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Kleiderordnung Schweizer Schüler*innen protestieren gegen "T-Shirt der Schande"

Schweizer Schüler halten Protestplakate in die Höhe
Eine Schülerin trägt bei der Demonstration ein Plakat mit der Aufschrift "Das Bildungsministerium nährt die Vergewaltigungskultur"
© Salvatore Di Nolfi / DPA
Wegen der Kleidervorschriften an einigen Genfer Schulen protestieren die Betroffenen nun dagegen. Die "erniedrigende" und "sexistische" Kleiderordnung soll abgeändert werden. Besonders ein sogenanntes "T-Shirt der Schande" erregt die Gemüter.

An einigen Schulen in Genf werden Schüler*innen an den Pranger gestellt, die mit allzu freizügiger Kleidung oder mit T-Shirts mit zweifelhaften Aufschriften in die Schule kommen. Sie müssen ein bis zu den Knien reichendes T-Shirt mit der Aufschrift: "Ich bin angemessen gekleidet" überziehen. Jugendliche nennen es "T-Shirt der Schande" – und demonstrieren jetzt verstärkt dagegen. Die Erziehungsdirektorin des Kantons, Anne Emery-Torracinta, räumte beim Schweizer Sender RTS am Mittwochabend ein, die Praxis sei wohl nicht mehr angemessen und müsse überdacht werden.

Schweizer Behörde soll sich entschuldigen

Rund 50 Betroffene blieben am Mittwoch dem Unterricht fern und versammelten sich zu einer Demonstration mit Plakaten. "Demütigung ist keine Erziehungsform", stand unter anderem darauf. Die Praxis ist nicht neu, den Überzieher gibt es seit sechs Jahren.

Als unpassend werden beispielsweise bauch- oder schulterfreie Kleidungsstücke sowie Hosen und Röcke angesehen, bei denen Oberschenkel zu sehen sind. Auch aufgedruckte "anstößige" Botschaften fallen darunter.

Nach Ansicht der Schüle*rinnen ist die Kleiderordnung sexistisch. Mädchen seien von dieser Maßnahme ungleich stärker betroffen als Jungen, monieren sie. Sie fordern von der zuständigen Erziehungsabteilung eine öffentliche Entschuldigung "für diesen schweren und verwerflichen Fehler".

"Es war wirklich beschämend", berichtete eine junge Frau, die nach eigenen Worten schon einmal gezwungen wurde, das Hemd überzuziehen, dem Sender RTS. Auf den Gängen der Schule hätten sie viele angesprochen und gefragt, was sie denn darunter trage. Die Schüler*innen wollen nun an einer neuen Kleiderordnung mitarbeiten. Die Erziehungsdirektorin sagte zu, sie anzuhören. Aber es bleibe dabei: In der Schule müsse angemessene Kleidung getragen werden. Was das ist, blieb zunächst offen.

km DPA

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