gutes Verhältnis zu ihnen und böten sogar Deutschkurse an. Auch die Flüchtlinge selbst lobten die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft ihrer deutschen Nachbarn.

Pegida trägt eine Mitschuld

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Ralf Stegner sagte den "Lübecker Nachrichten" (Sonntag-Ausgabe), die Tat in Grabau sei "aufs Schärfste zu verurteilen". Es müsse "von staatlicher Seite alles getan werden, um die Schuldigen zu finden". Stegner, der auch SPD-Bundesvize ist, gab der Anti-Islam-Bewegung Pegida eine Mitschuld. "Wer Stimmung gegen Flüchtlinge macht und damit ein Klima der Intoleranz schafft, trägt dazu bei, dass so etwas passiert", sagte er. Die Gesellschaft müsse sich entschlossen gegen diese Stimmungsmache wehren.

lib/DPA DPA

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